Champions of the Future in La Conca hatte viel zu bieten
Kornder mit Heatsieg und bester Deutscher
Der World Circuit La Conca nahe der historischen Küstenstadt Brindisi bildete den Rahmen für den Saisonauftakt der Champions of the Future Euro Series 2026. Auf dem 1.250 Meter langen Kurs gingen insgesamt 183 Fahrerinnen und Fahrer in den Klassen OK Junior und OK an den Start. Wechselhafte Witterungsverhältnisse bestimmten die ersten Renntage, ehe sich das Feld bei Sonnenschein und 18 Grad in den Finals voneinander trennten. Die ersten Saisonsieger heißen Julian Frasnelli in der Juniorklasse und Dean Hoogendoorn in der OK-Klasse.
OK Junior
Bereits das Qualifying ließ aufhorchen: Antonio Ianni, einer der Neuzugänge im Feld, sicherte sich die Pole Position vor Priam Bruno und Vsevolod Osadchyi-Suslovskyi. In den fünfzehn Qualifyingläufen wechselten nasse und trockene Streckenverhältnisse mehrfach und die richtige Reifenwahl entschied oft über Positionen. Julian Frasnelli und Priam Bruno nutzten den trockenen Freitagvormittag, um ihre Superheat-Startplätze zu sichern. Will Green verbuchte dabei eine der bemerkenswertesten Leistungen: Trotz Qualifying-Rang 25 kämpfte er sich mit Serie für Serie konstanter Leistungen bis in die vorderen Reihen vor.
In den Superheats gewann Gioele Girardello den ersten Lauf, Frasnelli den zweiten und sicherte sich damit die Pole Position für das Finale. Das Finale war schnell entschieden: Frasnelli und Bruno übernahmen vom Start weg die Führung, kein Rivale konnte ihnen folgen. Frasnelli feierte einen Start-Ziel-Erfolg, Bruno verteidigte seine Verfolgerrolle über die gesamte Distanz. Den dritten Platz belegte Daniel Miron: Von Startplatz 44 im Qualifying arbeitete er sich nach vorne und stand am Ende auf dem Podium.
OK
Das Qualifying der OK-Klasse setzte unter schwierigen Bedingungen ein Ausrufezeichen: Jindrich Pesl stellte auf nassem Asphalt die Bestzeit von 1:02.939 auf – vier Zehntelsekunden schneller als alle Konkurrenten. Bester Deutscher war Luke Kornder (Ricky Flynn Motorsport), der in Gruppe D die vierte Zeit erzielte und im Gesamtklassement über alle 90 Teilnehmer Rang zehn belegte. Die beiden Haupt-Racing-Team-Piloten, Amin Kara Osman und Lias Erbersdobler als 70. und 88. der Gesamtwertung.
In den Heats lieferte Pesl erneut starke Leistungen und gewann drei seiner fünf Läufe. Kornder steigerte sich von Durchgang zu Durchgang: Während die ersten Heats noch verhalten ausfielen, fuhr er im Lauf D-E zum Sieg und schloss die Heatserie als 14. ab. Kara Osman schlug sich trotz des schwierigen Ausgangspunkts achtbar durch die Heats und qualifizierte sich ebenfalls für den Superheat. Gleiches galt für Erbersdobler, der als 72. ebenfalls hauchdünn den Einzug schaffte.
Im ersten Superheat dominierte Pesl von der Pole aus über alle 16 Runden, Hoogendoorn folgte auf P2. Kara Osman startete im gleichen Lauf von Rang 17 und fuhr bis in den Bereich der Top-Ten nach vorne. Am Ende warf ihn eine Spoilerstrafe etwas zurück, trotzdem war er im Finale dabei. Im zweiten Superheat übernahm Anagnostiadis von der Pole aus das Kommando und siegte souverän. Kornder dagegen überzeugte auf der ganzen Linie: Von Startplatz sieben aus verbesserte er sich auf P6, was ihm Startrang elf für das Finale einbrachte. Erbersdobler startete von Rang 36 in Superheat 2 und arbeitete sich bis auf P30 vor – eine Zeitstrafe verhinderte mehr. Zur Finalqualifikation reichte es knapp nicht.
Das Finale auf trockenem Kurs entwickelte sich zur Bühne für Hoogendoorn. Pesl führte die Anfangsphase an, dann setzte der Parolin-Pilot aus den Niederlanden die entscheidende Attacke und übernahm die Spitze, die er bis ins Ziel nicht mehr abgab. Anagnostiadis verteidigte Platz zwei über die volle Distanz, Krutoholov kämpfte sich noch am Green vorbei und sicherte sich das Podium.
Für Kornder verlief das Finale solide: Von Startplatz elf aus verlor er eine Position und überquerte die Ziellinie als Zwölfter. Kara Osman schrieb hingegen eine der auffälligsten Geschichten des gesamten Finales: Von Startplatz 32 aus bewies der Haupt-Pilot Rennintelligenz und kämpfte sich mit konstant starken Runden bis auf P16 vor.
Nach dem Saisonauftakt in La Conca richtet sich der Blick bereits auf den zweiten Lauf der Champions of the Future Euro Series 2026 in Valencia. Vom 29.04. bis 02.05. sind die Fahrerinnen und Fahrer dort zu Gast.


