Möhring sorgt für deutschen WSK-Erfolg
Keserovic und Frey setzen weitere deutsche Akzente
Mit einem deutschen Erfolg startete am vergangenen Wochenende der WSK Final Cup 2026 in Franciacorta. Rund 300 Fahrerinnen und Fahrer aus 56 Nationen sorgten beim ersten von drei Läufen für ein internationales Feld. In den Klassen MINI U10, MINI Gr.3, OK-N Junior, OK-N, OK Junior und OK wurden die ersten Punkte im Kampf um die Meisterschaft vergeben. Das große Highlight aus deutscher Sicht setzte Henri Möhring: Der Youngster gewann das Finale der OK-N Junior in einem Fotofinish mit nur einer Tausendstelsekunde Vorsprung. Auch Edin Keserovic, Leonard Frey und weitere deutsche Fahrer zeigten starke Leistungen.
OK-N: Burns übernimmt nach starkem Wochenende die Spitze
Für eine erste Überraschung sorgte Matteo Peruccio (Zanchi Motorsport) bereits im Qualifying der OK-N. Der Italiener fuhr in 47.765 Sekunden auf die Pole-Position und setzte sich knapp gegen Nicolas Marchesi (Team Driver) und Jenson Eric Burns (Tony Kart Racing Team) durch. Nur 0.104 Sekunden trennten Burns auf Rang drei von der Bestzeit. Ebenfalls in Schlagdistanz lagen Cristian Blandino und der frisch gekürte WSK-Euro-Series-Sieger Andrea Giudice.
Auch in den Heats behauptete Peruccio seine starke Form. Mit einem Sieg und zwei weiteren Top-Ergebnissen führte er das Zwischenklassement nach den Vorläufen an. Burns gewann sogar zwei Heats, musste durch einen Ausfall im zweiten Lauf allerdings einen Rückschlag in der Gesamtwertung hinnehmen. Matteo Melis, Rayan Carre und Iven Ammann mischten ebenfalls im Vorderfeld mit.
Im Prefinale drehte Burns den Spieß um. Der Australier setzte sich vor Peruccio und Lorenzo D’Amico durch und sicherte sich damit die Pole-Position für das Finale. Dort ließ Burns von Beginn an keine Zweifel aufkommen. Er gewann den Start, setzte sich an die Spitze und gab die Führung über die gesamte Distanz nicht mehr ab.
Hinter ihm arbeitete sich Tudor Jercan (Gulstar Racing) auf Rang zwei nach vorne, während Iven Ammann (Innovate Competition) das Podium als Dritter komplettierte. Eine starke Aufholjagd zeigte Titelverteidiger Marchesi, der zehn Positionen gutmachte und Vierter wurde. Peruccio musste sich nach seinem starken Auftakt mit Rang fünf zufriedengeben.
Aus deutscher Sicht überzeugte Leonard Frey (KB Racing Experience). Er schloss den Endlauf auf einem starken 13. Platz ab.
Meisterschaftsstand OK-N
1. Jenson Eric Burns (110 Punkte)
2. Matteo Peruccio (56 Punkte)
3. Tudor Jercan (54 Punkte)
OK-N Junior: Möhring gewinnt Fotofinish – Keserovic mit starker Aufholjagd
Die OK-N Junior stellte mit zehn Heats die umfangreichste Qualifikationsphase des Wochenendes. Im Zeittraining war zunächst Luigi D’Ascoli (Modena Kart) das Maß der Dinge. Der Italiener setzte in 48.479 Sekunden die Bestzeit vor Robert Pulbere und Lorenzo Leopardi.
Henri Möhring (KR Motorsport) folgte als Vierter und arbeitete sich in den Heats nach vorne. Schon am Freitag setzte der Deutsche mit einem Heatsieg ein erstes Ausrufezeichen. Auch im weiteren Verlauf ließ er nichts anbrennen und gewann insgesamt drei Vorläufe. Damit lag Möhring nach den Heats punktgleich mit Victor Gorun an der Spitze des Zwischenklassements. D’Ascoli folgte dahinter, während Abraham Schelvis Moron, Pulbere, Mattis Brageot und Antoni Ociepa ebenfalls vorne mitmischten.
In den Prefinals ging der erste Sieg an Gorun vor D’Ascoli und Enea Daniele Pezzutto. Prefinal B gewann Schelvis Moron vor Brageot und Möhring. Der Deutsche ging damit aus einer guten Ausgangslage in das Finale.
Dort entwickelte sich eines der spannendsten Rennen des gesamten Wochenendes. Zur Rennmitte übernahm Möhring die Führung, konnte sich aber zu keinem Zeitpunkt entscheidend von seinen Verfolgern absetzen. Pulbere und Schelvis Moron blieben bis zur letzten Kurve in direkter Schlagdistanz. Entsprechend knapp fiel die Entscheidung: Möhring rettete einen Vorsprung von gerade einmal 0.001 Sekunden über die Ziellinie und feierte damit einen vielumjubelten deutschen WSK-Sieg. Schelvis Moron folgte nur 0.083 Sekunden hinter dem Sieger als Dritter. D’Ascoli und Ociepa komplettierten die Top-Fünf.
Ebenfalls eine starke Vorstellung zeigte Edin Keserovic (Team Driver Racing Kart). Nach einem schwierigen Zeittraining und nur Platz 56 kämpfte sich der Deutsche im Verlauf des Wochenendes kontinuierlich nach vorne. Als 27. zog er in das Finale ein und legte dort noch einmal nach: Mit einer weiteren Aufholjagd arbeitete sich Keserovic bis auf Rang 17 vor. Ben Özdemir (Novalux SRL) schaffte ebenfalls den Sprung in das Finale. Für ihn endete der Endlauf jedoch bereits vor dem eigentlichen Start, womit ein mögliches Ergebnis ausblieb.
Mit seinem Sieg übernimmt Möhring nach dem Auftakt auch die Führung in der Gesamtwertung.
Meisterschaftsstand OK-N Junior
1. Henri Möhring (90 Punkte)
2. Abraham Schelvis Moron (78 Punkte)
3. Luigi D’Ascoli (59 Punkte)
MINI U10: Miras Y Munoz gewinnt – Strafe wirbelt Ergebnis durcheinander
Bei den jüngsten Fahrern setzte Leo Simone (Parolin Motorsport) im Qualifying die erste Bestmarke. Der Kanadier fuhr in seiner Session 55.124 Sekunden und verwies Johan Berger sowie Jack Wolff auf die weiteren Positionen. In der zweiten Gruppe war Mason Brody der Schnellste vor Max Zvarich und Zayne Burgess.
In den Heats schlug dann Burgess zurück. Der US-Amerikaner gewann alle drei Vorläufe und setzte sich damit souverän an die Spitze des Zwischenklassements. Simone bestätigte seine starke Form mit zwei Siegen, während Zev Godschalk ebenfalls konstant vorne dabei war. Für Wolff verlief die Qualifikationsphase dagegen schwieriger, nachdem ihn ein Ausfall im dritten Heat zurückwarf.
Die beiden Prefinals gingen an Jayden Francisco und Sasha Miras Y Munoz. Francisco setzte sich in seinem Lauf vor Giovanni Ventorino und Burgess durch, während Miras Y Munoz Prefinal B vor Zvarich und Ilan Timotin gewann.
Im Finale entwickelte sich erneut ein enger Schlagabtausch. Miras Y Munoz setzte sich zunächst gegen Burgess durch und überquerte als Sieger die Ziellinie. Nach der Podiumszeremonie erhielt Burgess jedoch zwei Strafen und fiel bis auf Platz 19 zurück. Dadurch rückte Pole-Setter Simone auf Rang zwei vor, Oliver Weytjens erbte den dritten Platz. Francisco wurde Vierter vor Zvarich und Berger.
Meisterschaftsstand MINI U10
1. Sasha Miras Y Munoz (100 Punkte)
2. Leo Simone (58 Punkte)
3. Mason Brody (49 Punkte)
MINI Gr.3: El Gahoudi setzt sich durch
Auch in der MINI Gr.3 war die Leistungsdichte bereits im Qualifying hoch. Alfie Richard Mair (Tony Kart Racing Team) setzte in der ersten Gruppe die Bestzeit, wurde im zweiten Durchgang allerdings noch von Fadhl Wibowo (BabyRace) unterboten. Der Indonesier fuhr in 54.733 Sekunden auf die Pole-Position. Adam Pirvu und Selim Kose Osman folgten in seiner Gruppe auf den weiteren Positionen. WSK-Super-Master-Series-Champion Zane Pace musste nach einer Strafe von weit hinten in die Heats starten.
Dort verschob sich das Kräfteverhältnis deutlich. Nahyl El Gahoudi (BabyRace) arbeitete sich mit zwei Siegen bis an die Spitze des Zwischenklassements. Auch Ghazi Almekdad gewann zwei Läufe und folgte als direkter Verfolger. Lenox Lockhart, Cees Muijs, Pedro Cueto und Mair gehörten ebenfalls zur Spitzengruppe, während Pole-Setter Wibowo nach den Heats zurückfiel.
Die Prefinals gingen an El Gahoudi und Mair. Der Marokkaner setzte sich in seinem Lauf vor Lockhart und Alexandr Machac durch, Mair gewann Prefinal B vor Theo Steindal und David Johannes Aagten.
Im Finale blieb El Gahoudi der bestimmende Fahrer. Er setzte sich in einem engen Rennen gegen Steindal durch und gewann mit 0.629 Sekunden Vorsprung. Muijs komplettierte als Dritter das Podium, Andrea Buffo folgte auf Rang vier vor Aagten.
Nach dem Rennen wurde jedoch eine technische Unregelmäßigkeit am Kart des Siegers beanstandet. Ein Konkurrent legte Protest ein, weshalb das Ergebnis zunächst unter Vorbehalt geführt wird.
Meisterschaftsstand MINI Gr.3
1. Nahyl El Gahoudi (111 Punkte)
2. Theo Steindal (72 Punkte)
3. Lenox Lockhart (51 Punkte)
OK Junior: Perico dreht nach schwierigeren Heats auf
In der OK Junior begann das Wochenende ganz nach dem Geschmack von Niccolò Perico (KR Motorsport). Der Italiener, der 2025 noch den WSK Final Cup in der MINI Gr.3 gewann und mittlerweile in die OK Junior aufgestiegen ist, sicherte sich mit 48.080 Sekunden die Pole-Position. Nur 0.087 Sekunden dahinter folgte Daniel Miron Lorente (Fusion Motorsport), Liam Nachawati wurde Dritter. In der zweiten Gruppe setzte Vsevolod Osadchyi-Suslovskyi die Bestzeit vor Julian Frasnelli und Jarlath Sayer.
In den Heats musste Perico zunächst einen Rückschlag verkraften. Ein Ausfall im ersten Vorlauf warf ihn zurück, zwei anschließende Siege brachten ihn aber wieder bis auf Rang fünf des Zwischenklassements. Die Spitze übernahm Sayer mit zwei Laufsiegen und einem zweiten Platz. Frasnelli und Osadchyi-Suslovskyi gehörten ebenfalls zu den stärksten Fahrern.
Die Prefinals brachten weitere Verschiebungen. Miron Lorente gewann Prefinal A vor Perico und Zdenek Babicek, während Frasnelli den zweiten Lauf vor Antonio Pizzonia und Miguel Manzano Suarez für sich entschied.
Im Finale war von den vorherigen Schwierigkeiten Pericos nichts mehr zu sehen. Der Italiener übernahm die Kontrolle und setzte sich deutlich von der Konkurrenz ab. Nach 16 Runden gewann er mit mehr als zwei Sekunden Vorsprung vor Miron Lorente. Sayer komplettierte das Podium als Dritter, gefolgt von Henri-Constantin Kumpen und Babicek.
Drei deutsche Fahrer stellten sich der starken internationalen Konkurrenz. Max Felde (Ward Racing) schaffte den Sprung in den Endlauf und wurde dort 23. Carlos Nees feierte sein Debüt für Energy Corse und qualifizierte sich ebenfalls für das Finale, musste dieses jedoch vorzeitig mit einem Ausfall beenden. Für Tiberius Müller (Beyond Racing Team) endete das Wochenende bereits vor dem Finale, nachdem er den Sprung unter die besten 36 verpasste.
Meisterschaftsstand OK Junior
1. Niccolò Perico (97 Punkte)
2. Daniel Miron Lorente (83 Punkte)
3. Jarlath Sayer (50 Punkte)
OK: Krutogolov übernimmt früh das Kommando
Extrem eng ging es im Qualifying der OK-Klasse zu. Ilie Tristan Crisan (Tony Kart Racing Team) und Manuel Scognamiglio (Pantano by DAM) fuhren mit 47.044 Sekunden exakt die gleiche Bestzeit. Erst die zweitbeste Runde entschied zugunsten von Crisan, der damit die Pole-Position erhielt. Benjamin Manach lag lediglich acht Tausendstelsekunden hinter Scognamiglio, Lev Krutogolov fehlten in seiner Gruppe nur 0.016 Sekunden auf die Bestzeit.
In den Heats rückte Krutogolov immer stärker in den Mittelpunkt. Ohne einen einzelnen Laufsieg zu benötigen, brachte ihn die Kombination aus einem dritten und zwei zweiten Plätzen an die Spitze des Zwischenklassements. Lamberto Ferrari, Manach und Valerio Viapiana folgten dahinter. Crisan gewann zwei Heats und lag auf Rang fünf, während Martina Rumlenova bereits im ersten Lauf mit einem Sieg für eine Überraschung sorgte.
Krutogolov bestätige im Prefinale seine starke Form und gewann vor Crisan und Manach. Damit war die Ausgangslage für den Endlauf klar. Dort setzte der Ukrainer sein Wochenende konsequent fort. Krutogolov kontrollierte das Finale und fuhr einen souveränen Sieg mit mehr als zwei Sekunden Vorsprung ein. Crisan wurde Zweiter, Manach komplettierte das Podium auf Rang drei. Ferrari folgte als Vierter vor Arata Endo.
Mit Julius Berthold (Team Driver Racing Kart) war auch ein deutscher Fahrer vertreten. Er beendete das Finale auf Rang 27 und sammelte damit wertvolle internationale Rennerfahrung in der hochkarätig besetzten OK-Klasse.
Meisterschaftsstand OK
1. Lev Krutogolov (111 Punkte)
2. Ilie Tristan Crisan (77 Punkte)
3. Benjamin Manach (59 Punkte)
Mit dem Auftakt in Franciacorta ist der WSK Final Cup erfolgreich in seine 15. Saison gestartet. Vom 18. bis 22. November gastiert das Championat in Lonato, ehe nur eine Woche später vom 25. bis 29. November in Viterbo die finalen Titelentscheidungen fallen. Ab Lonato ergänzt zudem die KZ2 das Teilnehmerfeld.


