26. Mai 2014, 19:46 | Autor: Andreas Heinemann

Halbzeit bei der IBK 2014: beim dritten von fünf Renntagen ist ein 20-köpfiges Fahrerfeld auf der Kartbahn im schweizerischen Sulgen zu Gast, die mit einer nagelneuen Sodi-Kartflotte aufwarten kann.

Vorlauf 1 beginnt auch gleich mit einer Überraschung: Sven Hehl (Scherzingen/CH), der fast 2 Jahre bei der IBK pausiert hat, holt sich aus dem Stand die Pole. Nach dem Start kommt er zunächst noch gut weg, bekommt dann aber schnell Druck von Michael Wettmer (Appenzell/CH) und Sören Wirl (Erlen/CH). Tim Lampert (Hohenems/A), Mitfavorit um die Meisterschaft, startet nur von Platz fünf und kämpft sich an Helene Altergot (Zwiefalten/D) ab. Weiter hinten im Feld verteidigt Paul Koller (St. Gallen/CH) Position 7 vor Eugen Scherer (Zwiefalten/D). Tim Lampert wird hinter Helene Altergot langsam ungeduldig, vor der Spitzkehre gibt es immer wieder neue Angriffsversuche, die aber zunächst keinen Erfolg haben. In Runde 12 kommt Eugen Scherer an Paul Koller vorbei. Der andere Zweikampf entscheidet sich eher unglücklich: bei der Überrundung von IBK-Neuling Stephan Mayer (Marbach/D), der fair Platz machen will, kommt es zu einem Missverständnis zwischen ihm und Helene Altergot, welches Tim Lampert zu seinen Gunsten ausnützt und damit an Helene Altergot vorbeiziehen kann. In der Zwischenzeit können Michael Wettmer und Sören Wirl Sven Hehl überholen. Michael Wettmer führt mit konstant einer halben Sekunde vor Sören Wirl. In Runde 24 bekommt Paul Koller eine Zeitstrafe, findet sich zunächst auf dem letzten Platz wieder, kann sich aber 2 Runden später von Stephan Mayer die Position 9 zurückholen. Zum Rennende hin findet Lampert immer mehr in seinen Rhythmus und kann auf Sven Hehl aufschließen. Es beginnt ein Kampf um Position 3. Lampert klebt an der Stoßstange seines Vordermanns, aber zum Überholen reicht’s nicht. Michael Wettmer gewinnt vor Sören Wirl und Sven Hehl.

In Vorlauf 2 kann sich Mike Fabry (Schönaich/D), derzeit Führender in der Gesamtwertung, souverän die Pole holen. Kurz nach dem Start tauschen Ulf Kersting (Baienfurt/D) und Volker Gerstner (Bad Schussenried/D) sowie Uwe Vass (Markdorf/D) und Patrick Riedel (Kressbronn/D) die Positionen. Dominik Pröll (Ravensburg/D) schlägt in Runde 5 mit seinem Heck hart in die Bande der Spitzkehre an der Besuchertribüne ein und bekommt prompt eine Zeitstrafe, was ihm überhaupt nicht schmeckt. Urs Mösli (Zuzwil/CH), ein Fahrer der bereits im Premierenjahr der IBK mit von der Partie war, kann sich von Platz 9 auf Platz 6 vorarbeiten. Ab Runde 30 ist Pröll nicht mehr letzter, sondern wieder auf Platz 9. Den Zieleinlauf mit Mike Fabry vor Uwe Vass und Patrick Riedel sollte man sich merken!

Mit viel Wut im Bauch aus seinem verkorksten Vorlauf holt sich Dominik Pröll die Pole im kleinen Finale. Nach dem Start bekommt er aber sofort Druck vom Zweitplatzierten Marcel Gebhard (Bad Saulgau/D). Es wird eine ziemlich hakelige Angelegenheit, was Zeit kostet und ihren Verfolgern die Möglichkeit zum Aufschließen gibt. Aus dem Zweikampf wird plötzlich ein Sechskampf! Alle wittern die Chance, die Führung zu übernehmen. Sie fahren z.T. zu dritt nebeneinander über die Strecke. Der Platz reicht natürlich nicht, und die Bande wird übel mitgenommen, Reifenstapel fliegen weg. Auch die Herren von der Bahnaufsicht werden sichtlich unruhig. Viktor Stohler (Bürglen/D) kann sich durchsetzen und übernimmt vorerst die Führung vor Eric Hofmann (Vaihingen/D). Dominik Pröll, inzwischen einige Plätze weiter hinten, bleibt das Pech treu: das Kart wird langsamer und muss getauscht werden, was ihn aber fast 2 Runden Rückstand beschert. Auch dieses Rennen kann er abhaken. Ganz großes Pech für diesen Fahrer, der bis dahin ganz stark auf Rang 4 in der Gesamtwertung rangierte. An der Spitze entwickelt sich ein Dreikampf, den zum Rennende der aufgerückte Eugen Scherer für sich entscheiden kann, gefolgt von Eric Hofmann und Viktor Stohler.

Mike Fabry holt sich die Pole auch im Großen Finale und kann die Führung nach dem Start behaupten. Mit etwas Abstand folgen Patrick Riedel und hinter ihm ein Pulk von 6 Fahrern, das von Michael Wettmer angeführt wird. Tim Lampert kann Sven Hehl überholen, der sich mit einem ungestümen Manöver die Position allerdings eine Runde später wieder zurückholen kann. Dabei wird Tim Lampert aber so in die Bande geknallt, dass er sich am Ende dieses Pulks auf Rang 8 wieder findet. Sven Hehl hat nicht lange Freude an dieser Position, denn er hat Sören Wirl im Genick. Dieser macht enorm Druck, verwickelt Hehl in einen Dreher, so dass dieser sich nun selbst auf Position acht wiederfindet. In dieser Rennszene ist Tim Lampert diesmal der Glücklichere, denn er kann in dieser Situation nicht nur an Sören Wirl sondern auch noch an Helene Altergot auf Position 5 vorrücken. Michael Wettmer überlässt kurze Zeit später Uwe Vass kampflos die Position 3, weil er merkt, dass sein Hintermann schneller ist. Als nächster Fahrer kann Tim Lampert auf Michael Wettmer aufschließen, und auch diesmal ist Michael Wettmer großzügig. Eine sehr faire Geste, denn beide Fahrer liefern sich in der Gesamtwertung ein Kopf an Kopf-Rennen. Während Mike Fabry an der Spitze einsam seine Runden dreht, kämpfen am Ende des Feldes Volker Gerstner und Ulf Kersting tapfer um Platz 9. Uwe Vass kommt immer besser in Fahrt und ist ab Runde 27 an Patrick Riedel dran. Zwischenzeitlich geht auch Sören Wirl an Michael Wettmer vorbei. Wie beim letzten Rennen in Rottweil hebt sich Uwe Vass den entscheidenden Angriff für die letzte Runde auf, und wieder einmal klappt’s: Vass holt sich Platz 2! Damit gehen die ersten drei Plätze analog zu Vorlauf 2 an Mike Fabry, Uwe Vass und Patrick Riedel.

Während Mike Fabry (124 Punkte) seinen Abstand auf seine Verfolger Michael Wettmer (111 Punkte) und Tim Lampert (106 Punkte) vergrößern kann, kann Uwe Vass (85 Punkte) mit guten Platzierungen an diesem Tag auf Rang 4 in der Gesamtwertung vorrücken.