Der erste Schlagabtausch in der SKM

3. April 2017, 14:05 | Autor: Markus Lehner
Der erste Schlagabtausch in der SKM

Am vergangenen Wochenende fand auf italienischem Boden auf der internationalen Rennstrecke von Sette Laghi bei Pavia der Saisonstart zur autobau Schweizer Kartmeisterschaft (SKM) statt. Fast 100 Fahrer und Fahrerinnen kämpften in den fünf Klassen um die ersten Meisterschaftspunkte. Erstmals wurden die Finalläufe per Live-Stream live im Internet übertragen. Die Sieger: KZ2-Schaltkarts: Loic Vindice (GSK/TM); OK Senior: Samuel Weibel (Exprit/Vortex); IAME X30 Challenge Switzerland: Patrick Näscher (Mach1/Iame); IAME X30 Junior: Mike Müller (Swiss Hutless/Iame); Supermini: Elia Sperandio (Praga/Parilla).

Die autobau Schweizer Kart-Meisterschaft (SKM) startete traditionell am vergangenen Sonntag auf der internationalen Strecke 7Laghi in Castelletto di Branduzzo bei Pavia in Italien. Alle fünf Meisterschafts-Klassen – KZ2-Schaltkarts, OK Senior, Iame X30 Challenge Switzerland, Iame X30 Junior und Supermini – bestritten je zwei Vorläufe und ein Finale am Sonntagnachmittag. Während die beiden Vorläufe von wechselhaften Wetterbedingungen geprägt waren, konnten alle Finalrennen – die per Live-Stream erstmals auch aus der Schweiz direkt mitverfolgt werden konnten – auf trockener Strecke durchgeführt werden.

KZ2-Schaltkarts: Champion Loic Vindice setzt sich durch

Die mit annähernd 50 PS starken Motoren und bis zu 160 km/h schnellen, aggressiven Flitzer mit 6-Gang-Handschaltung gelten als Königsklasse im nationalen und internationalen Kart-Rennsport. Vorjahresmeister Loic Vindice (GSK/TM, Nr. 1) fuhr in Pavia auch nach seinem Markenwechsel stark und teilte sich die Vorlaufsiege mit Nicolas Rohrbasser (Kosmic/TM, Nr. 22). Im mit Spannung erwarteten Finale überschlugen sich die Ereignisse: Bereits in der ersten Kurve kollidierten diverse Gegner, die schnelle Isabelle von Lerber (Swiss Hutless) fiel bis an den Schluss des Feldes zurück. Auch der Schnellste des Zeittrainings, André Reinhard (CRG/TM), fiel nach einem Rempler eines Gegners aus einer Spitzenposition zurück. Doch der Höhepunkt des Rennens war der Zusammenprall der beiden Führenden Vindice und Rohrbasser, wobei letzterer in die Wiese geriet und via eine Abkürzung wieder auf die Strecke zurückkam, was von der Jury nach dem Rennen mit der Disqualifikation bestraft wurde. „Schade, dass es so enden musste, bis zu diesem Zeitpunkt war es harter, aber fairer Kampf“, erklärte Vindice, der sich dieses Jahr auf die französische Meisterschaft konzentriert und nur sporadisch in der SKM auftreten wird. Durch die Disqualifikation von Rohrbasser rutschte Klassenneuling Norick Lehner (Praga/Parilla) vom dritten auf den zweiten Platz nach vorn. „Ich habe in meinem ersten KZ2-Rennen auf einen Top-10-Platz gehofft, aber dass ich gleich auf dem Podest stehen würde, hätte ich nie zu träumen gewagt“, freute sich Lehner. Der Teamkollege des Siegers, Quentin Voria (GSK/TM), kam als Dritter aufs Podest.

Finale: 1. Loic Vindice (GSK/TM); 2. Norick Lehner (Praga/Parilla); 3. Quentin Voria (GSK/TM) ; 4. Dominik Weibel (Exprit/Vortex); 5. Philipp Kissling (DR/TM).

OK Senior: Viel Action und drei verschiedene Laufsieger

Die Klasse der leistungsstarken OK-Senior-Karts mit Direktantrieb, ohne Vorderradbremsen und mit 150 kg Mindestgewicht hat sich im zweiten Jahr etabliert. Ein stattliches Fahrerfeld mit einigen renommierten Namen bot in Pavia spannenden Sport. Die beiden pfeilschnellen Pascal Von Allmen (Sodi/TM) und Yannik Klaey (Alonso/Vortex) gewannen zwar je einen Vorlauf, hatten aber im jeweils andern technische Probleme. Klaey fiel auch im Finale mit Motorschaden aus, Von Allmen musste sich im Finale dem 15 Jahre jungen Samuel Weibel geschlagen geben und erst noch seinen zweiten Platz gegen den heftig angreifenden Alessandro Felber (Praga/Parilla) verteidigen. Von Allmen und Felber krachten sogar zusammen, konnten aber beide weiterfahren und die Ränge 2 und 3 ins Ziel retten. Sieger Weibel lachte im Ziel: „Ob ich den Titel will? Klar – den Weltmeistertitel! Das ist mein ganz grosses Ziel. Aber der Schweizer Meistertitel müsste wohl schon zuerst her…“

Finale: 1. Samuel Weibel (Exprit/Vortex); 2. Pascal Von Allmen (Sodi/TM); 3. Alessandro Felber (Praga/Parilla); 4. Ilia Drovossekov (Tony Kart/Vortex); 5. Arthur Froté (Swiss Hutless/TM).

Iame X30 Challenge Switzerland: Favorit Patrick Näscher setzt sich durch

Bei den X30-Senioren (ab 15 Jahren) haben die Top-3 von 2016 in höhere Klassen gewechselt (Meister Norick Lehner zu den KZ2-Schaltkarts, Hicham Mazou und Alessandro Felber in die OK-Senior-Klasse). Damit gilt der letztjährige Viertklassierte, der erfahrene Patrick Näscher (Mach1) klar als Titelfavorit. Näscher wurde zwar seiner Favoritenrolle gerecht und siegte in allen drei Rennen, doch der aufstrebende Steven Planchamp (Kosmik) liess sich nie distanzieren und kam in allen drei Rennen knapp hinter dem Sieger ins Ziel. „Natürlich lief es optimal für mich“, freute sich Näscher, „aber vor allem im Finale musste ich hart kämpfen, um Planchamp und auch den Dritten Dario Stanco hinter mir zu halten. Klar will ich den Titel, aber die Saison ist noch lang. Die beiden Gaststarter aus Frankreich vor mir liess ich in allen drei Rennen in Ruhe, sie waren ja nicht punkteberechtigt.“

Finale: 1. Hugo Arnaud (F, Sodi/Iame), 2. Patrick Näscher (Mach1/Iame); 3. Steven Planchamp (Kosmic/Iame); 4. Dario Stanco (PCR/Iame); 5. Elliott Shaw (Exprit/Iame).

Iame X30 Junior: Mike Müller will den Titel

Zuerst sah es danach aus, als würde Vorjahresmeister Savio Moccia (Tony Kart) bei den X30-Junioren (12 bis 15 Jahre) erneut den Ton angeben. Doch trotz der Bestzeit im Qualifying kam er im ersten Rennen nur auf Rang 4 hinter Miklas Born (Exprit), Mike Müller (Swiss Hutless) und Samir Ben (Swiss Hutless) ins Ziel. Denn zweiten Lauf auf nasser Strecke gewann Moccia überlegen, doch im Finale musste er zuerst Müller ziehen lassen und sich dann am Ende auch noch Born beugen. Sieger Müller war entsprechend zufrieden: „Ein optimaler Saisonbeginn für mich mit zwei zweiten Plätzen und dem Sieg im Finale. Mein Ziel dieses Jahr ist ganz klar der Titel.“

Finale: 1. Mike Müller (Swiss Hutless/Iame); 2. Miklas Born (Exprit/Iame);
3. Savio Moccia (Tony Kart/Iame); 4. Alessio Fagone (Exprit/Iame); 5. Antonio Lagrotteria (Exprit/Iame).

Super Mini: Elia Sperandio siegt klar

Bei den Jüngsten (ab 8 bis 13 Jahre) war Praga-Pilot Elia Sperandio das Mass der Dinge. Der St. Galler gewann einen Vorlauf, wurde im andern Zweiter hinter Michael Sauter und zog im Finale schon frühzeitig seinen Gegnern davon. „Ich habe rasch gemerkt, dass ich vorne wegfahren konnte, aber ich gab bis zum Schluss Vollgas, um nicht die Konzentration zu verlieren“, freute sich Sperandio im Ziel. Hinter Sperandio boten die beiden Kosmic-Fahrer Shannon Lugassy und Hugo Giraud einen prächtigen Zweikampf, den Lugassy am Ende für sich entscheiden konnte.

Finale: 1. Elia Sperandio (Praga/Parilla); 2. Shannon Lugassy (Kosmik/LKE);
3. Hugo Giraud (Kosmic/TM); 4. Michael Sauter (Top Kart/Parilla); 5. Kayla Toni Naude (Exprit/TM).

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