SKM: Rohrbasser setzt sich ab

22. Mai 2017, 19:36 | Autor: Markus Lehner
SKM: Rohrbasser setzt sich ab

Der dritte von sieben Läufen der autobau Schweizer Kartmeisterschaft (SKM) 2017 fand am vergangenen Wochenende in Lignières unterhalb des Chasserals im Kanton Neuchâtel statt. In der Topklasse KZ2 dominierte Nicolas Rohrbasser (Kosmic/TM), er gewann alle drei Rennläufe. Die weiteren Sieger hiessen Samuel Weibel (OK Senior), Steven Planchamp (Iame X30 Challenge Switzerland), Mike Müller (Iame X30 Junior) und Elia Sperandio (Supermini).

Das TCS-Gelände in Lignières ist für den Kartrennsport hervorragend geeignet: Es bietet mit seiner professionellen Infrastruktur einen optimalen Rahmen für Fahrer, Teams und Zuschauer. Dank den überhöhten Böschungen rund um das Areal ist die komplette Strecke einsehbar, die Zuschauer können das Geschehen in unmittelbarer Nähe mitverfolgen. Die 15 Rennen am Rennsonntag in Lignières waren von schönstem Frühlingswetter und spannenden Kämpfen geprägt. Die unfallfrei verlaufene SKM-Veranstaltung war beste Werbung für eine der attraktivsten Motorsportarten, die in unserem Land betrieben werden können. Mit Langstecken-Weltmeister Neel Jani und GP3-Pilot Kevin Jörg waren auch zwei prominente Autorennfahrer als Gäste vor Ort.

KZ2: Rohrbasser dominiert die Königsklasse

(125 ccm, 6-Gang-Handschaltung; die bis 160 km/h schnellen Flitzer sind die Königsklasse im Kart-Rennsport)

Die beiden erfahrenen Nicolas Rohrbasser (Kosmic/TM) und André Reinhard (CRG/TM) räumten in Lignières – immer in dieser Reihenfolge – in allen drei Rennen die ersten beiden Plätze ab. „Wir haben intensiv gearbeitet und perfekte Lösungen für Chassis und Motor gefunden“, freute sich Dreifach-Sieger Rohrbasser, der dank dem Punktemaximum seinen Vorsprung in der Gesamtwertung ausbaute. „Im Finale nahm ich nach den ersten harten Runden etwas Tempo heraus, um das Material zu schonen. Hoffen wir, dass wir in den kommenden Rennen dieses hohe Niveau halten können.“ Reinhard war mit den zweiten Plätzen zwar nicht zufrieden, gab aber zu: „Wir hatten es sicher nicht schlecht getroffen, aber das letzte Quäntchen fehlt noch, um ganz an Rohrbasser heranzukommen. Er war an diesem Weekend zweifellos der Stärkste.“ Erstmals in dieser Saison 2017 stand Isabelle Von Lerber (Swiss Hutless/TM) auf dem Podest: „Wir werden mit jedem Rennen besser, das dürfte jetzt ruhig in dieser Richtung weitergehen“, freute sich die aktuell schnellste Schweizer Kart-Pilotin.

Finale: 1. Nicolas Rohrbasser (Kosmic/TM); 2. André Reinhard (CRG/TM);
3. Isabelle von Lerber (Swiss Hutless/TM); 4. Sven Müller (Tony Kart/Vortex);
5. Vincenzo Alvaro (Swiss Hutless/TM).

Meisterschaftsstand (nach 3 von 7 Rennen): 1. Nicolas Rohrbasser (Kosmic/TM), 182 Punkte; 2. André Reinhard (CRG/TM) 136; 3. Sven Müller (Tony Kart/Vortex) 106.

OK Senior: Rückschlag für den SKM-Leader Von Allmen

(125 ccm, leistungsstarke Motoren mit Direktantrieb, ohne Vorderradbremsen, Mindestgewicht 150 kg)

Pascal Von Allmen (Sodi/TM) schien alles im Griff zu haben. Der SKM-Leader war Trainingsschnellster und gewann die beiden Vorläufe (den zweiten wegen einer Strafe gegen den vermeintlichen Sieger Samuel Weibel), und auch im Finale lag er nach den ersten Kurven in Front. Doch dann wurde Von Allmen langsamer und von einem Gegner nach dem andern überholt. „Der Motor lief nicht mehr richtig, ich konnte nichts tun“, ärgerte sich Von Allmen. Danach führte lange Hicham Mazou (Kosmic/Vortex), doch dann rauschte von hinten Samuel Weibel (Exprit/Vortex) heran und ging mit einem spektakulären Manöver aussen herum an Mazou vorbei und siegte. Platz 3 ging an Arthur Froté (Swiss Hutless/TM), der von einer 10-Sekunden-Strafe gegen Yannik Klaey, der auf der Strecke als Dritter ins Ziel gekommen war, profitierte.

Finale: 1. Samuel Weibel (Exprit/Vortex); 2. Hicham Mazou (Kosmic/Vortex); 3. Arthur Froté (Swiss Hutless/TM); 4. Ilia Drovossekov (Tony Kart/Vortex); 5. Mirco Gervasoni (Birel/Vortex).

Meisterschaftsstand (nach 3 von 7 Rennen): 1. Pascal von Allmen (Sodi/TM), 173 Punkte; 2. Samuel Weibel (Exprit/Vortex) 150; 3. Ilia Drovossekov (Tony Kart/Vortex) 128.

Iame X30 Challenge Switzerland: Näscher 2017 erstmals bezwungen

(125 ccm, Fliehkraftkupplung, identische Motoren, Mindestgewicht 158 kg)

Der bisher alles dominierende Patrick Näscher (Mach1) musste sich erstmals in dieser Saison geschlagen geben. Steven Planchamp (Kosmic/Iame) gewann aber nicht nur ein Rennen, sondern gleich alle drei. „Ich habe im Finale nur im ersten Renndrittel voll angegriffen“, sagte Planchamp im Ziel, „Danach habe ich das Rennen von der Spitze aus kontrolliert.“ Näscher konnte gut mit der Niederlage leben, denn sein Punkteverlust hielt sich dank drei zweiten Plätzen in Grenzen. Drei Mal auf Rang 3 schaffte es der aufstrebende Micola Vital (Tony Kart), der Näscher im zweiten Lauf und auch im Finale bedrohlich nahekam.

Finale: 1. Steven Planchamp (Kosmic/ Iame); 2. Patrick Näscher (Mach1/Iame);
3. Micola Vital (Tony Kart/Iame); 4.
Elliott Shaw (Exprit/Iame); Luca Pozzo (Praga/Iame).

Meisterschaftsstand (nach 3 von 7 Rennen):  1. Patrick Näscher (Mach1 /Iame), 209 Punkte; 2. Steven Planchamp (Kosmic/Iame) 171; 3. Micola Vital (Tony Kart/Iame) 122.

Iame X30 Junior: Müller setzt sich durch

(Motor 125 ccm, Fliehkraftkupplung, identische Motoren mit Leistungsrestriktor, ab 12 Jahren)

Mike Müller (Swiss Hutless/Iame) und Jasin Ferati (Kosmic/Iame) gewannen je einen Vorlauf und lieferten sich auch im Finale einen interessanten Kampf. Ferati konnte sich in den ersten Runden etwas absetzen, während Müller erst Vorjahresmeister Savio Moccia (Tony Kart/Iame) und Miklas Born (Exprit/Iame) bezwingen musste. Doch danach machte Müller rasch Boden gut, holte Ferati ein und übernahm vier Runden vor Schluss die Spitze. „Das hat perfekt gepasst“, freute sich Müller im Ziel, „ich bin direkt beim ersten Angriff an Ferati vorbeigekommen.“ Ferati war zwar über die Niederlage enttäuscht, gab aber zu: „Müller war schneller, ich hätte ihn nicht lange halten können.“

Finale: 1. Mike Müller (Swiss Hutless/Iame); 2. Jasin Ferati (Kosmic/Iame); 3. Savio Moccia (Tony Kart/Iame); 4. Miklas Born (Exprit/Iame); 5. Danny Buntschu (Exprit/Iame).

Meisterschaftsstand (nach 3 von 7 Rennen): 1. Mike Müller (Swiss Hutless/Iame), 207 Punkte; 2. Savio Moccia (Tony Kart/Iame) 158; 3. Miklas Born (Exprit/Iame) 134.

Super Mini: Sperandio in einer anderen Liga

(Fahrer ab 8 Jahren, Motor 60 ccm. Fliehkraft-Kupplung)

Der St. Galler Elia Sperandio (Praga/Iame), der bereits die beiden ersten Events in Pavia/I und in Wohlen dominiert hatte, war auch in Lignières eine Klasse für sich. Die Bestzeit im Training und drei überlegene Rennsiege brachten ihm das Maximum von 75 Punkten. „Ich habe auch Vollgas gegeben, als ich klar voraus war“, sagte Sperandio im Ziel, „so kann ich die Konzentration behalten“. Hinter dem im Finale ebenfalls sicher auf Platz 2 fahrenden Florent Panès (GP Racing/LKE) verdrängte Shannon Lugassy (Kosmic/LKE) in der letzten Runde Michael Sauter (Praga/Parilla) vom dritten Podestplatz.  

Finale: 1. Elia Sperandio (Praga/Parilla); 2. Florent Panès (GP Racing/LKE); 3. Shannon Lugassy (Kosmic/LKE); 4. Michael Sauter (Praga/Parilla); 5. Toni Kayla Naude (Exprit/TM).

Meisterschaftsstand (nach 3 von 7 Rennen): 1. Elia Sperandio (Praga/Parilla), 222 Punkte; 2. Michael Sauter (Praga/Parilla) 168; 3. Hugo Giraud (Kosmic/TM) 122.

SKM-Finale am 17./18. September ebenfalls in Lignières

Das TCS-Trainingsgelände in Lignières/NE auf dem Plateau de Diesse wird die SKM-Kartpiloten 2017 noch ein zweites Mal empfangen. Nach dem Event vom vergangenen Wochenende wird auf der schnellen, fahrerisch und materialmässig anspruchsvollen Piste auch das SKM-Finale am 17./18. September ausgetragen.

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