Devin Titz und Henri Möhring glänzen beim World Cup in Viterbo
Zwei Deutsche in den Top-Sieben der OK-N Junior
Mit einem Rekordstarterfeld fand am vergangenen Wochenende der FIA Karting World Cup der Klassen OK-N und OK-N Junior auf dem Leopard Circuit in Viterbo statt. Insgesamt 266 Fahrerinnen und Fahrer hatten für das Event in Italien genannt, hinzu kamen 52 Teilnehmer der FIA Karting Academy Trophy Junior, die dort ihr Saisonfinale austrug. Während Yuri Morelli und Niccolò Perico die beiden World-Cup-Siege feierten, sicherte sich John Han den Titel in der Academy Junior. Aus deutscher Sicht sorgten besonders Devin Titz und Henri Möhring für starke Ergebnisse. Die beiden KR-Motorsport-Piloten beendeten das Finale der OK-N Junior auf den Plätzen sechs und sieben.
OK-N Junior: Klarer Finalsieg für Niccolò Perico
Besonders erfreulich verlief das Wochenende aus deutscher Sicht in der OK-N Junior. Gleich zwei Fahrer von KR Motorsport gehörten bei dem mit 117 Teilnehmern besetzten World Cup zu den besten Piloten.
Devin Titz (GER, KR Motorsport) legte bereits im Qualifying einen starken Auftakt hin. Der Mercedes-AMG F1 Junior fuhr die Bestzeit seiner Trainingsgruppe und sicherte sich damit Rang zwei im Gesamtklassement. Lediglich Abraham Schelvis Moron (ESP, Drago Corse Racing Team) war noch schneller.
Auch in den Heats bestätigte Titz seine Pace. Mit drei zweiten Plätzen gehörte er durchweg zu den Spitzenfahrern und beendete den Samstag auf Rang zwei seiner Zwischenwertung. Damit hatte er sich eine gute Ausgangslage für den entscheidenden Sonntag erarbeitet. Im Super Heat musste der Deutsche allerdings einen Rückschlag hinnehmen. In der engen Startphase geriet er nach außen und verlor mehrere Positionen. Titz kämpfte sich wieder nach vorne und sah die Zielflagge als Neunter. Im Finale zeigte er erneut eine starke Leistung, setzte sich in den zahlreichen Zweikämpfen durch und beendete den World Cup auf einem hervorragenden sechsten Platz.
Eine ebenso bemerkenswerte Vorstellung lieferte sein Teamkollege Henri Möhring (GER, KR Motorsport) ab. Nach Platz 30 im Qualifying musste sich der Deutschen Junioren-Meister zunächst durch das Feld arbeiten. Das gelang ihm eindrucksvoll: In sämtlichen Heats machte er Positionen gut und fuhr unter anderem zweimal auf Rang vier. Damit verbesserte er sich bis zum Samstagabend auf den achten Platz seiner Zwischenwertung.
Auch im Super Heat behauptete sich Möhring im Vorderfeld und beendete seinen Lauf als Achter. Von Startplatz 16 ging er anschließend in das Finale, wo er zunächst bis auf Rang 20 zurückfiel. Doch der Deutsche ließ sich davon nicht beeindrucken und startete eine starke Aufholjagd. Position um Position arbeitete er sich nach vorne und erreichte schließlich als Siebter das Ziel – unmittelbar hinter seinem Teamkollegen Titz. Damit beendeten gleich zwei deutsche Fahrer den international hochklassig besetzten World Cup unter den besten sieben.
Den World-Cup-Triumph sicherte sich Niccolò Perico (ITA, KR Motorsport). Der Italiener hatte bereits die Heats dominiert und sicherte sich im Super Heat die Pole-Position für das Finale. Dort setzte er sich früh ab und kontrollierte das Rennen bis ins Ziel. Hinter ihm entwickelte sich ein enger Kampf um die weiteren Podestplätze. Troy Ferguson (USA, Modena Kart Racing Team) überquerte die Ziellinie zunächst als Zweiter, fiel durch eine nachträgliche Frontspoilerstrafe jedoch zurück. Davon profitierten Luigi D’Ascoli (ITA, Modena Kart Racing Team) und John McLellan (GBR, Ward Racing), die das Podium komplettierten.
Die weiteren deutschen Teilnehmer Neo Knapp (DR Srl) und Ben Emin Özdemir (Novalux) schafften den Sprung in das Finale nicht.
OK-N: Morelli lässt der Konkurrenz keine Chance
In der mit 149 Fahrern besetzten OK-N-Klasse setzte Yuri Morelli (BRA, CRG Racing Team) bereits im Qualifying die Bestzeit. Der Brasilianer verwies Cristian Blandino (ITA, Zanchi Motorsport) und Riccardo Ferrari (ITA, M2 Racing) auf die folgenden Positionen. Auch Titelverteidiger Manuel Scognamiglio (ITA, Pantano by Dam) gehörte mit Rang neun zu den aussichtsreichen Kandidaten.
In den Heats bestätigte Morelli seine starke Form und gewann alle drei Vorläufe. Damit sicherte er sich ebenso wie Blandino, der in seinem Pool ebenfalls ohne Punktverlust blieb, die beste Ausgangsposition für die Super Heats. Auch am Sonntagmorgen ließen sich beide nicht stoppen und gewannen ihre jeweiligen Läufe. Morelli sicherte sich aufgrund seiner besseren Qualifying-Zeit die Pole-Position für das Finale.
Dort erwischte zunächst Blandino den besseren Start und übernahm die Führung. Doch schon in der zweiten Runde schlug Morelli zurück und setzte sich wieder an die Spitze. Dahinter kämpften Lamberto Ferrari (ITA, Monster K Factory Team), Scognamiglio und Aaron Garcia Lopez (ESP, DPK Junior Team) um die weiteren Positionen.
Morelli nutzte die Zweikämpfe seiner Verfolger und baute seinen Vorsprung kontinuierlich aus. Nach einem fehlerfreien Wochenende überquerte der Brasilianer die Ziellinie mit mehr als zwei Sekunden Vorsprung und gewann den FIA Karting World Cup. Scognamiglio sicherte sich Rang zwei vor Lamberto Ferrari, Blandino und Garcia Lopez.
Für Deutschland ging Leonard Frey (KB Racing Experience) an den Start. Im großen Teilnehmerfeld verpasste er nach den Vorläufen den Einzug in die entscheidenden Rennen und war im Finale nicht vertreten.
Academy Junior: Han holt den Titel – Sulin gewinnt das Finale
Parallel zum World Cup wurde in Viterbo der dritte und letzte Lauf der FIA Karting Academy Trophy Junior ausgetragen. Mit 38 Punkten Vorsprung auf Domenico Coco (ITA) reiste John Han (HKG) als klarer Meisterschaftsfavorit nach Italien. Doch schon das Qualifying zeigte, dass ihm der Titel nicht kampflos überlassen werden würde.
Joaquin Gorlero Pizarro (ARG) sicherte sich die Pole-Position vor Noah Grignet (BEL), Han und Coco. In den anschließenden Heats wechselten die Positionen mehrfach. Besonders Coco setzte Han unter Druck und übernahm zwischenzeitlich die Führung. Nach den letzten Vorläufen am Sonntagmorgen lagen Gorlero Pizarro, Han und Coco punktgleich an der Spitze. Aufgrund seiner schnelleren Qualifying-Zeit startete der Argentinier aus der Pole-Position in das Finale.
Dort übernahm Han unmittelbar nach dem Start die Führung. Doch Max Sulin (FIN) erwies sich als schnellster Verfolger und setzte den Meisterschaftsführenden unter Druck. In der sechsten Runde zog der Finne vorbei und übernahm die Spitze. Anschließend setzte er sich leicht ab und gewann das Saisonfinale vor Han und Takeru Shimbashi (JPN). Coco wurde Vierter.
Für Han reichte der zweite Platz, um sich nach seinem Erfolg beim FIA Karting Arrive and Drive Asia-Pacific Championship einen weiteren internationalen Titel zu sichern. Der Fahrer aus Hongkong gewann damit die FIA Karting Academy Trophy Junior 2026.
Die deutschen Farben vertrat erneut Stavros Tsotsos Francia. Für ihn verlief das Wochenende schwierig. Nach dem Super Heat belegte er Rang 43 und verpasste damit den Einzug in das Finale.


