31. Oktober 2020, 18:21 | Autor: Oldwig Zobel

Der Adria International Raceway Adria in der italienischen Region Venetien war am vergangenen Wochenende Schauplatz der dritten Runde zur Rotax Euro Trophy. Der Corona-Krise zum Trotz gingen immerhin 23 Junioren aus elf Ländern an den Start. Als bester Deutscher und Meisterschaftsdritter reiste auch der dreizehnjährige RS Competition Pilot Valentin Kluss an die Adria-Küste. Dem frisch gebackenen RMC-Germany Champion ging es vor allem darum, die zuletzt auch auf internationaler Bühne gezeigte starke Performance zu bestätigen und den dritten Platz in der europäischen Rangliste zu festigen.
„Nachdem ich meine Saisonziele erreicht habe, freue ich mich darauf ohne jeden Druck auf einer mir völlig unbekannten Strecke gegen starke Konkurrenz Rennen zu fahren,“ erläuterte Kluss seine Einstellung zu der anstehenden Herausforderung.
Bereits in den freien Trainingssitzungen wurde deutlich, dass Kluss zum Favoritenkreis um den Sieg gehört. Nach einem schwierigen, verregneten Qualifying konnte Kluss bereits einen der drei Heats für sich entscheiden und sicherte sich für das erste Finale am Sonntag einen aussichtsreichen dritten Startplatz.
Nach packenden Positionskämpfen im hart umkämpften Spitzenfeld und zahlreichen Führungswechseln errang der Bad Mergentheimer Junior-Pilot im ersten Finale den zweiten Platz, so dass er das abschließende zweite Finale aus der ersten Startreihe in Angriff nehmen konnte.
Auf der Außenbahn startend fiel der Youngster zunächst einige Plätze zurück, was ihn jedoch nicht davon abhielt bereits nach wenigen Runden in Führung zu gehen. Wie schon im ersten Finale, wurde im Spitzenfeld mit Härte und Raffinesse um jeden Zentimeter gekämpft, so dass die Führung nicht von Dauer war. Nach spektakulären Zweikämpfen ging Kluss im Windschatten des Zweitplatzierten in die letzte Runde. Trotz konsequenter Kampflinie des Konkurrenten gelang Kluss noch kurz vor der Zielflagge ein folgenreiches Überholmanöver und überquerte erneut als Zweiter die Ziellinie. Bitter: Eine leichte Berührung des Frontspoilers am Heck des Konkurrenten führte zu einer der gefürchteten „Spoilerstrafen“. Die daraus folgende Zeitstrafe von fünf Sekunden bedeutete eine Rückstufung bis auf P11 und mit Rang 4 in der Tageswertung auch den Verlust des sicher geglaubten Podestplatzes.
„Natürlich war ich erst tief enttäuscht, dass ich mir mit diesem letzten Manöver das Podium vermasselt habe. Trotzdem war es ein klasse Wochenende. Ich habe viel Lob für meine Performance bekommen, auch wenn ich am Ende nicht belohnt wurde. Am wichtigsten war, dass ich meinen dritten Rang in der Euro Trophy bestätigen konnte,“ resümierte Kluss.
Am Dienstag folgte die schon befürchtete Nachricht, dass die vierte und letzte Runde der Rotax Euro Trophy im belgischen Genk angesichts der jüngsten Corona-Entwicklung nicht mehr ausgetragen wird. Damit gilt der Tabellenstand als Endstand der Euro-Trophy. Kluss: „Natürlich bin stolz, die Top Drei in der Euro Trophy erreicht zu haben. Gerne hätte ich aber auch in Genk nochmal angegriffen. Jetzt freue ich mich das Weltfinale in Portugal, das hoffentlich nicht auch abgesagt wird.“