FIA Karting beschließt neue Regeln: Kürzere Heats und weniger Reifen ab 2027
FIA-Weltrat verabschiedet Änderungen für Events 2027
Der FIA World Motor Sport Council hat bei seiner Sitzung am 19. Oktober mehrere Änderungen für den internationalen Kartsport beschlossen. Im Mittelpunkt stehen Maßnahmen zur Kostenreduzierung, eine bessere Planbarkeit der Veranstaltungen sowie Anpassungen der technischen und sportlichen Reglements. Besonders die neuen Vorgaben zur Dauer der Qualifying Heats und die reduzierte Reifenanzahl werden sich ab 2027 auf die Events auswirken.
Internationale Veranstaltungen auf vier Tage begrenzt
Künftig dürfen Veranstaltungen im internationalen Motorsportkalender der FIA maximal vier Tage dauern. Dabei zählen auch die freien Trainings zum Veranstaltungszeitraum. Mit der Begrenzung möchte der Automobil-Weltverband die Kosten für Fahrer und Teams reduzieren und gleichzeitig die schulischen Fehlzeiten junger Nachwuchspiloten verringern.
Qualifying Heats künftig nach Zeit statt Distanz
Eine wesentliche Änderung betrifft die Vorläufe der FIA Karting Meisterschaften. Bislang wurde deren Länge über eine festgelegte Distanz bestimmt. Bei den Senioren waren dies 15 Kilometer, bei den Junioren zwölf Kilometer.
Ab 2027 gilt stattdessen eine zeitliche Begrenzung. Die Heats der Senioren dauern künftig neun Minuten plus eine Runde, bei den Junioren sind es sieben Minuten plus eine Runde.
Damit reagiert die FIA insbesondere auf Verzögerungen durch Regenrennen und Zwischenfälle, die bislang zu deutlichen Verschiebungen im Zeitplan führen konnten. Das neue Format wurde bereits in den FIA Karting Arrive and Drive Meisterschaften erprobt und wird nun auf sämtliche FIA-Karting-Meisterschaften übertragen.
Weniger Reifen für OK und OK Junior
Auch bei der Reifenvergabe setzt die FIA auf Einsparungen. In den Klassen OK und OK Junior stehen den Fahrern künftig für die Testfahrten am Donnerstag, die freien Trainings am Freitag sowie die Warm-up-Sessions insgesamt nur noch drei Reifensätze zur Verfügung.
Damit reduziert sich die bisherige Zuteilung um einen Satz. Neben geringeren Kosten für die Teilnehmer soll die Maßnahme den Reifenverbrauch und die damit verbundenen Abfallmengen reduzieren.
Mehr Möglichkeiten im Vorstartbereich
Anpassungen gibt es ebenfalls bei den Arbeiten am Kart im Vorstartbereich. Fahrer und Mechaniker dürfen dort künftig Arbeiten durchführen, sofern sie dafür keine Werkzeuge verwenden. Änderungen am Chassis oder Frontspoiler bleiben allerdings untersagt.
Der Reifendruck darf mit einem entsprechenden Messgerät angepasst werden, sofern dabei ausschließlich Luft abgelassen wird.
Ist ein Kart im Vorstartbereich nicht startbereit, muss es in den Reparaturbereich gebracht werden. Dort sind auch Arbeiten mit Werkzeugen erlaubt. Anschließend muss der Fahrer aus der Boxengasse am Ende des Feldes starten, unabhängig von der Anzahl der Einführungsrunden.
Höhere Mindestgewichte für KZ und KZ2
Bei den Schaltkartklassen wurden die Mindestgewichte mit sofortiger Wirkung um zwei Kilogramm angehoben. Hintergrund sind die zusätzlichen Bauteile durch das inzwischen verpflichtende Anti-Launch-System sowie den Impact Data Recorder zur Erfassung von Aufpralldaten.
Die neuen Mindestgewichte einschließlich Fahrer betragen 172 Kilogramm in der KZ, 177 Kilogramm in der KZ2 und 182 Kilogramm bei den KZ2 Masters.
Weitere technische Anpassungen betreffen die Kühlung der Hinterradbremsen. Der entsprechende Kühlluftschlauch darf künftig bis zu 100 Millimeter vor die Achse des mittleren Chassisquerrohrs reichen, sofern weder die Bremsanlage beeinträchtigt wird noch Bauteile unter das Chassis hinausragen.
FIA konkretisiert Regeln für Elektro-Karts
Mit Blick auf die weitere Entwicklung des Elektro-Kartsports hat der Weltrat zusätzliche technische und sicherheitsrelevante Vorgaben verabschiedet.
Für elektrisch angetriebene Karts mit einer Spannung von mehr als 60 Volt gelten künftig besondere Anforderungen an Betrieb, Streckeninfrastruktur und Notfallmaßnahmen. Für Systeme mit weniger als 60 Volt wurde ein separates Regelwerk zur sicheren Durchführung entsprechender Veranstaltungen beschlossen.
In der e-Kart-Senior-Klasse, für die bereits ein Mindestgewicht von 175 Kilogramm einschließlich Fahrer festgelegt wurde, ist künftig außerdem eine homologierte Vorderradbremse vorgeschrieben.
Darüber hinaus konkretisierte die FIA die Zulassung von Reifen für Wettbewerbe mit einheitlich vorgegebenem Material. Entsprechende Reifen müssen künftig mit der Kennzeichnung „CIK-AKT“ versehen sein. Als zuständige Prüfstelle wurde das italienische CERISIE-Labor festgelegt.
Mit den beschlossenen Änderungen verfolgt die FIA das Ziel, internationale Veranstaltungen wirtschaftlicher und besser planbar zu gestalten. Besonders die kürzeren Heats und die reduzierte Reifenanzahl dürften dabei für Fahrer und Teams im kommenden Jahr spürbare Auswirkungen haben.


