Kart-EM in Mülsen: Die Stars von morgen kämpfen in Sachsen um wichtige Punkte
Luke Kornder reist als deutscher Hoffnungsträger in die Arena E
In zwei Wochen wird die Arena E wieder zur internationalen Bühne des Kartsports. Vom 12. bis 14. Juni gastiert die FIA Kart-Europameisterschaft der Klassen OK Junior und OK auf der 1.315 Meter langen Strecke nahe Zwickau. Bereits am Donnerstag starten die ersten freien Trainings, bevor es ab Freitag mit Qualifying, Vorläufen und den Entscheidungen um wichtige EM-Punkte ernst wird. Für die Region bedeutet das erneut Motorsport auf höchstem internationalem Niveau und vielleicht auch einen Blick auf die Formel-1-Stars von morgen.
Die beiden Kategorien OK Junior und OK feiern in ihrer heutigen Form ein kleines Jubiläum. Seit 2016 bilden sie eine der wichtigsten Nachwuchsschulen im internationalen Kartsport. Viele Fahrer, die heute in den großen Formelserien unterwegs sind, sammelten dort ihre entscheidenden Erfahrungen. Namen wie Lando Norris, Max Verstappen oder Andrea Kimi Antonelli zeigen, welchen Stellenwert diese Klassen besitzen. Antonelli gewann 2021 die FIA Kart-Europameisterschaft in der OK-Kategorie und führt nun nach vier Siegen die Formel-1-Weltmeisterschaft an. Wer in Mülsen an den Start geht, steht am Beginn eines Weges, der bis an die Spitze führen kann.
Auch aus deutscher Sicht hat die Historie Gewicht. Der letzte deutsche Europameister in einer dieser beiden Klassen war Hannes Janker. Er gewann 2018 den Titel in der OK-Kategorie und setzte damit ein besonderes Ausrufezeichen für den deutschen Kartsport. Seitdem warten die deutschen Farben auf den nächsten großen EM-Erfolg in den Direktantriebsklassen.
Einer, der diese Geschichte fortschreiben könnte, ist Luke Kornder. Der Nachwuchspilot aus Zülpich (NRW) zählt in diesem Jahr zu den stärksten deutschen Fahrern im internationalen Feld. 2023 gewann er die Deutsche Junioren-Kart-Meisterschaft und machte damit national auf sich aufmerksam. In dieser Saison ist Kornder in der OK-Klasse angekommen und setzte bereits beim EM-Auftakt in La Conca ein klares Zeichen: Mit Platz zwei im Finale fuhr er direkt auf das Podium und reist damit als einer der Fahrer nach Mülsen, denen vor heimischer Kulisse viel zuzutrauen ist. Die Arena E kennt Kornder bereits bestens. Schon in den vergangenen Jahren war er mehrfach auf der modernen Kartstrecke in Sachsen unterwegs und sammelte dort wichtige Erfahrungen.
Das Rennwochenende beginnt am Donnerstag mit Testfahrten. Am Freitag folgen das Qualifying und die ersten Vorläufe, die am Samstag fortgesetzt werden. Am Sonntag entscheiden die letzten Vorrennen über den Einzug in die Finals. Nur die jeweils besten 36 Fahrerinnen und Fahrer der Klassen OK Junior und OK qualifizieren sich für die entscheidenden Rennen und kämpfen dort um wichtige Punkte in der Europameisterschaft.
Ergänzt wird das Programm durch die FIA Karting Academy Trophy. In dieser Nachwuchsserie treten die Teilnehmer mit identischem Material an. Jede Nation nominiert einen Fahrer oder eine Fahrerin, für Deutschland startet Constantin Papst. Das Papst sich in Mülsen bestens auskennt, bewies er beim Auftakt der Deutschen Kart-Meisterschaft vor wenigen Wochen. Dabei feierte er einen klaren Sieg und führt das Championat an.
Für Zuschauer bietet das Wochenende Motorsport zum Anfassen. Der Eintritt ins Fahrerlager ist möglich, Fans können den Teams und Fahrern aus nächster Nähe über die Schulter schauen. Tickets für Freitag bis Sonntag kosten für Erwachsene sowie Kinder ab zwölf Jahren 25 Euro pro Person, Kinder bis zwölf Jahre zahlen 15 Euro. Am Samstagabend findet zusätzlich die Race-Party in der Karthalle der Arena E statt.
Mit der Rückkehr der FIA Kart-Europameisterschaft bekommt Mülsen erneut ein internationales Highlight. Zehn Jahre nach Einführung der OK- und OK-Junior-Kategorien bietet sich in Sachsen die Chance, die nächste Generation großer Motorsporttalente live zu erleben und vielleicht auch den nächsten deutschen Fahrer auf dem Weg zu einem internationalen Titel.


