5. September 2018, 18:19 | Autor: Timo Deck

Wittgenborn ist am kommenden Wochenende (1. und 2. September 2018) das Reiseziel der ROTAX MAX Challenge Germany. Auf dem rund 400 Meter hoch gelegenen Vogelsbergring läutet Deutschlands teilnehmerstärkste Single-Brand-Serie mit dem vierten von fünf Rennen den Saisonendspurt ein. Über 110 Fahrinnen und Fahrer werden für das Halbfinale auf dem 1.038 Meter langen Kurs erwartet. Für Spannung ist besonders im Hinblick auf die Meisterschaft gesorgt, denn in keiner der sechs Klassen ist bislang eine Vorentscheidung gefallen. Allerdings könnte sich das beim Gastspiel in Hessen ändern …

Im Feld der Jüngsten, den Mircos, reist Max Reis (Nees Racing) als Gesamtführender an. Der Youngster dominierte die Saisonhalbzeit mit einem fulminanten Dreifachsieg und sicherte sich damit einen respektablen Meisterschaftsvorsprung. Doch ausruhen kann er sich darauf nicht. Die direkten Verfolger Rafael Baltzer und Enrico Förderer (beide Beule Kart Racing Team) haben dieses Jahr schon Laufsiege gefeiert und wollen die Lücke zur Tabellenspitze schließen.

Bei den Minis hat sich Farin Megger (Kartschmie.de) als Titelfavorit herauskristallisiert. Der Mach1-Pilot hat sich von Rennen zu Rennen gesteigert und mittlerweile drei Laufsiege auf seinem Konto. Dennoch ist der Tabellenführer nicht der einzige Siegaspirant. Auch Valentin Kluss (Nees Racing Team) und Nikita Gense (Beule Kart Racing Team) waren bereits jeweils dreimal siegreich und werden Megger das Leben sicherlich schwer machen wollen.

Auf ein Duell wird man sich bei den Junioren freuen dürfen: Ben Dörr (Dörr Motorsport) und Vincent France (JJ Racing) liefern sich hier seit Jahresbeginn einen Kampf um die Gesamtführung, der noch lange nicht entschieden ist. Derzeit führt Dörr gerade einmal mit elf Punkten Vorsprung, was bei maximal 75 zu holenden Zählern pro Wochenende, nicht der Rede wert ist. Im Schatten der beiden Duellanten darf man aber auch die Verfolger nicht vergessen: Die letztjährigen Mini-Piloten Linus Hensen (Kartschmie.de) und Giannis Andrisani (RS Competition) sind spätestens nach ihren ersten Junioren-Siegen in Oppenrod ernstzunehmende Gegner in der Klasse. Auch Finn Gehrsitz (JJ Racing) sollte man im Endspurt der Meisterschaft nicht abschreiben.

Überraschend klare Verhältnisse herrschen im vollbesetzten Feld der Senioren. Trotz einer enormen Ausgeglichenheit führt hier eindeutig Phil Dörr (Dörr Motorsport). Obwohl der Butzbacher eine komplette Nullnummer in Kerpen kassierte, liegt er mit fünf Siegen deutlich an der Spitze der Meisterschaft. Wenn im Endspurt auch noch die Streichergebnisse an Bedeutung gewinnen, dürfte der KR-Pilot ebenfalls alle Trümpfe in der Hand haben. Folglich könnte die Station in Wittgenborn für Dörrs Kontrahenten die letzte Möglichkeit bieten, das Blatt doch noch zu wenden. Andre Walter (Kart Performance Racing), Jan Heinen (3G Racing) und Fabian Bock (Woik Motorsport) müssen voll auf Angriff setzen, sofern sie noch eine Chance im Titelkampf haben wollen.

Bei den „Alten Herren” der DD2-Masters-Piloten hat sich Michael Becker (RS Competition) still und heimlich an die Tabellenspitze geschoben. Nach einem langersehnten Sieg zur Halbzeit in Oppenrod ist der Hagener plötzlich voll im Titelrennen und kann sich durchaus Hoffnungen auf seine erste RMC-Krone machen. Aber das ist noch ein weiter Weg und mit den Altmeistern Thomas Piert (Praga Official Racing Team Germany) und Thomas Schumacher (Kartsport Klimm) liegen gleich zwei ehemalige Champions in Schlagdistanz. Auch der letztjährige RMC-Open-Gewinner Patrick Weinstock (FM Racing) kommt nach einem verhaltenen Saisonstart immer besser in Fahrt und hat den Gesamtsieg noch nicht abgeschrieben.

Eine Vorentscheidung könnte in der DD2-Klasse fallen. Niklas Gränz (Nees Racing) gewann acht der bisherigen neun Wertungsläufe und liegt nahezu uneinholbar in Front. Sollte der Maranello-Pilot in Wittgenborn keinen unvorhersehbaren Rückschlag erleben, ist ihm die Meisterschaft nicht mehr zu nehmen. Einzig Max Fleischmann (FM Racing) kann dem Gesamtführenden überhaupt noch gefährlich werden, was bei 70 Punkten Rückstand aber auch einer gehörigen Portion Glück bedarf.

Für alle Daheimgebliebenen bietet die RMC Germany eine umfassende Live-Berichterstattung. Das Qualifying und alle drei Rennläufe gibt es im umfassenden Video-Stream. Im eigenen Youtube-Channel sowie auf der offiziellen RMC-Facebook-Fanpage (facebook.com/rmcgermany) wird es ein breites und unterhaltsames Angebot geben, bei dem jeder auf seine Kosten kommt.