16. Oktober 2018, 21:27 | Autor: Frank Jelinski

Nach 17 Jahren kehrte die GTC nach Liedolsheim zurück, einer Strecke, die geradezu wie gemacht scheint für die 15PS Viertakter. Bei besten Witterungsbedingungen fanden sich 37 Mannschaften aus ganz Deutschland zum finalen 12h Rennen, welches natürlich ganz im Zeichen der Meisterschaftsentscheidungen stand.

Die Ausgangslage war allerdings klar. Der MSC Oberflockenbach führte deutlich vor Honda Spirit. Fast eine Mission Impossible für die Honda Spirit Mannschaft. Bei einem Sieg des Verfolgers würde den Flockies ein sechster Platz zur Meisterschaft reichen. Nur, der muss auch erstmal erreicht werden.

Im Qualifying ließ der Titelfavorit dann auch nichts anbrennen und sicherte sich die Pole, 18 Tausendstel vor der #11 von Schnitzelalm Racing. Überraschung Nummer 1 war der dritte Platz vom Neueinsteiger Heinrich Motorsport, die ein flammneues Tony an den Start brachten. Die Hausexperten (50) auf P4 als bestes Trophy Team vor ihren Trophy Kollegen von needracing.com und dann auf P6 Honda Spirit. Damit waren die Hessen durchaus zufrieden, setzte man im Finale doch als einzige auf ein 32er Tony, das angeblich etwas schwächer im Quali sein soll, dafür über bessere „Steherqualitäten“ verfügt. So jedenfalls versprach es sich Honda Spirit Teamchef, Uli Buss.
Eine starke Quali-Leistung boten auch die beiden Cup Teams von den Schnitzelalm Mädels (P7) und Sensory Minds by ABR II (P8)

Bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen begann pünktlich um 11Uhr die letzte Hatz der diesjährigen Langstreckensaison über 12 Rennstunden.

Schnell wurde klar, dass eine Menge Teams für den Gesamtsieg in Frage kommen. Das Feld lag extrem dicht beieinander. War das die Chance für Honda Spirit? Der MSC Oberflockenbach bekam früh kleinere Probleme mit wandernden Radsternen an der Vorderachse, die zwar schnell behoben werden konnten, aber die #34 dann doch früh um eine Runde zurückwarfen, während Honda Spirit munter mit um die Spitze kämpfen konnte. Die wechselte in der Anfangsphase häufiger. Mal war es die Schnitzelalm, dann der KSF Bosch, dann Honda Spirit und zwischendurch auch die überraschend starken Jungs von Sensory-Minds oder die #50 der Hausexperten. Bei den Flockies wurde man schon leicht nervös. Sollten die da vorn weiter so eine Pace anschlagen und alle keine Fehler begehen, könnte es unter Umständen doch noch eng werden mit dem nötigen P6 nach 12h Stunden.

Nach 3h führte Honda Spirit mit 4 Sekunden Vorsprung auf den KSF Bosch und EM Racing (CZ) die bis dato auch die schnellste Rennrunde hielten. Dann folgte ein ganzer Pulk von Verfolgern mit 1 Rd. Rückstand, mit dem MSC Oberflockenbach auf P7. Durch kleinere Fehler oder Pech bei den Pace-Kart Phase hatten aber schon einige Teams an Boden verloren, die sich locker unter den Top-5 platzieren könnten und damit dem MSC Oberflockenbach Punkte klauen würden.

Nach 5 Stunden erreichte die #34 dann auch schon P5 hinter den führenden KSF Bosch, Honda Spirit, den Hausexperten und EM Racing. Die gefährlichen Verfolger der Flockies hatten es aber in sich. Mit Oberheiden Motorsport, der Schnitzelalm, DG Racing und ATW waren es gleich 5 Teams die den Speed hatten und auch jede Möglichkeiten nutzen würden um weiter nach vorne zu fahren.

Kurz vor der planmäßigen Unterbrechung nach 7h dann noch eine Schrecksekunde. Bei den Hausexperten (#8) explodierte im schnellsten Streckenabschnitt der Motor und auf der Ölspur flogen gleich reihenweise die Karts in die Botanik. Wie durch ein Wunder konnte jedes Team die Fahrt ohne den kleinsten Schaden fortsetzen. Bis auf die Hausexperten natürlich, die nun das Triebwerk wechseln mussten.

Zum Ende des Teil 1 verfügte Honda Spirit über einen hauchdünnen Vorsprung (0,783 Sek) auf den KSF Bosch. Dahinter mit einer Runde Rückstand der MSC Oberflockenback. Jeweils eine weitere Runde zurück dann die #50 der Hausexperten, EM Racing Cheb, DG Racing Messebau und die Schnitzelalm (11) Im Parc Fermee besorgte Blicke beim MSC Oberflockenbach. Die Bremsscheibe rotierte auffällig dicht an einer Bremszange! Entweder wandert die Hinterachse oder die Bremsscheibe hatte sich verschoben. Auf jeden Fall herrschte Alarmstimmung beim Meisterschaftsfavoriten, zumal an eine Schadensanalyse geschweige denn Reparatur im Parc Fermee natürlich nicht zu denken war, dies musste dann am nächsten Tag unter Rennspeed erfolgen. Die Nachtruhe de MSC Oberflockenbach verlief bestimmt nicht beruhigt!

Der Sonntag, es ging noch einmal über 5h. In der Startaufstellung prüfte man bei der #34 den Freilauf der Hinterachse und entschied sich zunächst gegen einen Boxenstopp nach der Rennfreigabe. Der KSF Bosch knöpfte Honda Spirit relativ schnell die Führung ab und behielt diese bis zur 11 Rennstunde ohne die #22 abschütteln zu können. Der MSC Oberflockenbach pendelte immer zwischen P5 und P3, je nach Boxenstrategie. Die Schnitzelalm, die Hausexperten und EM Racing schienen aber immer in der Lage den kleinsten Faux pas der #34 ausnutzen zu können, bis sich EM Racing erst eine kleine Wartung an der Hinterachse gönnte und dann noch eine Strafe wegen blockieren der Boxenspur einfing. Ein Verfolger weniger, der einen Puffer zwischen der #22 und #34 bilden könnte.

An der Spitze war volles Rohr angesagt und Honda Spirit setzte ½ Stunde vor dem Ende auf maximale Attacke. Der Speed der #22 war in der Schlußphase einfach einen Tick besser womit man den KSF Bosch kurz vor dem Ende niederringen konnte. Zeigte sich hier der Vorteil des 32er OTK Rohrs? Wie dem auch sei, Honda Spirit tat alles was sie tun konnten und gewannen den Finallauf in Liedolsheim, alles andere hatte man ja nicht in der Hand. Beim MSC Oberflockenbach musste man zittern und beten, dass alles auch in der letzten Runde hält. Hinter dem KSF Bosch und der Schnitzelalm auf P4, würde jeder noch so kleine Defekt oder Fehler zum Verlust von einigen Plätzen bedeuten, zumal es ja auch noch die Sonderwertung der letzten 3 Rennstunden gab. Hier gibt es zwar maximal 10 Punkte, aber die konnten entscheidend sein. In dieser Sonderwertung belegte Honda Spirit P3 hinter dem überraschenden Sieger von LS Racing GTC by Ghost Busters und ATW Racing. Der MSC Oberflockenbach folgte einige Plätze dahinter (P7). Doch die #34 erreichte unter großen Jubel ohne Probleme den Zielstrich des 12h Rennens auf P4 und das reichte dann allemal.

Honda Spirit also der starke Sieger im Finallauf und der KSF Bosch machte mit P2 die etwas schwächeren Ergebnisse der Letzten 2 Läufe vergessen. Schnitzelalm Racing dann auf einem guten P3 vor den glücklichen MSC Oberflockenbach. P5 ging an ATW Racing, vor den starken Hausexperten (50) die sich damit den Trophy Sieg holten. Oberheiden Motorsport hält auf P7 die erstaunlichen Neueinsteiger von Heinrich Motorsport in Schach, bevor die Cool Runnings und der WGKC die Top-10 vervollständigen.