Schaltkart-EM in Genk: Drama in KZ, Heimsieg in KZ2
Mit dem Saisonauftakt der FIA Kart-Europameisterschaft für die Schaltkartklassen KZ und KZ2 sowie der FIA Karting Academy Trophy Junior war am vergangenen Wochenende Karting Genk in Belgien Schauplatz des internationalen Kartsports. Insgesamt 160 Fahrerinnen und Fahrer traten auf dem traditionsreichen Kurs an, der im FIA-Karting-Kalender seit Jahren einen festen Platz einnimmt. In der Königsklasse KZ setzte sich Adrian Malheiro Suñe nach einem dramatischen Finale durch, in der KZ2 sorgte Lokalmatador Elie Goldstein für einen viel umjubelten Heimsieg. Aus deutscher Sicht überzeugte vor allem Maximilian Schleimer mit einem starken Auftritt und Platz sechs im Finale.
KZ: Malheiro Suñe gewinnt nach spätem Drama
Die KZ-Kategorie präsentierte sich in Genk mit einem hochkarätig besetzten Feld. Zahlreiche Welt- und Europameister starteten in die neue Saison. Im Qualifying setzte zunächst Danilo Albanese (ITA, KR Motorsport) die Bestzeit und sicherte sich die erste Pole-Position des Jahres. Dahinter folgten Titelverteidiger Matteo Spirgel (FRA, Sodikart), Viktor Gustafsson (SWE, CRG), Maksim Orlov (Sodikart) und Adrian Malheiro Suñe (ESP, CRG Racing Team).
In den Heats rückte Gustafsson in den Mittelpunkt. Der Schwede gewann zwei seiner drei Vorläufe und übernahm die Führung in der Zwischenwertung. Albanese blieb in Schlagdistanz, während Stan Pex (NED, SP Motorsport) mit konstantem Speed ebenfalls seine Ambitionen anmeldete. Für den amtierenden Weltmeister Senna Van Walstijn verlief der Auftakt dagegen schwierig: Nach Zwischenfällen, Strafen und Rückschlägen musste er früh einem Rückstand hinterherfahren.
Auch der Super Heat brachte noch einmal Bewegung in das Feld. Gustafsson verteidigte trotz einer Fünf-Sekunden-Strafe wegen Frühstarts seine Spitzenposition und startete aus der Pole-Position in das Finale. Dort kam er jedoch nicht gut weg. Pex nutzte den Moment und übernahm zunächst die Führung, bevor Malheiro Suñe bereits in der Anfangsphase angriff und sich an die Spitze setzte.
Im weiteren Rennverlauf entwickelte sich ein taktisch geprägter Kampf um den Sieg. Gustafsson arbeitete sich wieder nach vorne und lauerte hinter seinem CRG-Teamkollegen auf seine Chance. In den letzten Runden rückten Malheiro Suñe, Gustafsson, Pex und Emilien Denner (FRA, Formula K) eng zusammen. Der entscheidende Moment folgte kurz vor Schluss: Beim Angriff von Gustafsson kam es zur Berührung mit Malheiro Suñe, Gustafsson drehte sich und fiel aus der Entscheidung. Malheiro Suñe fuhr weiter und gewann vor Pex. Denner sah die Zielflagge zunächst im Spitzenfeld, erhielt jedoch eine Frontspoilerstrafe, wodurch Albanese auf Rang drei vorrückte. Aus deutscher Sicht beendete David Trefilov das Finale nach einer Penalty auf Platz 18.
Meisterschaftsstand KZ
1. Adrian Malheiro Suñe (89 Punkte)
2. Stan Pex (88 Punkte)
3. Danilo Albanese (85 Punkte)
4. Daniel Vasile (52 Punkte)
5. Maksim Orlov (48 Punkte)
KZ2: Goldstein nutzt Heimvorteil – Schleimer stark unterwegs
In der KZ2-Klasse gingen 83 Fahrer an den Start. Bereits das Qualifying zeigte die hohe Leistungsdichte im Feld. Arthur Lehouck (FRA, KR Motorsport) fuhr die Bestzeit vor Teo Blin (FRA, Birel Art) und Michael Ider (ITA, Birel Art). Maximilian Schleimer (GER, Tony Kart Racing Team) bestätigte seine Rolle als einer der Mitfavoriten und qualifizierte sich als starker Fünfter.
In den Heats entwickelte sich ein enger Kampf an der Spitze. Blin übernahm nach starken Läufen die Führung in der Zwischenwertung, während Lehouck mit mehreren Siegen zurückschlug. Schleimer zeigte ebenfalls ein starkes Wochenende, gewann Positionen und lag zwischenzeitlich im direkten Kampf um die besten Startplätze. Ein schwieriger letzter Heat warf ihn jedoch zurück, dennoch blieb er vor dem Finaltag in aussichtsreicher Position.
Im Super Heat setzte Schleimer früh ein Ausrufezeichen und übernahm zunächst die Führung von Blin. Danach mischte sich Matheus Morgatto (BRA, CPB Sport) in den Kampf ein und übernahm die Spitze. Lehouck gewann den zweiten Super Heat souverän und holte sich dadurch die Pole-Position für das Finale zurück.
Der Endlauf begann turbulent. Lehouck und Schleimer starteten aus der ersten Reihe, doch in der Anfangsphase kamen Morgatto, Goldstein und Kimi Tani (FIN, La Motorsport di Nordera Luca) besser durch. Goldstein nutzte seine Chance früh, übernahm die Führung und setzte sich leicht ab. Vor heimischer Kulisse verteidigte der Belgier seinen Vorsprung bis ins Ziel und gewann vor Morgatto und Tani. Daniel Maciá (ESP, CRG Racing Team) wurde Vierter, Lehouck komplettierte die Top-Fünf.
Schleimer musste im Finale nach dem schwierigen Start hart arbeiten, behauptete sich aber im Kampf um die Top-Sechs und beendete sein erstes EM-Wochenende der Saison als starker Sechster. Damit sammelte der Deutsche wichtige Punkte und liegt nach dem Auftakt auf Rang vier der Meisterschaft. Manuel Kastl erreichte ebenfalls das Finale und wurde 26. Robert Kindervater qualifizierte sich ebenfalls für den Endlauf, schied jedoch bereits in der ersten Runde aus.
Nicht im Finale vertreten waren aus deutscher Sicht Oliver Städtler als 40. nach dem Ranking nach den Super Heats, Emanuel Mai auf Platz 53, Luis-Laurin Speck auf Platz 66, Jayden Gushiken auf Platz 67 und Alexander Schmitz auf Platz 71.
Meisterschaftsstand KZ2
1. Elie Goldstein (80 Punkte)
2. Arthur Lehouck (77 Punkte)
3. Matheus Morgatto (76 Punkte)
4. Maximilian Schleimer (67 Punkte)
5. Kimi Tani (61 Punkte)
Academy Junior: Coigny setzt sich durch
Auch die FIA Karting Academy Trophy Junior startete in Genk in ihre neue Saison. Mit 52 Teilnehmern war das Feld so groß wie nie zuvor. Im Qualifying setzte Zoltan Coigny (SUI) die Bestzeit und legte damit den Grundstein für ein starkes Wochenende. Nach den Heats lag zunächst John Han (HKG) vorne, doch Coigny schlug am Sonntag zurück und eroberte sich die Pole-Position für das Finale.
Im Endlauf erwischte der Schweizer einen perfekten Start und setzte sich früh vom Feld ab. Dahinter entwickelte sich ein enger Kampf um die Podestplätze. Han arbeitete sich wieder auf Rang zwei nach vorne, während Georgios Psaroudakis (GRE), Takeru Shimbashi (JAP) und Kevin Pentell (SWE) um Platz drei kämpften. In einem engen Finale setzte sich Pentell hauchdünn durch und sicherte sich den letzten Podestplatz. Coigny gewann souverän vor Han und Pentell.
Die deutschen Farben wurden in der Academy Junior von Stavros Tsotsos Francia vertreten. Nach Platz 34 im Qualifying lief in den Heats nicht alles zusammen. Am Ende verpasste er als 42. den Finaleinzug.
Meisterschaftsstand Academy Junior
1. Zoltan Coigny (75 Punkte)
2. John Han (67 Punkte)
3. Georgios Psaroudakis (53 Punkte)
Für die Schaltkartklassen geht es vom 2. bis 5. Juli im italienischen Sarno weiter. Dort fällt die Entscheidung in der FIA Kart-Europameisterschaft der Klassen KZ und KZ2. Nach dem engen Auftakt in Genk ist vor allem in der KZ2 noch alles offen: Die Top-Drei trennen nach dem ersten Lauf nur vier Punkte.


