SKM: Neues Jahr, neues Glück!

26. März 2026, 19:09
Autor: | Bilderquelle: Eichenberger
SKM: Neues Jahr, neues Glück!

Am Sonntag, 29. März, beginnt in Franciacorta (ITA) die neue Saison der autobau Schweizer Kart-Meisterschaft. Neben vielen bekannten Gesichtern sind auch zahlreiche neue Piloten dabei. Für Spannung ist jedenfalls gesorgt.

175 Tage sind seit dem letzten Rennen zur autobau Schweizer Kart-Meisterschaft vergangen. Am Sonntag, 29. März, geht es endlich wieder los. Im italienischen Franciacorta steht der erste Lauf 2026 auf dem Programm. 64 Fahrer und Fahrerinnen haben sich für das erste Rennen eingeschrieben. Damit liegt man unter dem Schnitt der vergangenen Jahre. Doch das hat seine Gründe. Ein Team (Innovate Competition), das in den letzten Jahren zahlreiche Siege und Podestplätze in der autobau Schweizer Kart-Meisterschaft gefeiert hat, fehlt gänzlich. Dazu haben allein sechs Piloten auf diese Saison den Schritt von der Schweizer Kart-Meisterschaft in den Automobilsport gewagt. Und andere – das gehört halt auch dazu – haben ihr Hobby an den Nagel gehängt. Nichtsdestotrotz sind wieder neue Fahrer und Fahrerinnen dazugestossen. Und die Felder, die in Franciacorta am Start stehen, sind qualitativ hochwertig. Einziger Wermutstropfen: Die Kategorie OK Senior wird beim Saisonauftakt aufgrund der bescheidenen Anzahl von Anmeldungen fehlen.

Das bestbesetzte Feld bietet wie in der Vergangenheit die X30 Challenge Switzerland. 28 Piloten und Pilotinnen werden in Franciacorta um den Sieg fahren. Darunter einige Hochkaräter wie beispielsweise Vorjahressieger Dylan Turri (18). Der Tessiner startet für das Blackhawk Racing Team und hat 2025 auf seiner Lieblingspiste einen «Grand Slam» (Pole-Position, schnellste Rennrunde, drei Laufsiege) gefeiert. Auch der Vorjahreszweite von Franciacorta, Elias Lehmann, ist wieder am Start. Der 15-jährige Genfer ist einer von neun Fahrern aus dem Team Spirit Racing und damit auch Teamkollege von Dan Allemann. Der Sohn von Teambesitzer Ken Allemann tritt im Rahmen der Schweizer Meisterschaft zwar zum ersten Mal in der X30 an, wird aber aufgrund seiner enormen internationalen Erfahrung sehr schwer zu schlagen sein. Mehr als ein Auge sollte man auch auf das LKM-Duo werfen. Young-Driver-Gewinner Timéo Ruppen wird mächtig Gas geben müssen, wenn er seinen schnellen Teamkollegen Alexis Genolet hinter sich behalten will. Gleiches gilt bei UBIQ Racing. Der Zürcher Neil Russell wird alle Hände voll zu tun haben, seinen um zwei Jahre jüngeren Stallgefährten und Kantonsrivalen Nicola Mateo Frigg zu bügeln.  

Spannend wird es auch bei den OK Junioren werden. 17 Fahrer sind dort eingeschrieben. Zu den absoluten Top-Kracks zählen auch hier zwei Spirit-Piloten: die beiden Zwölfjährigen Aurelio Longhitano und Zoltan Coigny. Beide haben auch schon bei internationalen Rennen ihre Klasse bewiesen. Longhitano zuletzt bei der Super Masters Serie der WSK, Coigny beim Saisonauftakt der Champions of the Future. Wie rasant schnell sich im Kartsport alles entwickelt und warum manche Kategorien so genannten Wellenbewegungen unterliegen, lässt sich an den OK Junioren bestens erkennen. Von den Top 10 aus dem Vorjahr ist nur Alejandro Campos übrig geblieben. Der Rest ist «weitergezogen» oder hat aufgehört. Gespannt darf man auch auf das OK-Debüt im Rahmen der autobau Schweizer Kart-Meisterschaft von Aaron Buhofer sein. Der Spirit-Pilot hat im vergangenen Jahr den Titel bei den Super Minis geholt. Jetzt misst er sich in der nächsthöheren Kategorie mit der Konkurrenz.

Wie bei den Junioren wurde das Feld auch bei den Super Minis, den Acht- bis Zwölfjährigen, neu zusammengestellt. Von den letztjährigen Piloten, die den Grossteil der Saison bestritten haben, ist nur Ben Iten übrig geblieben. Dem Zehnjährigen deshalb die Favoritenrolle zuzuschieben, wäre nicht ganz fair. Aber der junge Zuger hat im vergangenen Jahr – obwohl der Jüngste – schon beeindruckende Ergebnisse geliefert. Aus Mangel an Erfahrungswerten der Konkurrenz formulieren wir es mal vorsichtig so: Wer Iten schlägt, hat im Kampf um die Meisterschaft sicher ein Wörtchen mitzureden. Vielleicht gelingt dies ja der elfjährigen Joy Allemann. Oder Kimi Prost, dem Enkel des viermaligen Formel-1-Weltmeisters Alain Prost. Wir sind über den Ausgang des ersten Rennens jedenfalls genauso gespannt wie vermutlich die Eltern der jüngsten Teilnehmer und Teilnehmerinnen der autobau Schweizer Kart-Meisterschaft.

Selbst in der Kategorie KZ2, bei den Schaltkarts, gab es diverse Wechsel. Nimmt man den Endstand von 2025, so müssten der Gesamtzweite Kai Perner und der Gesamtdritte Florian Esteve die Sache unter sich ausmachen. Doch der Zweikampf Birel- gegen CRG-Chassis wird vermutlich nicht nur von diesen beiden Fahrern ausgetragen. Neuling Emilien Koestner (CRG) oder Routinier Kilian Boss (Swizz Evenzz) werden sicher etwas dagegen haben. Und dann ist da noch ein alter Bekannter, der nach einer «Babypause» zurückkehrt: Paolo Castagnetti. Der im Tessin wohnhafte und inzwischen immer besser Deutsch sprechende Schaltkart-Spezialist muss man immer auf der Rechnung haben – sofern das Material hält. Also: Auch hier ist Spannung angesagt. Und wer weiss: Vielleicht steigt die Zahl der Teilnehmende für das zweite Rennwochenende in 7 Laghi (19. April) nochmals etwas an. Denn einen besseren Kalender mit sechs Rennen, vier davon auf italienischen Top-Rennstrecken, kann man sich eigentlich nicht ausmalen.

Zur Strecke: Mit dem Autodromo, welches das grösste Porsche Experience Center weltweit beherbergt, und der danebenliegenden Kartstrecke ist Franciacorta – auf halbem Weg zwischen Mailand und dem Gardasee – zu einem wahren Rennsport-Mekka geworden. Seit 2021 gastiert die autobau Schweizer Kart-Meisterschaft auf dem Kartodromo, das mit 1,3 km nicht nur die längste, sondern auch die schnellste Strecke im Kalender bietet. Am Ende der Zielgeraden erreichen die Schaltkarts ein Tempo von nahezu 150 km/h.