FIA beschließt Abdeckung für Hinterräder
Arrive-and-Drive EM wird gekürzt
Der FIA World Motor Sport Council hat im Rahmen seiner ersten Sitzung des Jahres 2026 zentrale Entscheidungen für den internationalen Kartsport getroffen. Die Sitzung fand am 26. März per Videokonferenz statt und markierte zugleich den Auftakt der neuen Amtsperiode nach der Wiederwahl von FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem. Im Fokus standen insbesondere Anpassungen der Arrive-and-Drive-Struktur, technische Weiterentwicklungen sowie Maßnahmen zur weiteren Öffnung des Sports.
Arrive-and-Drive-Formate neu strukturiert
Für die 2026 eingeführten Arrive-and-Drive-Meisterschaften wurde eine überarbeitete Struktur beschlossen. Ziel ist es, den Zugang weiter zu erleichtern und gleichzeitig die internationale Vergleichbarkeit zu stärken. Die Europameisterschaft wird nicht wie ursprünglich geplant über mehrere Veranstaltungen ausgetragen, sondern findet nun als Einzelevent vom 17. bis 19. Juli im polnischen Słomczyn statt.
Auch auf anderen Kontinenten treibt die FIA das Format voran. Die südamerikanische Meisterschaft wird vom 2. bis 4. Oktober 2026 im brasilianischen Imperatriz ausgetragen, vorbehaltlich der finalen Streckenhomologation. Alle drei kontinentalen Meisterschaften dienen als Qualifikationsplattform für den Arrive-and-Drive World Cup am Saisonende. Als einheitlicher Chassislieferant wurde erneut die OTK Group bestätigt, die bereits beim World Cup 2025 in Malaysia zum Einsatz kam.
Technische Anpassungen am Heckschutzsystem
Neben strukturellen Änderungen wurden auch technische Weiterentwicklungen beschlossen. Im Mittelpunkt steht das sogenannte Anti-Launch-System am Heck, das künftig in allen FIA Karting Wettbewerben verpflichtend eingesetzt wird. Nach ersten Einsätzen im Jahr 2025 wurde das System für 2026 weiterentwickelt und erhält nun eine homologierte Freigabe.
Neu ist unter anderem, dass das Bauteil künftig eine vertikale Beweglichkeit von bis zu vier Millimetern aufweisen darf. Damit reagiert die FIA auf Rückmeldungen von Teams und Herstellern, um zusätzliche Abstimmungsmöglichkeiten am Chassis zu schaffen. Gleichzeitig wurde die maximale Bodenfreiheit für betroffene Kartklassen von 60 auf 80 Millimeter angehoben. Auch das Mindestgewicht der Bauteile wurde angepasst.
Die Einführung erfolgt schrittweise: Ab dem 1. April 2026 ist das System in allen FIA Karting Wettbewerben sowie internationalen Events mit CIK-FIA-homologierten Motoren verpflichtend. Ab 2027 gilt die Regelung für sämtliche Veranstaltungen im internationalen Rennkalender.
Neuer Sitz für Fahrer mit Einschränkungen zugelassen
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Thema Inklusion. Der Weltrat genehmigte erstmals einen speziellen Kart-Sitz mit integriertem Überrollbügel, der Fahrern mit körperlichen Einschränkungen die Teilnahme am Rennbetrieb erleichtern soll. Der Sitz erfüllt die Anforderungen der FIA-Richtlinien für Fahrer mit Behinderungen und wurde nach dem Standard 8873-2018 homologiert.
Die Konstruktion basiert auf einer verstärkten Glasfaserstruktur und verfügt über zusätzliche Befestigungspunkte zur sicheren Fixierung des Oberkörpers. Entwickelt wurde das System unter anderem von FIA-Kommissionsmitglied Fabio Visentin in Zusammenarbeit mit dem Hersteller Vita Carbon und der FIA-Sicherheitsabteilung.


