Baglin und Green krönen sich in Kristianstad zu Europameistern
Constantin Papst kämpft sich in die Top-Ten
Auf dem traditionsreichen Åsum Ring in Kristianstad fielen am vergangenen Wochenende die letzten Entscheidungen der FIA Kart-Europameisterschaft 2026. Insgesamt 261 Fahrerinnen und Fahrer traten auf dem schwedischen Kurs in den Klassen OK, OK Junior und Academy Senior an. Während Noah Baglin und Will Green die beiden EM-Titel für Kart Republic sicherten, setzte sich Albie Lapper in der FIA Karting Academy Trophy Senior durch. Aus deutscher Sicht überzeugte vor allem Constantin Papst mit einer starken Aufholjagd im Finale.
OK: Baglin vollendet starke Saison
Noah Baglin (GBR, KR Motorsport) reiste mit einem Vorsprung von 23 Punkten auf Zac Drummond (GBR, Fusion Motorsport) zum Finale nach Schweden. Niklas Schaufler (AUT) und Dean Hoogendoorn (NED) besaßen ebenfalls noch rechnerische Titelchancen, benötigten dafür jedoch ein nahezu perfektes Wochenende.
Im Qualifying blieben die Meisterschaftsanwärter zunächst hinter den Erwartungen zurück. Dan Allemann (SUI) sicherte sich die Pole-Position, während Baglin auf Platz 13 landete. Drummond musste sich sogar mit Rang 44 zufriedengeben. Auch Schaufler und Hoogendoorn verpassten mit den Positionen 33 und 25 den Sprung an die Spitze.
Baglin arbeitete sich in den Heats kontinuierlich nach vorne und gewann einen seiner Läufe. Gleichzeitig erlitt Drummond zwei Ausfälle und geriet im Titelkampf deutlich ins Hintertreffen. Vor dem Finaltag betrug Baglins Vorsprung bereits 42 Punkte, während Hoogendoorn und Schaufler keine realistische Titelchance mehr besaßen.
Im Super Heat benötigte Baglin nur noch wenige Punkte, um die Meisterschaft vorzeitig zu entscheiden. William Calleja (AUS, Parolin Motorsport) verteidigte an der Spitze seine Führung, während Baglin nach einem verhaltenen Start wieder bis auf Platz zwei nach vorne fuhr. Drummond kämpfte sich von Rang 22 bis auf Position sechs, konnte die Titelentscheidung aber nicht mehr verhindern. Baglin ging damit als praktisch feststehender Europameister in das Finale.
Dort setzte sich Calleja früh an die Spitze und kontrollierte das Rennen. Baglin fiel nach einer Berührung zunächst zurück, eroberte Rang zwei jedoch schnell zurück. Drummond startete eine weitere starke Aufholjagd, machte innerhalb weniger Runden 16 Plätze gut und hielt seine theoretische Titelchance kurzzeitig am Leben. In Runde elf endete sein Rennen jedoch vorzeitig – Baglin stand endgültig als Europameister fest.
Calleja gewann das Saisonfinale vor Baglin und Hoogendoorn. Der Brite fügte seinem Junioren-Weltmeistertitel aus dem Vorjahr damit nun auch die Europameisterschaft in der OK-Klasse hinzu.
Die beiden deutschen Fahrer verpassten den Finaleinzug. Amin Kara Osman beendete die Qualifikationsphase nach den Heats auf Platz 40. Für Luke Kornder verlief das Wochenende ebenfalls schwierig, er wurde auf Rang 71 gewertet.
Finalergebnis OK
- William Calleja
- Noah Baglin
- Dean Hoogendoorn
- Ilie Tristan Crisan
- Henry Domain
Meisterschaftsstand OK
- Noah Baglin (316 Punkte)
- Zac Drummond (221 Punkte)
- Dean Hoogendoorn (221 Punkte)
OK Junior: Green macht Titel im Super Heat perfekt
Will Green (GBR, KR Motorsport) ging mit einem komfortablen Vorsprung von 72 Punkten in das letzte Rennwochenende. Lediglich Daniel Miron Lorente (ESP, Fusion Motorsport) und Many Nuvolini (FRA, KR Motorsport) verfügten rechnerisch noch über Chancen auf den Titel.
Miron Lorente setzte im Qualifying ein klares Zeichen und fuhr auf die Pole-Position. Green kam dagegen nicht über Platz 15 hinaus und musste nach einer Kollision in einem der ersten Heats einen Ausfall hinnehmen. Miron Lorente gewann beide Auftaktläufe und hielt den Titelkampf damit zunächst offen.
Am Samstag sammelte Green jedoch die benötigten Punkte. Der Brite fuhr kontrolliert durch seine Heats, während Miron Lorente in einem direkten Duell acht Positionen verlor. Der Spanier gewann zwar seinen letzten Vorlauf und führte die Zwischenwertung an, konnte den Rückstand in der Meisterschaft aber nur noch auf 50 Punkte verkürzen.
Die Entscheidung fiel im Super Heat. Miron Lorente startete aus der Pole-Position, rutschte jedoch bereits in der Anfangsphase bis an das Ende der Top-Ten zurück. Green fuhr von der vierten Startreihe nach vorne und überholte seinen letzten Titelrivalen. Mit Platz vier sammelte er genügend Punkte und stand bereits vor dem Finale als neuer Junioren-Europameister fest.
Im Endlauf übernahm Emerson MacAndrew-Uren (GBR, Tony Kart Racing Team) nach einem schwachen Start von Pole-Setter Stan Ratajski (FRA) die Führung. Hinter ihm entwickelte sich ein enger Kampf um die weiteren Podestplätze, während ein Zwischenfall in der ersten Runde bereits mehrere Fahrer aus dem Rennen nahm. MacAndrew-Uren setzte sich an der Spitze ab und feierte mit mehr als drei Sekunden Vorsprung seinen ersten FIA-Karting-Sieg. Leon Chelidze (GEO) wurde Zweiter. Lucas Palacio (USA) und Miron Lorente überquerten die Ziellinie nahezu zeitgleich im Kampf um Rang drei, erhielten anschließend aber jeweils eine Fünf-Sekunden-Strafe. Dadurch rückte Zack Zhaoqi Zhu (FRA) auf das Podium vor. Green beendete sein letztes EM-Rennen als Zwölfter.
Finalergebnis OK Junior
- Emerson MacAndrew-Uren
- Leon Chelidze
- Zack Zhaoqi Zhu
- Julian Frasnelli
- Mason Robertson
Meisterschaftsstand OK Junior
- Will Green (282 Punkte)
- Daniel Miron Lorente (210 Punkte)
- Many Nuvolini (187 Punkte)
Academy Senior: Lapper profitiert von Genolet-Disqualifikation
In der FIA Karting Academy Trophy Senior reisten Albie Lapper (GBR), Alexis Genolet (SUI) und Filip Planeta (CZE) mit Chancen auf den Titel nach Kristianstad. Lapper führte die Gesamtwertung mit 30 Punkten Vorsprung an.
Im Qualifying setzte Michal Zajac (POL) die Bestzeit. Hinter ihm folgten Lapper, Genolet und Planeta, womit die Titelanwärter geschlossen im Vorderfeld lagen. Auch in den Heats blieb das Kräfteverhältnis eng. Zajac verteidigte die Führung in der Zwischenwertung vor Genolet und Lapper.
Im Finale übernahm Genolet früh die Spitze. Zajac und Planeta kollidierten bereits in Runde vier und mussten ihre Titelhoffnungen begraben. Damit entwickelte sich ein direktes Duell zwischen Genolet und Lapper. Der Schweizer hielt seinen Konkurrenten zunächst auf Abstand und überquerte die Ziellinie als Sieger.
Bei der technischen Kontrolle war Genolets Kart jedoch zu leicht. Die anschließende Disqualifikation machte Lapper zum offiziellen Rennsieger und bescherte ihm gleichzeitig den Titel in der Academy Trophy Senior. Liam Carr (AUS) und Konsta Sipilä (FIN) komplettierten das Podium.
Constantin Papst zeigte aus deutscher Sicht ein starkes Wochenende. Nach Platz zehn im Qualifying verbesserte er sich über die Heats auf Rang 13 und startete damit aus einer aussichtsreichen Position in das Finale. Dort kämpfte er sich bis auf Platz sechs nach vorne. Eine nachträgliche Frontspoilerstrafe warf ihn noch auf Rang acht zurück. Trotz der Strafe beendete Papst das Saisonfinale mit einer überzeugenden Vorstellung.
Finalergebnis Academy Senior
- Albert Lapper
- Liam Carr
- Konsta Sipilä
- Ioan Tudor Jercan
- Simba Motoda
Meisterschaftsstand Academy Senior
- Albert Lapper (198 Punkte)
- Alexis Genolet (121 Punkte)
- Filip Planeta (111 Punkte)
Mit den Titelgewinnen von Noah Baglin, Will Green und Albie Lapper endete die FIA Kart-Europameisterschaft 2026 mit drei britischen Gesamtsiegern. Weiter geht es im internationalen FIA-Karting-Kalender vom 11. bis 13. September mit der Arrive and Drive Asia-Pacific Championship in Macau.


