Gelungene Cheb-Premiere: DKM liefert starke Rennen in Tschechien
145 Fahrerinnen und Fahrer beim ersten DKM-Gastspiel in Cheb (CZ)
Die Deutsche Kart-Meisterschaft hat ihr erstes Rennwochenende in Cheb erfolgreich absolviert. Beim zweiten Lauf der Saison 2026 gastierte die höchste deutsche Kartrennserie erstmals auf der 1,202 Kilometer langen Strecke in Tschechien und erlebte ein gelungenes Wochenende. 145 Fahrerinnen und Fahrer traten in den fünf Klassen KZ2, Mini, OK-N Junior, OK-N und KZ2 Cup an und sorgten für spannende Rennen, volle Felder und zahlreiche Positionskämpfe.
Die Premiere in der Fun Arena Cheb wurde zu einer echten Bereicherung für die DKM. Neben einer anspruchsvollen Strecke warteten an allen drei Tagen überwiegend sonnige und warme Bedingungen auf die Teilnehmer. Zwar zogen am Samstag und Sonntag immer wieder dunkle Wolken über die Anlage, doch abgesehen von leichtem Regen blieb das Wochenende weitgehend trocken. Sportlich lieferten alle Klassen eigene Geschichten: Marek Skrivan triumphierte in der KZ2, Albert Poulsen setzte sich bei den Mini durch, Henri Möhring bestimmte die OK-N Junior mit einem nahezu perfekten Wochenende, Jakub Kamenik gewann ein enges OK-N-Finale und Oliver Staedtler entschied den dramatischen KZ2 Cup für sich.
KZ2: Marek Skrivan trifft die richtige Reifenentscheidung
Emilien Denner (Formula K SRP Factory Team) setzte sich im Zeittraining der Königsklasse KZ2 durch und bestätigte seine Rolle auch im Verlauf der Vorläufe. Während Daniel Stell (Kartshop Ampfing) den ersten Heat gewann, behauptete sich Denner im zweiten Durchgang und führte das Klassement am Samstagabend an. Im Super Heat schlug dann Marek Skrivan (TB Racing Team) zurück. Der Tscheche gewann den Lauf und fuhr zugleich die schnellste Runde.
Für das Finale wurde die Reifenstrategie zu einem entscheidenden Faktor. Wegen der wechselhaften Wetterlage hatten mehrere Fahrer ihre neuen Reifen bereits im Super Heat eingesetzt. Skrivan entschied sich anders und ging im Finale mit frischem Material an den Start. Bei trockenen Bedingungen und Sonnenschein erwies sich diese Entscheidung als richtig. Er gewann den Start, setzte sich früh ab und kontrollierte das Rennen über die komplette Distanz. Nach wenigen Runden hatte er bereits einen Vorsprung herausgefahren, während Denner, Matej Preuss (Formula K SRP Factory Team), Stell und Dion van Werven (CS Competition) auf den weiteren Rängen folgten. An dieser Reihenfolge änderte sich bis ins Ziel nichts mehr. Skrivan gewann souverän und freute sich über einen starken Sonntag: „Das Team hat einen super Job gemacht und mir sehr gutes Material zur Verfügung gestellt. In Ampfing wartet nun eine neue Herausforderung auf mich, bis dahin werden wir uns bei Tests auf die Strecke einstellen.“
Meisterschaftsstand Klasse KZ2 nach 2 von 5 Läufen:
1. Daniel Stell (147 Punkte)
2. Emilien Denner (142 Punkte)
3. Marek Skrivan (134 Punkte)
4. Dion van Werven (131 Punkte)
5. Matej Preuss (108 Punkte)
Mini: Albert Poulsen bestätigt starke Form
In der Mini-Klasse setzte Albert Poulsen (Poulsen Motorsport) bereits im Zeittraining das erste Ausrufezeichen. Der Däne fuhr auf die Pole-Position und bestätigte seine Pace anschließend auch in den Heats. Beide Vorläufe gingen an den Dänen, der damit auch nach den Heats an der Spitze lag. Im Super Heat setzte sich Maddox Mason (Lanari Racing Team) durch und fuhr zugleich die schnellste Runde, doch Poulsen behielt die Pole-Position und damit beste Ausgangslage für das Finale.
Dort gewann er den Start und behauptete zunächst die Führung. Dahinter bildete sich eine internationale Spitzengruppe mit Mikas Toro Lundsholm (AF Competition), Maddox Mason, Leo Klok (CRG Holland) und weiteren Verfolgern. In der zweiten Rennhälfte rückte das Feld an der Spitze enger zusammen. Mason übernahm kurzzeitig die Führung, fiel nach dem Konter von Poulsen jedoch wieder zurück. Auch Klok mischte in der Schlussphase im Podiumskampf mit. Am Ende setzte sich Poulsen durch, krönte sein starkes Wochenende mit dem Finalsieg und zeigte sich im Siegerinterview bester Laune: „Es fühlt sich sehr gut an, gewonnen zu haben. Das Finale war nicht einfach und der Druck der Verfolger war hoch. Letztlich habe ich aber meine Position verteidigt.“ Lundsholm wurde Zweiter, Mason komplettierte das Podium und markierte im Finale die schnellste Rennrunde. Dahinter folgten Vaclav Rumlena (MVM Racing) und Noe Sulitka. Roman Meister (TB Racing Team), der Meisterschaftsführende nach dem Auftakt in Mülsen, kämpfte sich im Finale noch bis auf Platz sechs nach vorne.
Meisterschaftsstand Klasse Mini nach 2 von 5 Läufen:
1. Albert Poulsen (178 Punkte)
2. Mikas Toro Lundsholm (154 Punkte)
3. Leo Klok (132 Punkte)
4. Roman Meister (131 Punkte)
5. Lion Osaj (109 Punkte)
OK-N Junior: Henri Möhring mit nahezu perfektem Wochenende
Der Sieger des Saisonauftakts in Mülsen setzte auch in Cheb von Beginn an den Maßstab. Henri Möhring (Dörr Motorsport) holte sich die Pole-Position und gewann anschließend beide Heats. Dabei lieferten sich die Junioren aber packende Rennen und es gab mehrmals Verschiebungen an der Spitze. Letztlich war es aber der Förderpilot aus dem Motorsport Team Germany, der das Feld anführte und auch am Sonntagmorgen im Super Heat seine Serie fortsetzte.
Im Finale erwischte der Dörr-Motorsport-Pilot erneut einen perfekten Start und übernahm direkt die Führung. Hinter ihm sortierte sich zunächst das Lanari Racing Team-Duo Mattao Mason und Milan Rossi sowie Jindrich Svoboda (Hagemann Racing) und Gustav Christensen (CRG Holland) ein. Zwischenzeitlich übernahm Mason die Spitze, doch Möhring blieb in Schlagdistanz und drehte das Duell im weiteren Rennverlauf wieder zu seinen Gunsten. In der zweiten Hälfte setzte sich der Hesse erneut an die Spitze und brachte den Sieg kontrolliert ins Ziel. Rossi rückte auf Rang zwei vor, Mason belegte Platz drei. Svoboda und Christensen komplettierten die Top-Fünf. Zusätzlich fuhr Möhring die schnellste Rennrunde und machte sein starkes Wochenende damit komplett. „Es war ein spannendes und anstrengendes Rennen. Zur Halbzeit hatte ich aber den höheren Speed und legte damit den Grundstein zum Sieg. Nun bereiten wir uns auf Ampfing vor und möchten die Führung weiter ausbauen“, sagte Möhring nach seinem zweiten Saisonsieg.
Meisterschaftsstand Klasse OK-N Junior nach 2 von 5 Läufen:
1. Henri Moehring (195 Punkte)
2. Milan Rossi (158 Punkte)
3. Mattao Mason (151 Punkte)
4. Carlos Nees (115 Punkte)
5. Sebastian Brand (112 Punkte)
OK-N: Jakub Kamenik gewinnt tschechisches Duell gegen Martina Rumlenova
Die OK-N entwickelte sich in Cheb zu einer der spannendsten Klassen. Martina Rumlenova (MVM Racing) nutzte ihren Heimvorteil und sicherte sie sich den 32Five Pole-Position-Award. Auch in den Heats blieb sie stark: Rumlenova gewann auf heimischem Boden den ersten Vorlauf, während Leonard Frey (Ebert Motorsport) Durchgang zwei für sich entschied. Nach den Heats führte dennoch Rumlenova das Feld an. Auch im Super Heat am Sonntag blieb die Lokalmatadorin vorne.
Aus der zweiten Startposition gewann im Finale zunächst Ben Goetz (Ebert Motorsport) den Start. Doch bereits in der ersten Runde übernahm wieder Rumlenova die Führung. Dahinter formierten sich Jakub Kamenik (Lanari Racing Team), Goetz und Rick Nadin (Ebert Motorsport) in der Spitzengruppe. Im weiteren Rennverlauf rückte Kamenik immer näher an Rumlenova heran und übernahm schließlich die Spitze. In der Schlussphase entwickelte sich ein enges Quartett um den Sieg. Rumlenova attackierte Kamenik in der letzten Runde noch einmal, während Constantin Papst (TB Racing Team) gleichzeitig Druck auf Goetz im Kampf um Platz drei machte. Die Reihenfolge blieb jedoch bestehen. Kamenik gewann das tschechische Duell knapp vor Rumlenova und Goetz. Papst wurde Vierter, Nadin komplettierte die Top-Fünf. Nach seinem Sieg war Kamenik glücklich über den Erfolg: „Wir hatten bis zum Ende einen harten und engen Fight um den Sieg. Das war sehr cool und hat viel Spaß gemacht.“
Meisterschaftsstand Klasse OK-N nach 2 von 5 Läufen:
1. Jakub Kamenik (182 Punkte)
2. Constantin Papst (167 Punkte)
3. Ben Goetz (153 Punkte)
4. Maxim Becker (103 Punkte)
5. Lias Erbersdobler (98 Punkte)
KZ2 Cup: Oliver Staedtler nutzt seine Chance
Der KZ2 Cup war mit 46 Startern erneut die größte Klasse des Wochenendes. In vier Gruppen und drei Heats pro Fahrer war bereits der Weg ins Finale anspruchsvoll. Pavel Vimmer (TB Racing Team) gewann das Qualifying und prägte anschließend auch die Vorläufe. Der TB-Racing-Team-Pilot gewann alle drei Heats und führte nach den Vorläufen die Wertung an. Weitere Heat-Siege gingen an Ondrej Pikl (Karting Planet s.r.o), Marc Gerstenkorn (Mach1 Motorsport) und Manuel Kastl (CS Competition). Auch im Super Heat blieb Vimmer zunächst die bestimmende Figur und gewann Super Heat A. Sein Teamkollege Kevin Lantinga (TB Racing Team) entschied Super Heat B für sich, während Oliver Staedtler (Formula K SRP Factory Team) mit Platz zwei einen ersten Ausblick auf das Finale gab.
Die Finalaufstellung führte dennoch Vimmer vor Lantinga, Staedtler, Kastl und Martin Antos (Spirit Racing) an. Nur die besten 36 Fahrer qualifizierten sich für das Finale. Im Endlauf setzte sich Vimmer zunächst ab, doch in der achten Runde kam es zu einer entscheidenden Wendung: Der Tscheche fiel mit einem technischen Defekt aus. Kastl übernahm die Führung und sah lange wie der mögliche Sieger aus. Doch Staedtler arbeitete sich nach vorne und setzte drei Runden vor Schluss ein starkes Manöver. Unter dem Applaus der Zuschauer übernahm er die Spitze und gab sie nicht mehr ab. Kastl wurde Zweiter und verteidigte damit seine Meisterschaftsführung, während Gerstenkorn nach einem schwierigen Super Heat im Finale von Startplatz 15 aus Boden gutmachte und sich in der letzten Runde noch Platz drei sicherte. Martin Antos und Oskar Steinbach (Kartshop Ampfing) rundeten die Top-Fünf ab. „Nach einem nicht perfekten Start, konnte ich wieder Plätze gut machen und am Ende gewinnen. Es war ein tolles Wochenende in Cheb, wir waren zu einem Testwochenende hier und haben dabei unsere Hausaufgaben gemacht“, fasste Staedtler seinen Triumph zusammen.
Meisterschaftsstand Klasse KZ2 nach 2 von 5 Läufen:
1. Manuel Kastl (173 Punkte)
2. Oliver Staedtler (162 Punkte)
3. Marc Gerstenkorn (141 Punkte)
4. Pavel Vimmer (104 Punkte)
5. Jayden Gushiken (84 Punkte)
Nach der gelungenen Premiere in Cheb richtet sich der Blick der Deutschen Kart-Meisterschaft nun auf den dritten Saisonlauf. Mitte Juli (19.-21.07.) geht es nach Ampfing, wo bereits die Halbzeit der Saison 2026 ansteht. Nach zwei intensiven Rennwochenenden haben sich in allen fünf Klassen erste Tendenzen abgezeichnet, die Abstände bleiben jedoch eng. Die DKM-Saison nimmt damit weiter Fahrt auf. Nach Mülsen und Cheb wartet in Ampfing die nächste Bewährungsprobe und spätestens zur Halbzeit wird sich zeigen, wer sich im Titelkampf absetzen kann.


