13. Juli 2014, 16:50 | Autor: Fast-Media - Björn Niemann

Siege für Thonon, Juodvirsis und Vromant

Das oberpfälzische Wackersdorf stand am vergangenen Wochenende (10.-13.07.) ganz im Zeichen der CIK-FIA Kart Europameisterschaft für die Klassen KZ und KZ2, sowie CIK-FIA Academy Trophy. 144 Fahrerinnen und Fahrer aus 31 Nationen gingen im Prokart Raceland an den Start und zeigten tollen Kartsport. Vor heimischem Publikum wussten auch die 13 deutschen Fahrer zu überzeugen.

Nach dem Auftaktrennen in Genk, ging es für die Fahrer weiter nach Wackersdorf zur zweiten Runde der CIK-FIA Kart Europameisterschaft für die Schaltkartklassen KZ und KZ2, sowie der CIK-FIA Academy Trophy. Neben einem anspruchsvollen Teilnehmerfeld forderte das Wetter die Piloten heraus. Sonne und Regen wechselten sich an den vier Tagen ab und sorgten für ein Roulette bei richtigen Wahl des Setups.

Vor vollen Zuschauerrängen boten die 144 Teilnehmer aus 31 Nationen und fünf Kontinenten tollen Rennsport. Mit dabei waren auch 13 Piloten aus Deutschland. Auf heimischem Boden präsentierten sie sich stark aufgelegt und mischten in allen Klassen auf den vorderen Rängen mit. Erfolgreichster Fahrer war am Sonntagabend Maik Siebecke (CRG) als Dritter im Finale der Klasse KZ2.

KZ: Jonthan Thonon triumphiert im Finale

In der Königsklasse des Kartsports fuhr Rick Dreezen (Zanardi) im Zeittraining auf die Pole-Position. Doch in den Heats musste er Marco Ardigo (Tony Kart) den Vortritt lassen. Der Italiener gewann beide Rennen und sicherte sich die beste Ausgangsposition für das Pre-Finale. In diesem war der Niederländer Bas Lammers (Formula K) zur Stelle. Mit einem Vorsprung von mehr als einer Sekunde siegte Lammers vor Rick Dreezen und CRG-Pilot Felice Tiene. Marco Ardigo reihte sich als Vierter vor Jorrit Pex (CRG) ein. Das deutsche Quartett führte Alexander Schmitz (Tony Kart) als 15. vor Toni Greif (DR Kart) auf Platz 20 und Kevin Pieruszek (Tony Kart) als 23. an. Nico Jöcker verzeichnete einen Ausfall und wurde nur als 29. gewertet.

Mit einem unglaublichen Start übernahm Rick Dreezen im großen Finale über 25 Rennrunden die Führung. Wirklich absetzen konnte sich der Belgier aber nicht und musste schon früh die Angriffe seiner Verfolger abwehren. Seine Chance zu nutzen wusste Jonthan Thonon (Praga Kart). Während eines Kampfs zwischen Dreezen und Bas Lammers, zog Thonon gleich an beiden vorbei und sicherte sich seinen ersten Sieg in dieser Saison. „Wir waren in Genk schon ganz nah dran, leider hat es dort nicht geklappt. Nun bin ich natürlich sehr glücklich, das Feld hing verdammt eng zusammen“, freute sich Thonon am Abend. In der Vergabe um Platz zwei behauptete sich Rick Dreezen vor Bas Lammers. Flavio Camponeschi (Tony Kart) reihte sich als Vierter vor Jordon Lennox-Lamb (CRG) ein. Großes Pech hatte Marco Ardigo, in der zehnten Runde musste er sein Kart mit einem Defekt im Aus abstellen. Alexander Schmitz war als 22. wieder der beste Deutsche. Toni Greif folgte als 23. vor Kevin Pieruszek auf Position 25. Erneut einen Ausfall zu verzeichnen hatte Nico Jöcker.

KZ2: Simas Juodvirsis siegt auf abtrocknender Strecke

Simone Brenna (TB Kart) und Jan Midrla (Birel) gaben im Zeittraining, den Heats und auch dem Pre-Finale den Ton in der Klasse KZ2 an. Während Brenna nach dem Qualifying auf der Pole-Position stand, musste der Italiener im Verlauf der Heats seine Spitzenposition an Jan Midrla abgeben. Der Tscheche gewann auch das Pre-Finale knapp vor Brenna. Für Freude im deutschen Lager sorgte ausgerechnet ein Pilot aus Irland. John Norris, Werksfahrer des deutschen Chassishersteller Mach1 Kart, fuhr als Dritter durchs Ziel. Bester deutscher Fahrer wurde Manuel Huber (DR Kart) als Vierter vor dem Niederländer Ryan van der Burgt (CRG). Ebenfalls den Sprung die die Top-Ten schaffte Maik Siebecke (CRG) auf Rang zehn. Dominik Schmidt (Energy) folgte als 24. Pech hatte indessen Michele Di Martino (Energy), nach nur einer Runde musste er das Rennen vorzeitig beenden.

Im großen Finale schlug die Stunde vom Letten Simas Juodvirsis (Energy). Auf abtrocknender Strecke fühlte er sich wohl und fuhr im Verlauf des Rennens einen deutlichen Vorsprung heraus. Entsprechend glücklich war er auf dem Siegerpodium: „Ich bin sehr glücklich, das Wetter in Wackersdorf hält immer eine Überraschung bereit. Bei diesen Bedingungen habe ich ein gutes Gefühl. Ein großer Dank an mein Team und meine Freundin für die tolle Unterstützung.“ Als Zweiter reihte sich Jan Midrla ein – doch eine spätere Zehnsekundenstrafe warf ihn auf Platz sechs zurück. Der Ire John Norris landete damit zum zweiten Mal auf dem Podium und sorgte mit Rang zwei für große Freude im Mach1-Lager. Neuer Dritter war der Deutsche Maik Siebecke: Nach einem perfekten Start führte er das Feld sogar an, fiel in einer aufregenden Finalphase aber noch auf Rang vier respektive drei  zurück. Eine tolle Aufholjagd zeigte Michele Di Martino. Aus der letzten Startreihe kämpfte er sich bis auf Platz 16 nach vorne. Direkt hinter ihm folgte Dominik Schmidt, vor Manuel Huber auf Position 22.

Neben den vier deutschen Finalisten, traten auch noch Toni Wolf (Energy) und Marcel Hartmann (DR Kart) an. Trotz einer starken Leistung im Verlauf der Heats, mussten beide nach dem Hoffnungslauf vorzeitig aufgeben.

Academy Trophy: Finalsieg für Alexandre Vromant

Die 48 Nachwuchspiloten der CIK-FIA Academy Trophy beeindruckten erneut durch eine hohe Leistungsdichte. Im Rennverlauf hingen die Piloten teilweise sehr eng zusammen und wechselten mehrmals die Positionen. An den Start gingen alle Fahrer mit Einheitsmaterial des italienischen Herstellers Parolin. Für Deutschland traten Mike Beckhusen und Max Hesse an.

Schnellster Mann im Zeittraining war der Schweizer Lucas Legeret. Doch im Verlauf der Heats rutschte er bis auf Rang 19 ab und übergab das Zepter an den Ukrainer Illya Zamula. Mit einem Sieg und einem vierten Platz verzeichnete er die wenigsten Strafpunkte. Gut aufgelegt waren auch die beiden Deutschen. Max Hesse beendete seine Durchgänge auf den Rängen acht und neun, doch ein späterer Wertungsverlust im zweiten Heat ließ ihn zittern. Als 31. musste er sein Finalticket über den Hoffnungslauf lösen. Als Zweiter gelang ihm das aber mit Bravur. Der zweite im Bunde Mike Beckhusen setzte mit einem dritten Vorlaufrang ein erstes Ausrufezeichen und schaffte als 16. die direkte Finalqualifikation.

Im Pre-Finale kämpfte sich Genk-Sieger Kakunoshin Ota aus Japan zurück an die Spitze und siegte vor den beiden Niederländern Rinus van Kalmhout und Richard Verschoor. Eine beeindruckende Aufholjagd zeigte Max Hesse. Aus Startposition 29 fuhr er bis auf Platz zehn nach vorne. Mike Beckhusen verlor hingegen sechs Positionen und reihte sich als 21. ein

Das Finale war an Spannung kaum zu überbieten. In der Anfangsphase duellierten sich mehr als sieben Fahrer um den Laufsieg. Das beste Händchen hatte am Ende der Franzose Alexandre Vormant. Er übernahm die Führung und baute diese bis zum Fallen der Zielflagge aus. Dabei profitiert er auch von einem packenden Kampf um Rang zwei. Bis zum Fallen der Zielflagge lauerten fünf Fahrer auf die letzten Podestplätze. Durchgesetzt haben sich letztendlich Richard Verschoor und Kakunoshin Ota als Zweiter und Dritter. Auf Rang vier folgte der Türke Berkay Besler vor Rinus van Kalmhout und dem Deutschen Max Hesse. In einem tollen Rennen fuhr Hesse bis auf Platz sechs nach vorne und durfte dabei noch die schnellste Rennrunde auf seinem Konto verbuchen. Mike Beckhusen machte ebenfalls Positionen gut und rutschte als Elfter nur knapp an den Top-Ten vorbei.

Für die Schaltkartpiloten geht es bereits in zwei Wochen weiter. Dann findet im schwedischen Kristianstad das Finale der Europameisterschaft 2014 statt. Die Youngsters der Academy Trophy haben hingegen eine längere Pause. Erst vom 10.-12.Oktober wartet die letzte Veranstaltung im italienischen Sarno.

Alle Ergebnisse gibt es in unserer Datenbank: KZ | KZ2 | Academy Trophy