21. Januar 2020, 12:48 | Autor: Fast-Media | Björn Niemann

Neue Pläne bei RWE geben Hoffnung für Kartbahn

Schon seit Jahrzehnten wird über den Wegfall des Erftlandring in Kerpen diskutiert. Zuletzt sind die Braunkohlebagger der RWE nah an das Gelände in der Steinheide herangerückt. Durch den Stopp des Abbaus am Hambacher-Forst soll das Gebiet der Kartbahn nun aber unberührt bleiben, wie Vertreter der RWE gestern dem Express gegenüber bestätigten.

Im Oktober dieses Jahres sollte Schluss sein auf dem 1.107 Meter langen Erftlandring. Die Familie Schumacher und der Kart-Club Kerpen e.V. haben ihre Anteile bereits an die RWE verkauft und Clubchef Gerhard Noack zeigte sich in letzten Gesprächen wenig zuversichtlich über den Erhalt der Kartbahn. Doch nun die Trendwende: Nach den Protesten im Hambacher Forst hat die RWE eingelenkt und stoppt in dem Gebiet den Abbau.

Der Erhalt der Kartbahn sieht dadurch wieder gut aus, wie RWE-Sprecher Guido Steffen gestern dem Express bestätigte: „Unsere Planung sieht vor, den Restbereich der Steinheide innerhalb des heutigen Abbaubereichs nicht in Anspruch zu nehmen. Dies entspricht auch den Forderungen der nordrhein-westfälischen Landesregierung an RWE. Von daher gehen wir davon aus, dass die in der Steinheide gelegene Kartbahn erhalten werden kann.“

Wie es nun weitergeht ist trotzdem unklar. Die Kartbahn ist im Besitz der RWE, die ehemaligen Eigentümer haben aber bei einem Erhalt derer die Möglichkeit zu einem Rückkauf. Für den Kartsport in Deutschland wäre der Fortbetrieb des Erftlandrings ein großer Gewinn. Neben der Tradition als Geburtsstätte von Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher, seinem Bruder Ralf und auch dem viermaligen Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel, ist der Ring wichtig für den Kartsport im Westen. Nach dem Wegfall des Hunsrückring/Hahn und den Anwohnerquerelen auf der Dahlemer Binz, gäbe es bei einem Aus in Kerpen ab Oktober keine große Kartbahn mehr in der Region.

Geht es in Kerpen nun aber weiter und die Eigener erhalten die Genehmigung zur Modernisierung, hätte Deutschland auf einen Schlag mit Wackersdorf, Ampfing und Mülsen wieder vier internationale Kartrennstrecken. Eine Entwicklung, die den aktuell rückläufigen Starterzahlen entgegenwirken könnte.

Es bleibt zu hoffen, dass die guten Neuigkeiten bestandhalten und der Erftlandring auch im neuen Jahrzehnt viele Talente hervorbringt. Einen großen Anteil daran hat auch die Kartschule des Kart-Club Kerpen e.V., welche mit großer Akribie und Elan junge Nachwuchsrennfahrer ausbildet.