31. Juli 2016, 21:31 | Autor: Fast-Media - Björn Niemann

Deutscher stark unterwegs aber im Pech

Auf dem Genk International Circuit fielen am vergangenen Wochenende in Entscheidungen in der CIK-FIA Kart Europameisterschaft. 189 Fahrerinnen und Fahrer aus 35 Nationen gingen an den Start und sahen wie sich Finlay Kenneally (OK Junior), Pedro Hiltbrand (OK), Fabian Federer (KZ2) und Marco Ardigo (KZ) die EM-Siege sicherten.

Seit Donnerstag ging es auf der 1.360 Meter langen Strecke unweit entfernt von Deutschland um die letzten Punkte in der Kart Europameisterschaft. Erstmalig starteten alle vier großen internationalen CIK-FIA-Klassen an einem Wochenende – entsprechend voll war das Fahrerlager in Genk. Unter den 189 Teilnehmern waren auch 16 deutsche Starter die durchweg zu überzeugen wussten.

Die OK Junioren waren auch diesmal am stärksten besetzt – 76 Youngsters gingen an den Start. Der Franzose Victor Martins (Kosmic-IAME) hatte die Geschehnisse am Samstag und auch am Sonntag fest im Griff. Nach der Pole-Position im Qualifying und vier Vorlaufsiegen, war der Pilot aus dem VDK Racing Team auch in den Finals nicht zu stoppen. Sowohl das Pre-Finale, als auch Finale beendete er als Sieger. Vor allem im Finale lieferten sich die Nachwuchspiloten packende Fights. Martins lag zwischenzeitlich nur auf dem vierten Rang. Am Ende kämpfte er sich aber wieder zurück und setzte sich gegen den Briten Finlay Kenneally (FA Kart-Vortex) durch. Der zweite Rang reichte dem Ricky Flynn-Schützling zum Gewinn der Europameisterschaft. Dritter wurde Teddy Wilson (CRG Spa).

Pech hatten die deutschen Fahrer: In den Heats waren Niklas Krütten (FA Kart-Vortex), Luke Wankmüller (BirelART-TM), Cameron Boedler (FA Kart-Rexon), Lisa Marie Mohr (Kosmic-TM), Richard Cobilanski (BirelART/TM) und Jusuf Owega (Tony Kart-Vortex) stark unterwegs. Während Owega nach drei Ausfällen bereits vor dem Pre-Finale ausschied, verpassten seine Landsleute in diesem das begehrte Finalticket. Am meisten Pech hatte Krütten, auf Rang vier liegend wurde der Fahrer aus Trierer in eine Kollision verwickelt und schied aus.

Spannender hätte ein Krimiautor die Meisterschaftsentscheidung der Klasse KZ2 nicht schreiben können. SRP-Schützling Fabian Federer (CRG-Modena) schied im Pre-Finale mit einem technischen Defekt aus und der Traum vom Titel schien geplatzt. Doch im Verlauf des 23 Runden langen Finales gerieten auch seine Mitstreiter ins Straucheln und der Südtiroler gewann doch noch die Meisterschaft. Das Finale war fest in der Hand des Italieners Matteo Vigano (Top Kart-IAME). Nach den Heats auf Rang sechs, erkämpfte er sich im Pre-Finale die Führung und gab diese auch im Finale nicht mehr aus der Hand. Ihm dicht auf den Fersen war KSM-Sperrspitze John Norris (Tony Kart-Vortex) als Zweiter. Auf Platz drei sah Leonardo Lorandi (Tony Kart-Vortex) die Zielflagge, doch eine Zehnsekundenstrafe warf ihn auf Position 14 zurück. Neuer Drittplatzierter wurde Paolo Besancenez (Tony Kart-Vortex).

Stark unterwegs waren auch die deutschen Vertreter. Alexander Schmitz (BirelART-Vortex) führte das Klassement nach den Heats an. Auch im Pre-Finale und Finale mischte er im Spitzenfeld mit. Doch eine Zehnsekundenstrafe warf ihn auf Platz 15 zurück. Bester Deutscher war am Ende André Matisic (BirelART-TM) auf einem hervorragenden fünften Rang. Ebenfalls in den Top-Ten landeten Maximilian Paul (DR-TM) und Dominik Schmidt (CRG-TM) als Achter und Neunter. Als Vierter im Bunde zog auch Leon Köhler (Gillard-Modena) bei seiner EM-Premiere in das Finale ein, doch noch in der Anfangsphase wurde er in eine Kollision verwickelt und schied aus. Leider im Finale nicht dabei war Julian Müller (Mach1-TM), der Kölner beendete das Pre-Finale nach einem Unfall vorzeitig.

In der OK hatte Hannes Janker (CRG-IAME) am Samstag alles im Griff. Mit einer souveränen Performance sicherte er sich die Pole-Position für das Pre-Finale. In diesem setzte der Franke auf die richtige Reifenstrategie, doch eine defekte Membrane warf ihn auf Platz acht zurück. Mit einer starken Aufholjagd fuhr er im Finale über 23 Runden wieder bis auf Platz fünf nach vorne. Der Sieg ging indessen an den Briten Clément Novalak (Tony Kart-Vortex) vor dem neuen Europameister Pedro Hiltbrand (CRG-IAME) und Alexander Smolyar (Tony Kart-Vortex). Pechvogel des Tages war der Pole Karol Basz (Komsic-Vortex). Im Pre-Finale schied er in der letzten Runde auf Rang dreiliegend mit einem Defekt aus und verlor alle Chancen auf den Titel.

Die weiteren Deutschen zogen ebenfalls in das Finale ein. Luca Lippkau (CRG-IAME) war als Dritter im Pre-Finale sehr stark unterwegs. Doch im Finale sprang sein Kart nicht an und er eilte dem Feld hinterher. Erster Verfolger von Janker war am Ende David Brinkmann (Tony Kart-Vortex) auf Rang 14. Felix Arnold (Tony Kart-Vortex) wurde wegen eines ausgelösten Spoilers nur als 22. gewertet. Niklas Kry (Kosmic-TM) schloss als 28. die deutsche Riege ab.

Marco Ardigo (Tony Kart-Vortex) war in der Königsklasse KZ nicht zu stoppen. Der Italiener und mehrfache Weltmeister siegte bereits am Samstag in den Heats und sicherte sich mit einem zweiten Platz im Pre-Finale und einem starken Sieg im Finale seinen fünften EM-Titel. Aus der fünften Startposition fuhr Simo Puhakka (CRG-TM) bis auf Rang zwei nach vorne, direkt hinter ihm folgte sein Markenkollege Paolo de Conto (CRG-TM).

Anfang September geht es in der CIK-FIA weiter. Dann findet in Kristianstad, Schweden die Weltmeisterschaft für die Klassen KZ und KZ2, sowie das Finale der Academy Trophy statt. Die Fahrer der OK und OK Junior reisen Mitte November zu ihrer Weltmeisterschaft nach Bahrain.