1. April 2013, 0:30 | Autor:

Schneeflocken, Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt, eisiger Wind – die 89 Fahrer beim ersten Lauf zur DMV Kart Championship 2013 ließen sich von den Kart-feindlichen Bedingungen am Ostersonntag auf dem rutschigen Erflandring nicht davon abhalten, die ersten Meisterschaftspunkte der Saison einzufahren.

Zu den eingeschriebenen Fahrern kamen in letzter Minute noch einige Gastfahrer ins beliebte Kerpen-Manheim und vor allem die Classic-Kartfahrer sorgten mit 23 Startern noch für Verstärkung. Da die im Vorfeld mit Nennungen schwächelnden KF2/KF3-Klassen im Endeffekt doch noch 19 Fahrer auf die Bahn brachten, warf der veranstaltende Deutsche Motorsport Verband (DMV) seinen ursprünglichen Plan um und ließ die beiden Klassen getrennt fahren; indes starteten dann die X30-Junioren und –Senioren (10 Fahrer) gemeinsam.

X30 Junioren/Senioren: Unter den aufmerksamen Augen des Kerpener ehemaligen Formel-I-Brüderpaars Michael und Ralf Schumacher eröffnete die X30-Klasse auf trockener, aber bei diesen Temperaturen kaum Grip bietender Strecke die Eintagesveranstaltung. Der Kronauer Christian Hillenbrand (Wildkart) gewann die beiden Sprintrennen. Bester Juniorfahrer war in den beiden 12-Runden-Rennen der Wilnsdorfer Manuel Klein (RMW Motorsport). Beim Finallauf über 16 Runden brachte Hillenbrand sein Kart nicht zum Laufen; damit musste sich der Favorit das Rennen von außen ansehen. Der Dielheimer Nils Koch (Tonykart), in den Sprintrennen 4. und 3., nutzte die Gunst und gewann recht klar vor Jörn Niclas von Wendt (Wallenhorst/Mach1), KSM-Fahrer Noyan Akduman (Köln), Fabian Hellwig (Lichtenfels/Mach1) und Gina Maria (Bergheim) von KSM Motorsport.

Bambini: Tragischer Held in der Bambiniklasse war der Krefelder Eren Köse (Jesolo/TR Motorsport): Er gewann gegen 20 Konkurrenten beide Sprintrennen recht klar; aber sein Kart verweigerte im Finallauf den Dienst: Drei- oder viermal fuhr Eren in die Boxengasse, bevor er das Rennen vorzeitig beenden musste. Nach einem schönen Zweikampf zwischen Ilya Zamula (TR Racing) und Teamkollege Doureid Ghattas gewann der Berliner das Finale; Dritter wurde mit 3,4 Sekunden Rückstand Luke Wankmüller (Keltern/Solgat Motorsport). Dennis Peter Scott, der beide Sprintläufe als Dritter beendete, fiel im Finale ebenfalls aus.

KF3: Das KF3-Rennen war die Angelegenheit von Max Hesse. Der Wernauer Solgat-Motorsport-Pilot gewann das 1. Sprintrennen mit Riesen-Vorsprung auf Robin Falkenbach (Schwabe Motorsport) und das Finale 1,6 Sekunden vor Mike David Ortmann (Schwabe Motorsport). Im 2. Sprintrennen hatte nach einem tollen Zweikampf Gastfahrer Oliver Riedel aus Badbergen mit 1/10 Sekunde Vorsprung das bessere Ende gegen Max Hesse für sich. Im Finalrennen sah Riedel das Ziel nicht. Hesse gewann deutlich vor Ortmann und dem Kerpener Gaststarter David Brinkmann.

KF2: Arlind Hoti war der dreifache Sieger in der KF2-Klasse. Was auf den ersten Blick nach Langeweile aussah, war es trotz nur neun Startern ganz und gar nicht. Im 2. Sprintrennen gab es einen faszinierenden Dreikampf zwischen KSM-Fahrer Hoti, Marco Paul (Waldems/Maranello) und dem Münchener Dominik Hofheinz (beide Gaststarter). Vor der letzten Kurve drehte sich Paul nach einer Touchierung und fiel auf Platz 3 zurück. Im Finalrennen war dann die Reihenfolge mit dem Mannheimer Arlind Hoti als Sieger vor Paul und Hofheinz wieder hergestellt, nachdem Hoti sich in einem Zweikampf gegen Marco Paul durchgesetzt hatte.

KZ2: 3,5 Sekunden war der geringste, über 10 Sekunden (im Finale) der größte Vorsprung von KZ2-Dreifachsieger Alexander Schmitz. Der KSM-Lokalmatador aus Wesel gewann die beiden Sprintrennen der Schalterklasse überlegen vor Gaststarter Manuel Huber (DR Germany). Der Alzenauer Max Wissel (Nees Racing), der die Sprintläufe knapp hinter Huber als Dritter beendete, schaffte es im Finalrennen vor Huber auf Platz 2 zu kommen.

Classic Kart: Der Niederländer Bessel Minderhoud wurde Tagessieger in der Gleichmäßigkeitsprüfung um den DMV Classic Kart Cup. Mit seinem Landia/Sachs war er im ersten der beiden Wertungsläufe Drittbester, im zweiten Bester. Valenttijn Minderhoud (Komet/Kestrel) wurde Tageszweiter vor dem Deutschen Rainer Flohe aus Neuss.

Trotz des Winterwetters waren Organisatoren und das Gros der Teilnehmer mit dem Auftakt zur DMV Kart Championship -powered by RAVENOL- zufrieden. „Trotz der Unkenrufe einiger Skeptiker und der schlechten Wetterbedingungen konnten wir an Ostern ein zufrieden stellendes Fahrerfeld in fast allen Klassen begrüßen. Wir sind optimistisch, dass dieser Trend auch beim zweiten Rennen am 28. April in Wackersdorf anhalten wird“, sagte DMV-Kart-Championship-Koordinator Marcel Fuchsberger (Obertshausen) nach dem Rennen. „Ein Dankeschön an unsere Helfer, die DMV-Orstclubs KCD´90, Rheydter Club für Motorsport und unsere Sponsoren Dunlop, Ravenol, Memotec, Formula Renault und Point Racing“, so Fuchsberger weiter.

Die DMV-Verantwortlichen begannen bereits nach dem Saisonauftakt mit den Planungen für das Saison-Highlight, die Europameisterschaft vom 16. – 19. Mai in Wackersdorf, und für die Championship-Saison 2014.

Text: DMV/Schiffer