Spannendes ADAC Kart Masters-Finale in Wackersdorf

Goldener Herbst begrüßt 192 Fahrerinnen und Fahrer

29. September 2014, 13:30
Autor: Fast-Media - Björn Niemann | Bilderquelle:
Spannendes ADAC Kart Masters-Finale in Wackersdorf

Das Prokart Raceland Wackersdorf war am vergangenen Wochenende (27.-28. September) Schauplatz des großen Finales im ADAC Kart Masters. 192 Fahrerinnen und Fahrer traten in den Rennen gegeneinander an. Am Abend standen neue und alte Sieger ganz oben auf dem Siegerpodium.

Mit der letzten Saisonveranstaltung in Wackersdorf ging eine erfolgreiche ADAC Kart Masters Saison zu Ende. Durchschnittlich traten an den fünf Rennwochenenden 194 Teilnehmer gegeneinander an. Damit war die Kartrennserie des zweitgrößten Automobilclubs der Welt erneut die stärkste in Deutschland und gilt als Schmiede für den späteren Motorsportnachwuchs.

Auch im oberpfälzischen Wackersdorf waren die Felder der fünf ausgeschriebenen Klassen Bambini, KF Junior, X30 Junior, X30 Senior und KZ2 stark besetzt. Insgesamt gingen 192 Fahrerinnen und Fahrer an den Start. In abwechslungsreichen Rennen machten sie es zum Ende noch einmal spannend und zögerten die Titelentscheidungen heraus. Als neue Meister jubelten Jan Lukas Keil (Bambini), Lirim Zendeli (KF Junior), Marco Pfaff (X30 Junior), Julian Hanses (X30 Senior) und Tom Lorkowski (KZ2).

Das Prokart Raceland bot beste Bedingungen für das Finalwochenende. Ein goldener Herbst bescherte strahlenden Sonnenschein und sommerliche Temperaturen. Einen großen Anklang fand das schon traditionelle Abschlussfest am Samstagabend. Zahlreiche Attraktionen sorgten für Abwechslung und gaben die Möglichkeit, noch einmal das Jahr Revue passieren zu lassen. Für eine reibungslose Organisation sorgten diesmal die Helfer des OC Würzburg e.V. im ADAC.

Bambini: Jan Lukas Keil gewinnt Meisterschaft

Für eine kleine Überraschung sorgte der Berliner Niklas Bienek (ADAC Berlin-Brandenburg e.V.) im Qualifying der Jüngsten – zum ersten Mal durfte er sich über eine Pole-Position freuen. Im Verlauf der Heats musste er jedoch das Feld für Titelaspirant Miroslaw Kravchenko (Krefeld/DS Kartsport) räumen. Mit einem Sieg und einem vierten Platz holte sich der Rheinländer die vorübergehende Führung.

Aus der ersten Startreihe behauptete Kravchenko das erste Rennen. Im Verlauf der zwölf Rennrunden baute er seinen Vorsprung aus und jubelte über seinen vierten Saisonsieg. Deutlich spannender war der Kampf um Rang zwei. Davids Trefilovs (Berlin/TR Motorsport) und der Meisterschaftsführende Jan Lukas Keil (Rommerskirchen/Solgat Motorsport) hingen eng zusammen. Beim Fallen der Zielflagge hatte Trefilovs knapp die Nase vorne und holte sich Rang zwei vor Jan Lukas Keil. Einen packenden Endspurt zeigte Jan David Fusen (Köln/Schwabe Motorsport), in der letzte Runde verbesserte er sich von Platz sechs auf vier. Hinter ihm komplettierte Luke Raspudic-Verleih (Ratingen/TR Motorsport) die Top-Fünf.

Mit nur neun Punkten unterschied gingen Jan Lukas Keil und Miroslaw Kravchenko in das letzte Rennen der Saison. Kravchenko gewann erneut den Start, doch diesmal hingen Jan Lukas Keil und Davids Trefilovs an seiner Stoßstange. Das Trio fuhr rundenlang wie an der Perlenschnur gezogen und Keil war als Zweiter auf Meisterschaftskurs. Kurz vor Rennende kam es jedoch zu einer Kollision – Kravchenko und Trefilovs strandeten in der Wiese und gaben auf. Keil setzte hingegen das Rennen fort, die Rennleitung ahndete das Manöver aber mit einer Zehnsekundenstrafe, der Titel war ihm trotzdem nicht mehr zu nehmen. „Das war keine einfache Saison, die Konkurrenz war äußerst stark. Trotzdem hat es zum Titel gereicht, ich bin sehr glücklich und danke allen für die tolle Unterstützung im Jahresverlauf“, freute sich Keil im Meisterinterview. In der Vergabe des Laufsieges setzte sich am Ende Niklas Bienek gegen Phil Hill (Mülheim/TR Motorsport) durch. Letzterer zeigte eine unglaubliche Aufholjagd, aus der letzten Startreihe pflügte er durch das Feld und fuhr nur knapp am Sieg vorbei. Dritter wurde Hugo Sasse (Dürrröhrsdorf Dittersbach/Meier Motorsport) vor Dominik Müller (Berlin/TR Motorsport) und Paul Enders (Salmtal/Ebert Motorsport).

Meisterschaftsendstand Bambini:
1. Jan Lukas Keil (147 Punkte)
2. Miroslaw Kravchenko (138 Punkte)
3. Phil Hill (125 Punkte)
4. Paul Enders (111 Punkte)
5. Luke Raspudic-Verleih (94 Punkte)

KF Junior: Lirim Zendeli setzt Siegesserie fort

Schon vor den Finalrennen stand Lirim Zendeli (Bochum/KSM Racing Team) als neuer Champion der KF Junior fest, denn sein einziger Kontrahent Jannes Fittje (Langenhain/ADAC Hessen-Thüringen e.V.) war diesmal nicht am Start. Während der Bochumer im Zeittraining nur Siebter war und die Führung an Max Hesse (Wernau/Solgat Motorsport) abgab, rückte er das Bild in den Heats wieder gerade und stand als Polesetter in der Startaufstellung des ersten Finales.

Nach zuletzt drei Doppelsiegen in Folge, ließ Zendeli auch in der Oberpfalz seinen Kontrahenten keine Chance. Erneut siegte er in beiden Rennen und blickt auf eine einmalige Bilanz zurück. In zehn Wertungsläufen, gewann der Tony Kart-Fahrer gleich neunmal und wurde einmal Zweiter: „Das war ein unglaubliches Jahr. Ich hätte zu Beginn nie damit gerechnet, den Titel zu gewinnen. Es war etwas schade, dass Jannes nicht dabei war. Einfach waren die Rennen trotzdem nicht, wir kämpften an allen Tagen mit technischen Problemen und ich musste mich anstrengen, um die Siege nicht zu verlieren“, erklärte Zendeli am Abend.

Als erster Verfolger reihte sich im ersten Rennen Zendeli‘s Teamkollege Mike Beckhusen (Berlin/KSM Racing Team) ein. Die Entscheidung fiel aber erst in den letzten Runden: Carrie Schreiner (Völklingen/Energy Germany) war bis kurz vor dem Ziel Zweite, musste sich am Ende aber dem Berliner beugen. Ebenfalls Hoffnungen auf das Podium hegten der spätere Vierte Felix Arnold (Gorxheimertal/ADAC Hessen-Thüringen e.V.) und Robin Falkenbach (Köln) auf Platz fünf.

Deutlich knapper war die Entscheidung im zweiten Rennen. Diesmal hielt Felix Arnold den Anschluss zum Führenden und setzte sich in der letzten Runde neben Lirim Zendeli. Dabei kam es jedoch zu einer kleinen Kollision wodurch Arnold hinter David Brinkmann (Hallwang/KSM Racing Team) auf Platz drei abrutschte. Als Vierter und Fünfter überquerten Gianni Janzik (Stemwede/TR Motorsport) und Jonathan Judek (im-racing motorsport) die Ziellinie.

Meisterschaftsendstand KF Junior:
1. Lirim Zendeli (245 Punkte)
2. Jannes Fittje (152 Punkte)
3. Gianni Janzik (95 Punkte)
4. Max Hesse (93 Punkte)
5. Carrie Schreiner (91 Punkte)

X30 Junior: Spannende Rennen küren Marco Pfaff zum Champion

Die X30 Junioren machten es bis zum Ende spannend. Vor dem Finalwochenende gab es gleich fünf Titelanwärter, einer davon war Luca Lippkau (Reken/RMW Motorsport). Der Münsterländer hatte als Polesetter die beste Ausgangslage für die Heats. Doch in diesen musste er das Zepter an Luis Glania (Unna/FAE Racing) und Marco Pfaff (Lanzerath/RMW Motorsport) abgeben.

Das Trio gab auch im ersten Rennen den Ton an und löste sich in den ersten Runden von seinen Verfolgern. Kurz vor Rennende kam es zu einer ersten Entscheidung: Luca Lippkau musste mit einem technischen Defekt die Box ansteuern und begrub seine Titelchancen. Damit war Lippkau in guter Gesellschaft, mit Michelle Halder (Meßkirch/Wildkart Racing Team) und Loris Prattes (Neuhemsbach/RMW Motorsport) musste zwei weitere Meisterschaftsfavoriten einen Ausfall verzeichnen. An der Spitze gab es hingegen ein aufregendes Fotofinish, in dem sich Marco Pfaff seinen dritten Saisonsieg holte. Hinter ihm folgte Luis Glania, eine Zehnsekundenstrafe warf ihn jedoch auf Platz vier zurück. Neue Zweite war Vivien Dingert (Sulzbach Saar/CV-Racing Team) vor Maximilian Paul (Dresden/NKS for Racing). Als Fünfter kam Silvan Winzeler (Büsslingen/im-racing motorsport) ins Ziel.

Nach seinem Erfolg im ersten Rennen, ging Marco Pfaff das zweite Finale gelassen an. Der RMW Motorsport-Pilot gewann den Start, ließ zur Halbzeit aber Luis Glania ziehen und beendete das Rennen im Windschatten des Westfalen. Im Ziel war die Freude unglaublich groß: „Ich kann es gar nicht glauben. Nach Ampfing hatte ich nur fünf Punkte und nun bin ich Meister. Danke an RMW Motorsport und Alex Dörfler für die tolle Unterstützung“, strahlte Pfaff. Dritter wurde wiederholt Maximilian Paul gefolgt von Vivien Dingert und Silvan Winzeler. Eine tolle Aufholjagd zeigte Michelle Halder, als Neunte kam sie ins Ziel und wurde noch Gesamtdritte.

Meisterschaftsendstand X30 Junior:
1. Marco Pfaff (140 Punkte)
2. Maximilian Paul (130 Punkte)
3. Michelle Halder (122 Punkte)
4. Luis Glania (114 Punkte)
5. Luca Lippkau (103 Punkte)

X30 Senior: Julian Hanses fährt mit Doppelsieg zum Titel

Julian Hanses (Hilden/MSC Langenfeld e.V.) und Simon Steffen (Minderlittgen/Dischner Racing) reisten als Meisterschaftsfavoriten nach Wackersdorf. Nach dem Zeittraining und den Heats führte Verfolger Simon Steffen das Klassement an. Der Top Kart-Pilot fuhr die Bestzeit im Qualifying und durfte in den Vorläufen einen Sieg und einen zweiten Rang auf seinem Konto verbuchen.

Doch in den Finals schlug die Stunde von Gesamtleader Julian Hanses. Nach vier Runden übernahm er die Führung und verteidigte diese bis zum Fallen der Zielflagge. Verfolger Simon Steffen startete mehrere Überholversuche, musste zum Ende aber auf seine Verfolger Acht geben. Lasse Weis (Peiting-Birkland/MC-Dießen im ADAC) und Emil Sawan Montag (Berlin/ADAC Berlin-Brandenburg e.V.) schlossen die Lücke und Weis übernahm kurzzeitig Position zwei. Bis zum Rennende rückte Simon Steffen das Klassement aber wieder gerade und wurde Zweiter. Der letzte Podestplatz ging an Lasse Weis vor Emil Sawan Montag und Maximilian Huber (Dachau/RL-Competition.com).

Zu einer Neuauflage im Kampf um den Sieg kam es im zweiten Rennen. Julian Hanses und Simon Steffen wechselten gleich mehrmals die Führung und zeigten tollen und fairen Kartsport. Zu Rennmitte wurde das Duo zu einem Quartett, Maximilian Huber und Emil Sawan Montag reihten sich ein und sorgten für eine packende Endphase. Auf den letzten Metern platzierte Steffen noch einmal eine Attacke, jedoch nutzten dabei seine Verfolger eine Lücke und der Pilot aus der Eifel fand sich nur auf Rang vier wieder. Das Podium teilten sich indessen Julian Hanses, Maximilian Huber und Emil Sawan Montag. Auf einem sicheren fünften Platz beendete Aljosha Prothmann (Gröbenzell/RS Motorsport) das Rennen.

In der Meisterschaft stand Julian Hanses mit seinem Doppelsieg als eindeutiger Champion fest: „Ich bin überglücklich. Ein großer Dank an mein ganzes Team und vor allem meinem Vater für die hervorragende Unterstützung. Die heutigen Rennen waren sehr hart aber fair, der Kampf mit Simon hat riesen Spaß gemacht. Im kommenden Jahr geht es bei den Schaltkarts weiter.“

Meisterschaftsendstand X30 Senior:
1. Julian Hanses (190 Punkte)
2. Simon Steffen (140 Punkte)
3. Lasse Weis (120 Punkte)
4. Aljoscha Prothmann (104 Punkte)
5. Emil Sawan Montag (97 Punkte)

KZ2: Tom Lorkowski holt Titel in letzter Minute

Bei den Schaltkarts gab Alexander Schmitz (KSW Racing Team) aus Wesel im Zeittraining und den Heats den Ton. Im ersten Rennen hatte er aus der Pole-Position die besten Karten im Titelrennen. Mit einer souveränen Vorstellung fuhr Schmitz zu Beginn ein kleines Polster heraus. Doch zu Rennende hatte der dreifache Saisonsieger Daniel Stell (Knetzgau/TB Motorsport Racing Team) die größeren Reserven und schloss noch einmal auf. Das finale Manöver blieb dennoch aus: Alexander Schmitz gewann vor Daniel Stell, Toni Wolf (Schönbrunn/SRP Racing Team), Manuel Huber (Loshem/DR Germany) und Paul-Tobias Winkler (Babenhausen/KSM Racing Team). Der Meisterschaftsführende Tom Lorkowski (Rösrath/MAXIM-Recycling-Racing-Sport) hatte in den Vorläufen etwas Pech und ging nur als 20. in das erste Finale. In den 16 Rennrunden fuhr er aber bis auf Rang neun nach vorne und hielt den Titelkampf weiter offen.

Einen perfekten Start in das große Finale legte Daniel Stell hin. Aus der zweiten Startposition preschte er an die Spitze und gab diese nicht mehr her. Alexander Schmitz blieb zwar in Schlagdistanz, zum endgültigen Angriff reichte es für den Niederrheiner aber nicht. Weiter nach vorne fuhr der Dritte im Bunde Tom Lorkowski. Kurz vor Rennende übernahm er den letzten Podestplatz und entschied die Meisterschaft zu seinen Gunsten. „Zu Jahresbeginn war es gar nicht sicher, dass ich wieder fahre. Nur durch meinen Förderer Maxim Recycling war ein Start überhaupt möglich, nun die Meisterschaft zu gewinnen ist einfach unglaublich. Ich bin mehr als zufrieden und widme den Titel meinem Team“, strahlte der frischgebackene Champion im Ziel. Gastpilot David Detmers (Neisiedl/Team MSR Motorsport) kam auf Position vier vor dem Fünften Toni Wolf ins Ziel.

Meisterschaftsendstand KZ2:
1. Tom Lorkowski (165 Punkte)
2. Alexander Schmitz (161 Punkte)
3. Daniel Stell (160 Punkte)
4. Paul-Tobias Winkler (103 Punkte)
5. Toni Wolf (92 Punkte)

Ladies Cup: Michelle Halder setzt sich durch

Zehn Fahrerinnen traten im ADAC Kart Masters Ladies Cup gegeneinander an. Zum Jahresende hatte Michelle Halder die meisten Punkte auf ihrem Konto und behauptete sich gegen Carrie Schreiner und Vivien Dingert.

Mit den letzten Wertungsläufen in Wackersdorf ging eine ausgeglichene ADAC Kart Masters-Saison zu Ende. Für Lars Soutschka, Leiter Motorsport und Klassik, war die Saison 2014 ein voller Erfolg: „Wir haben mit dem ADAC Kart Masters wieder eine perfekte Plattform für den deutschen Motorsportnachwuchs geboten. Die fünf Rennwochenenden waren sehr stark besetzt, das bestätigt die harte Arbeit des gesamten Teams. Ich gratuliere allen Titelträger zu ihrem Erfolg und bedanke mich bei allen Organisatoren, Veranstaltern und Helfern für ihren unermüdlichen Einsatz. Dass das ADAC Kart Masters ein Sprungbrett zu einer erfolgreichen Motorsport-Karriere ist, zeigen zuletzt die Erfolge von Mercedes-Benz DTM-Pilot und Formel 1-Ersatzfahrer Pascal Wehrlein, auch er hat seine ersten Erfolg im ADAC Kart Masters gefeiert.“

Das ADAC Kart Masters blickt nun schon Richtung 2015. Mit Hochdruck arbeiten die Organisatoren an weiteren Verbesserungen und präsentieren in Kürze die Termine für das neue Jahr.

Alle Ergebnisse finden Sie hier…