17. Oktober 2018, 8:17 | Autor: Enrico Förderer

Das Weltfinale des Rok Cup wurde vom 10.-13.10.2018 in Lonato/Italien auf dem 1.200 Meter langen South Garda Ring ausgetragen. 441 Protagonisten aus 54 Ländern nahmen an diesem Mega-Event teil, wovon 17 Piloten in verschiedenen Klassen die schwarz-rot-goldenen Farben vertreten hatten.

Enrico Förderer reiste als Gesamtsieger der Miniklasse an und traf auf 142 Kontrahenten. Bereits montags begann man mit dem freien Training. An das von Ralf Schumacher zur Verfügung gestellte RS-Kart musste sich der junge Leuteroder erst einmal gewöhnen, denn jedes Kart lässt sich anders fahren, und nur in Deutschland wird mit einem Sicherheitssitz gefahren, was einen deutlichen Unterschied im Handling darstellt. Allerdings gelang ihm das sehr schnell und er kam gut damit zurecht.

In den freien Trainings fuhr er mit 55,22 sec ganz nah an der Bestzeit, diese lag im Qualifying bei 55,17 sec. Leider konnte er diese Leistung donnerstags im Zeittraining nicht erbringen, da er keine freie Runde fahren konnte. Entweder musste er überholen, wurde überholt, oder ein Kart stand quer und er musste ausweichen.

Es sei natürlich schwierig, in einem Feld von über 30 Piloten frei zu fahren, um seine persönliche Bestzeit einzufahren. Diese Erfahrungen seien neu für ihn. In Deutschland fahre man meist nur mit 15 bis 16 Kindern, erzählt Enrico etwas betrübt. „Hätte ich die Zeit, die ich im Training gefahren bin, im Quali fahren können, wäre ich Dritter gewesen, so war ich 74.!“

Anschließend wurden die Fahrer in zehn Gruppen aufgeteilt, und es begannen die ersten Heats. Enrico hatte leider das Pech, jeweils als 15. und 16. im Mittelfeld von 30 Piloten zu starten. In den ersten beiden Rennen wurde er abgedrängt und fand sich sogar einmal als letzter wieder auf der Bahn, was dann aber den Kampfgeist in ihm weckte und wo er mit Position 19 und 20 noch Schadensbegrenzung beglich. In den folgenden beiden Heats freitags lief es dann schon deutlich besser für den Schüler des Raiffeisen-Campus Dernbach, und so beendete er diese mit den Plätzen 11 und 12.

„Hier zu fahren ist etwas ganz anderes als in Deutschland. Man lehrt uns in Deutschland eine rücksichtsvolle Fahrweise und das vorausschauende Fahren. Das zählt hier alles nicht. Will dich einer überholen und schafft es nicht, wirst du rausgeschossen. Bei uns wäre so etwas direkt bestraft worden. Hier zählt so was nicht, und man muss sich da durchkämpfen, was mir zunehmend besser gelang. Wenn man die ersten drei Kurven nach dem Start geschafft hat, kann man schon froh sein,“ erzählt der Elfjährige.

Das Team wusste bereits, dass ein Mithalten mit der starken Konkurrenz schwer werden würde, jedoch konnte man zufrieden sein, da man ja die Bestätigung hatte, dass Enrico die Bestzeiten fahren konnte. In Anbetracht dessen und auch der Tatsache, dass andere Kinder dort bereits mehrere Rennen gefahren sind und so viel mehr Möglichkeiten zum Testen und Trainieren hatten, war man ganz zufrieden mit dem Resultat, dass Enrico 69. von 143 Piloten wurde, immerhin fuhr er als bester deutscher Pilot wieder nach Hause.

Einziger Wermutstropfen war, dass er den Einzug ins Vorfinale nur um einen Platz verloren hat, da er in seiner Gruppe 35. von 72 wurde und nur 34 durften das Finalrennen fahren. Gewonnen hat er dennoch viel an Erfahrungen, die ihn stärken für die nächste Saison und das Abschlussrennen der RMC Clubsport am kommenden Sonntag, 21. Oktober in Kerpen, zu dem er als Gesamtführender anreist.

Er möchte sich noch beim Automobil-Club-Verkehr (ACV) für den Rennoverall bedanken, der ihm geschenkt wurde. Ebenso beim KSM Schumacher Racing Team für die Unterstützung und natürlich bei Ralf Schumacher für das zur Verfügung gestellte Kart. Das sei eine ganz tolle Veranstaltung gewesen, und er hoffe, nächstes Jahr wieder dabei sein zu dürfen, berichtet Enrico. Ebenso dankt er seiner Familie für die Unterstützung und dass sie es ihm überhaupt ermöglicht, einen solchen zeit- und kostenintensiven Sport auszuüben. Dank geht auch an seine beiden Mechaniker Waldemar Förderer und Andy Anton für ihre Hilfe und natürlich noch an seinen Fanclub, dass die Fans bis nach Italien mitgefahren sind.