9. September 2020, 18:55 | Autor: Oldwig Zobel

Am vergangenen Wochenende stand die zweite Runde der Rotax Euro Trophy im internationalen Rennkalender. Der Corona-Krise zum Trotz fanden insgesamt 28 Junior-Piloten aus neun europäischen Nationen den Weg  nach Wackersdorf zum Prokart Raceland. Der europäischen Rotax-Elite stellte sich auch der 13-jährige Valentin Kluss des deutsch-dänischen Teams RS Competition. Kluss, der vor zwei Wochen in Mülsen die Meisterschaftsführung der nationalen Rotax-Serie RMC Germany übernahm, hatte sich einiges vorgenommen: „Das Team ist stark, der Speed ist da. Es liegt jetzt an mir zu zeigen, was möglich ist.“

Bereits in den freien Trainingssitzungen deutete sich an, dass mit Kluss zu rechnen sein würde. „Top 5 ist das Ziel“, gab Kluss die Marschroute vor. Ein durchwachsenes Qualifying versetzte den Erwartungen jedoch einen Dämpfer: Kluss konnte in dem nur fünfminütigen Zeittraining keinen Windschatten nutzen und musste sich mit P 10 zufrieden geben. Die drei  nachfolgenden Kurzrennen („Heats“) mussten somit aus dem vorderen Mittelfeld angegangen werden, bei erhöhtem Crash-Risiko. Der Bad Mergentheimer löste die Aufgabe jedoch mit Bravour. Mit Umsicht und Durchsetzungsvermögen sicherte sich Kluss nach drei spektakulären Heats Startplatz 4 für die beiden entscheidenden Finalrennen am Sonntag. „Jetzt ist alles möglich,“ blickte der RS Competition-Pilot selbstbewusst nach vorne.

In einem spannenden ersten Finale profitierte Kluss von den Rangeleien der Konkurrenz. Vor allem gegen Ende des Rennens platzierte er die entscheidenden Überholmanöver  und sicherte sich damit nicht nur wertvolle Meisterschaftspunkte, sondern auch die erste Startreihe für das abschließende zweite Finale. Der Kampf um den Tagessieg war geprägt vom packenden Dreikampf zwischen Kluss, dem Briten Freddy Spindlow (GBR) und dem Belgier Kai Rillaerts, die sich bereits zu Beginn des Rennens vom Feld absetzten. Die zwischenzeitlich eroberte Führungsposition musste der Deutsche nach zähem Kampf wieder abgeben. Am Ende setzte sich der Belgier vor dem Briten durch.  Kluss überquerte als Dritter die Ziellinie und freute sich riesig über den zweiten Gesamtrang in der Tageswertung.

„Das Team stand immer hinter mir – tausend Dank dafür. Ich glaube, dass ich in den letzten Rennen viel dazugelernt habe. So soll es weitergehen.“ Bereits kommende Woche geht es erneut nach Wackersdorf. Dann gilt es die Meisterschaftsführung in der RMC Germany zu verteidigen.