7. Juni 2018, 10:36 | Autor: Fast-Media - Luca Köster

Zu viele unterschiedliche Klassen auf der Welt

Der ehemalige Formel 1-Fahrer Felipe Massa präsentierte kürzlich seine Einstellungen und Denkansätze hinsichtlich der Entwicklung des Kartsports auf weltweiter Ebene. In einem Interview mit den Kollegen von Autosport sprach der CIK FIA-Präsident über die derzeitigen Verhältnisse innerhalb der Kart-Szene und gab interessante Einblicke in seine Vorstellungen in Bezug auf den Motorsport der Zukunft.

Nachdem Felipe Massa Ende letzten Jahres sein letztes Formel 1-Rennen in Abu Dhabi bestritt, widmet sich der Brasilianer seit diesem Jahr neuen Aufgaben. Als Präsident der internationalen Kart-Kommission CIK-FIA legt der Ex-Profirennfahrer seinen Fokus nun auf die Nachwuchsförderung und offenbarte im Zuge dessen bei der vergangenen Konferenz auf den Philippinen seine Denkansätze.

„Grundsätzlich besteht meine Philosophie aus Einfachheit.“, erklärte der 37-jährige. „Der Kartsport heutzutage ist in zu viele Klassen mit zu unterschiedlichen Motoren aufgeteilt, was es zukünftig zu ändern gilt. Mein Ziel ist es die einzelnen Motorsportverbände miteinander in Kooperation zu bringen, um für einheitliche Reglements und vergleichbaren Wettbewerb zu sorgen.“

Besonders besorgt zeigte sich Massa im Hinblick auf die Ambitionen vieler Nachwuchsrennfahrer. „Mit Max Verstappen erlebten wir in der Vergangenheit ein Ausnahmetalent mit einem einzigartigen Werdegang bis in die Formel 1.“, hob der F1-Vizeweltmeister der Saison 2008 hervor. Nach nur einem Jahr Automobilsport-Erfahrung stieg der Niederländer direkt in die höchste Motorsportklasse auf – in den Augen Massas kein Grund zur Nachahmung.

„Viele Kinder und deren Väter sehen Verstappens Karriere als Aufforderung möglichst schnell vom Kart – in den Formelsport umzusteigen. Doch meiner Meinung nach ist das nicht der richtige Weg. Kartfahren ist in vielerlei Hinsicht mit der Formel 1 vergleichbar. Reaktionszeiten, Kurvengeschwindigkeiten und G-Kräfte sind nur drei von vielen Gemeinsamkeiten der beiden Kategorien.“, erklärte Massa.

Und genau aus diesen Gründen warnt der Routinier vor übereifrigen Aufstiegen auf der Karriereleiter. Viele Fahrer würden schon in einem zu frühen Stadium über Klassenwechsel nachdenken und sich so in unangemessene Ebenen befördern.

„Letztlich geht es darum den Umstieg zum richtigen Zeitpunkt zu bewerkstelligen und sich währenddessen in ebensolcher Zeit auf die neuen Herausforderungen vorzubereiten. Unter diesen Voraussetzungen wird ein Fahrer out of the box siegfähig sein – und seinem Traum von der Formel 1 vielleicht ein kleines Stückchen näher rücken.“, so Felipe Massa abschließend.