SKM: Der erste Meistertitel ist vergeben

21. August 2017, 13:38 | Autor: Markus Lehner
SKM: Der erste Meistertitel ist vergeben

Am vergangenen Wochenende war der nur wenige Kilometer von der Schweizer Grenze bei Pontarlier entfernt liegende Circuit de L’Enclos in Levier Schauplatz des vorletzten Laufs der autobau Schweizer Kartmeisterschaft (SKM) 2017. Auf der fahrerisch anspruchsvollen Strecke fiel die erste Titelentscheidung: Elia Sperandio (Praga/Parilla) sicherte sich vorzeitig den Titel in der Super Mini-Klasse. In der Königsklasse KZ2 baute Nicolas Rohrbasser (Kosmic/TM) seinen Vorsprung mit einer tadellosen Leistung weiter aus, nur ein kleines Wunder könnte ihn noch am Titelgewinn hindern.

Nach der Sommerpause reisten die Teams und Fahrer der autobau Schweizer Kartmeisterschaft (SKM) traditionell an die ländlich gelegene Strecke von Levier bei Pontarlier. Auf der auf rund 800 Metern über Meereshöhe gelegenen Strecke fand bei schönstem Spätsommerwetter der sechste und vorletzte Lauf der SKM 2017 statt. Die fünf Klassen – KZ2-Schaltkarts, OK Senior, Iame X30 Challenge Switzerland, Iame X30 Junior und Supermini (Jugendklasse) trugen je zwei Vorläufe und ein Finalrennen aus; das Sonntagsprogramm bestand aus 15 Rennläufen mit je zehn und zwanzig Minuten Renndauer.

Alle Rennen nochmals anschauen? Kein Problem dank Live-Stream!

Alle fünf Finalläufe wurden per Live-Stream live ins Internet übertragen; dieser Service wird bereits während allen Rennen der diesjährigen Meisterschaft garantiert und macht die spannende SKM-Kartmeisterschaft einem breiteren Publikum zugänglich. Wer will, kann sich die Rennen auch nachträglich noch anschauen unter: http://swiss-sport.tv/sports/3-andere-sportarten

KZ2: Rohrbasser fehlerlos und mit beruhigendem Punktevorsprung

(125 ccm, Zweitakt, 6-Gang-Handschaltung; die bis zu 160 km/h schnellen Flitzer bilden die Königsklasse im Kart-Rennsport)

Meisterschaftsleader Nicolas Rohrbasser (Kosmic/TM) reiste mit beruhigenden 60 Punkten Vorsprung auf André Reinhard (CRG/TM) nach Levier. Er wusste, dass er nicht mehr als 16 Punkte auf Reinhard einbüssen durfte, wenn er sich bereits vor dem Finale in Lignières (23./24. September) als neuer Meister feiern lassen wollte. Und Rohrbasser gab sich keine Blösse: Er gewann beide Vorläufe und auch den Final klar und reist nun mit beruhigenden 66 Punkten Vorsprung nach Lignières ans SM-Finale am 23./24. September. Reinhard wurde drei Mal Zweiter, Sven Müller (Tony Kart/Vortex) drei Mal Dritter. „Ein Topweekend für mich“, freute sich Rohrbasser. „Der Kart war top vorbereitet, die Starts gelangen perfekt und ich konnte die Rennen von der Spitze aus kontrollieren. Für die Titelsicherung reichte es nicht ganz, aber in Lignières brauche ich nur noch zehn Punkte, das sollte unter normalen Umständen kein Problem sein.“ Reinhard war natürlich nicht ganz zufrieden: „Nicolas kam besser aus den Ecken raus und konnte so engere Linien fahren, da blieb mir keine Chance zum Überholen.“ Glücklicher war Sven Müller über seine Podestklassierung: „Wenn mir jemand Rang 3 vor den Rennen angeboten hätte, hätte ich sofort unterschrieben.“

Finale: 1. Nicolas Rohrbasser (Kosmic/TM), 386 Punkte; 2. André Reinhard (CRG/TM) 320; 3. Sven Müller (Tony Kart/Vortex) 236; 4. Nelson Bondier (F/Tony Kart/TM); 5. Marc Freimann (Tony Kart/TM).

Meisterschaftsstand (nach 6 von 7 Rennen): 1. Nicolas Rohrbasser (Kosmic/TM), 386 Punkte; 2. André Reinhard (CRG/TM) 320; 3. Sven Müller Tony Kart/Vortex) 236.

OK Senior: Weibel mit Pech, doch Von Allmen machte nur wenig Boden gut

(125 ccm, Zweitakt, leistungsstarke Motoren mit Direktantrieb, ohne Vorderradbremsen, Mindestgewicht 150 kg)

Pascal Von Allmen (Sodi/TM) stand unter Druck: Mit 18 Punkten Rückstand auf Samuel Weibel (Exprit/Vortex) musste er seinem Rivalen unbedingt Punkte abknöpfen, wenn er sich für Lignières eine Titelchance wahren wollte. Im ersten Vorlauf lief alles für Von Allmen, als der führende Weibel mit defekter Zündung nur noch im Schritttempo rollte und den letzten Platz belegte. Auch im zweiten Vorlauf klassierte sich Von Allmen als Zweiter vor Weibel (4.), der vom letzten Startplatz aus ins Rennen musste. Doch im Finale drehte Weibel den Spiess um und kam als Zweiter direkt vor seinem Titelgegner ins Ziel. „Ich ärgere mich über sich selbst“, sagte Von Allmen im Ziel, „ich hätte heute gewinnen müssen. Mein Kart lief super, aber ich war zu vorsichtig, weil ich keinen Ausfall riskieren wollte.“ Weibel, der nun mit noch 12 Punkten Vorsprung ans Finale reist, war zufrieden: „Nach dem Defekt im ersten Rennen habe ich das Beste draus gemacht. Platz 2 im Finale war top, weil ich nur als Sechster starten konnte.“ Schnellster OK-Mann in Levier war aber in allen drei Rennen Yannick Klaey (Alonso/Vortex): „Heute hatte ich das Glück, das mir in dieser Saison oft gefehlt hat. Keine technischen Probleme, kein Crash, alles lief perfekt.“

Finale: 1. Yannik Klaey (Alonso/Vortex); 2. Samuel Weibel (Exprit/Vortex); 3. Pascal von Allmen (Sodi/TM); 4. Julien Apothéloz (Kosmic/Vortex); 5. Ilia Drovossekov (Tony Kart/Vortex).

Meisterschaftsstand (nach 6 von 7 Rennen): 1. Samuel Weibel (Exprit/Vortex), 327 Punkte; 2. Pascal von Allmen (Sodi/TM), 315; 3. Yannik Klaey (Alonso/Vortex) 282.

Iame X30 Challenge Switzerland: Planchamp wieder vor Näscher

(125 ccm, Zweitakt, Fliehkraftkupplung, identische Motoren, Mindestgewicht 158 kg)

Steven Planchamp (Kosmic/Iame) hatte beim letzten Lauf in Busca (I) technische Probleme und verlor die Gesamtführung an Patrick Näscher (Mach1), der nun vor Levier 18 Punkte Vorsprung auf Planchamp aufwies. Doch Planchamp konterte in Levier mit dem Punktemaximum (75): Pole-Position, Sieg in allen drei Läufen, schnellste Rennrunde. Doch Planchamp hatte auch Glück: Im Finale wollte sein Motor beim Vorstart nicht anspringen, erst im allerletzten Moment lief er dann nach Mithilfe eines Mechanikers doch und Planchamp konnte seinen Startplatz wieder zurückerobern. „Ja, das war ein haariger Moment, ich sah den Titel schon davonschwimmen“, erzählte der Sieger im Ziel. „Aber dann erwischte ich einen Superstart und konnte den Gegnern sofort davonziehen.“ Pech hatte Micola Vital (Tony Kart), der seinen sicheren zweiten Platz im Finale wegen eines losen Heckauffahrschutzes verlor. Den danach mit allen Haken und Ösen geführten Kampf um Platz 2 gewann Jack Ayliffe (Kosmic) ganz knapp vor Rennlady Lena Bühler (Croc Promotions). Patrick Näscher konnte nie in den Spitzenkampf eingreifen, wurde im Finale Vierter und verlor die Gesamtführung wieder an Planchamp. Näscher fehlen nun vor dem Finale 13 Punkte auf Planchamp.

Finale: 1. Steven Planchamp (Kosmic/Iame); 2. Jack Ayliffe (Kosmic); 3. Lena Bühler (Croc Promotions); 4. Patrick Näscher (Mach1/Iame); 5. Kevin Wälti (Swiss Hutless).

Meisterschaftsstand (nach 6 von 7 Rennen):  1. Steven Planchamp (Kosmic/Iame), 359 Punkte; 2. Patrick Näscher (Mach1/Iame) 346; 3. Micola Vital (Tony Kart/Iame) 254.

Iame X30 Junior: Müller muss sich noch bis Lignières gedulden

(Motor 125 ccm, Zweitakt, Fliehkraftkupplung, identische Motoren mit Leistungsrestriktor, ab 12 Jahren)

Mike Müller (Swiss Hutless/Iame) hatte seinen Vorsprung in der Gesamtwertung beim letzten Rennen in Busca mit einer fehlerlosen Vorstellung auf beruhigende 66 Punkte ausgebaut. Klar, dass Müller in Levier den Sack endgültig zumachen wollte und bereits als neuer Meister nach Lignières als Finale reisen wollte. Doch das klappte nicht ganz: Müller, der in den Vorläufen vorsichtig fuhr, jedem Gerangel aus dem Weg ging und sich mit den Rängen 3 und 4 zufrieden gab, wurde im Finale in einen Massencrash verwickelt und kam nur mit viel Einsatz wieder auf Rang 5 nach vorne. Doch seinem Hauptgegner (und Vorjahresmeister) Savio Moccia (Tony Kart/Iame) erging es noch schlimmer, er wurde wegen technischen Verstössen zwei Mal disqualifiziert und fiel aus der Titelentscheidung. Dafür glänzte Jasin Ferati (Kosmic) mit drei Laufsiegen und könnte theoretisch Müller noch am Titelgewinn hindern.

Finale: 1. Jasin Ferati (Kosmic/Iame); 2. Théo Vaucher (Croc Promotions/Iame); 3. Pirmin Zimmerli (Exprit/Iame); 4. Mike Müller (Swiss Hutless/Iame); 5. Ben Samir (Swiss Hutless/Iame).

Meisterschaftsstand (nach 6 von 7 Rennen): 1. Mike Müller (Swiss Hutless/Iame), 367 Punkte; 2. Jasin Ferati (Kosmic/Iame) 315; 3. Savio Moccia (Tony Kart/Iame) 273.

Super Mini: Elia Sperandio ist Champion 2017!

(Fahrer ab 8 Jahren, Motor 60 ccm, Zweitakt, Fliehkraft-Kupplung)

Elia Sperandio (Praga/Parilla) wusste, dass er in Levier mit grösster Wahrscheinlichkeit seinen ersten Supermini-Titel feiern würde. Denn er gewann alle bisherigen fünf Finalläufe 2017 und galt natürlich auch für Levier als Favorit. Sperandios Vorsprung auf den zweitplatzierten Michael Sauter (Praga/Iame) betrug 114 Punkte – und nur 150 Punkte waren maximal in Levier und Lignières noch zu holen. Der 12 Jahre junge Sperandio wurde seiner Favoritenrolle vollauf gerecht, gewann alle drei Rennen überlegen und durfte sich als neuer Meister feiern lassen. „Ich habe immer alles gegeben, auch hier wollte ich gewinnen“, freute sich Sperandio. Hinter dem neuen Meister und dem sicheren Zweiten Florent Panès (GP Racing/LKE) wurde mächtig gestritten, am Ende sicherte sich Hugo Giraud (Kosmic/TM) den dritten Platz.

Finale: 1. Elia Sperandio (Praga/Iame); 2. Florent Panès (GP Racing/LKE); 3. Hugo Giraud (Kosmic/TM); 4. Michael Sauter (Praga/Parilla); 5. Toni Kayla Naude (Exprit/TM).

Meisterschaftsstand (nach 6 von 7 Rennen): 1. Elia Sperandio (Praga/Iame), 422 Punkte; 2. Michael Sauter (Praga/Iame) 278; 3. Shannon Lugassy (Kosmik/LKE) 252.

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