Marlon Mathei siegt beim Klassik-Kart Pokal in Oppenrod
50 Fahrerinnen und Fahrer aus vier Nationen
Der Internationale Deutsche Klassik-Kart Pokal machte am 13. und 14. Juni Station in Oppenrod und brachte erneut Motorsportgeschichte auf die Strecke. Insgesamt 50 Fahrerinnen und Fahrer aus vier Nationen folgten der Einladung des KCD 90 und des Klassik Kart Club Deutschland. Besonders stark vertreten waren die Gäste aus den Nachbarländern: Allein aus den Niederlanden reisten 16 Kartfreunde an, hinzu kamen fünf Teilnehmer aus Frankreich.
Das traditionsreiche Event, das in diesem Jahr bereits zum 16. Mal ausgetragen wurde, bot eine gelungene Mischung aus sportlichem Wettbewerb, historischem Kartsport und gelebter Kameradschaft. Einen besonderen Platz nahmen erneut die Demonstrationsläufe der Karts aus den frühen Jahren ein. Auf dem alten Oppenroder Bahnteil wurden seltene Fahrzeuge präsentiert, die die Entwicklung des Kartsports eindrucksvoll nachzeichneten.
Zu den besonderen Exponaten zählte unter anderem ein Goetze-Kart, das einst von der Firma Götze in Zusammenarbeit mit Graf Berghe von Trips gebaut wurde und von Burkard Ballhorn eingesetzt wurde. Ebenfalls zu sehen waren zwei seltene Wiedam-Karts der Firma Wiedemann, bestückt mit Ilo-Motoren und zeitgenössisch bewegt von Olaf Stauch und Peter Berster. Ergänzt wurde das Feld durch weitere besondere Fahrzeuge, darunter ein Eigenbau aus dem Nachlass von Tuner Dieter Otto, gefahren von Gerald Sittig, sowie ein Hess McCulloch von Andreas Kohler.
Auch auf der Strecke wurde deutlich, wie groß die Unterschiede zwischen den frühen Konstruktionen und den späteren Kart-Generationen waren. Ethan van Kouwen und Jordi van Koppel zeigten mit Karts aus den frühen 1970er-Jahren eindrucksvoll, wie schnell die technische Entwicklung im Kartsport voranschritt. Die körperbetonte Fahrweise der frühen Jahre sorgte dabei für viel Aufmerksamkeit bei den Zuschauern.
Ein emotionaler Moment war der Corso zu Ehren der verstorbenen Kartfreunde Piet Füssel und Gerhard Raab. Die gemeinsame Fahrt zeigte einmal mehr den besonderen Zusammenhalt innerhalb der Klassik-Kart-Szene.
Sportlich wurden die Läufe zur Klassik Kart Meisterschaft in zwei Wertungsgruppen ausgetragen. Die Einteilung erfolgte über die Rundenzeiten aus der Qualifikation, anschließend standen jeweils drei Wertungsläufe auf dem Programm.
In der Gruppe eins setzte sich der amtierende Meister Marlon Mathei durch und unterstrich damit erneut seine starke Form. Dahinter belegte Thomas Reim aus Sulzbach Rang zwei vor Moritz Keller. Platz vier ging an Thomas Kracht aus Blumberg, gefolgt von Rian Kok aus den Niederlanden. Jean Marc Malesieux aus Frankreich wurde Sechster vor Jasper Martens und Bart van den Hul aus den Niederlanden. Mario Roth aus Heilberscheid belegte Platz neun, Anne Schulz Bott aus der Schweiz komplettierte die Top Ten und überzeugte mit starkem Speed.
Die Gruppe zwei gewann Jan Leppink aus den Niederlanden. Rang zwei ging an Philippe de Mautor aus Frankreich, gefolgt von Bert Kok aus den Niederlanden. Jens Greif aus Bad Mergentheim belegte Platz vier vor Andre Couillard aus Frankreich. Dahinter folgten Gastone Cauli, Lies Lemckert und Henk Jan Elbert aus den Niederlanden. Guy Lagarde aus Frankreich wurde Neunter und erhielt zusätzlich den Pokal für die längste Anreise. Andreas Kohler aus Bad Liebenzell rundete die Top Ten ab.
Durch die starke internationale Beteiligung erhielt die Veranstaltung auch sportlich einen besonderen Charakter. Das zeigte sich vor allem im abschließenden Nations Cup, der von Koordinator Heinz Gockel organisiert wurde. Jeweils vier Fahrer traten für Deutschland, Frankreich sowie zwei niederländische Mannschaften an. Die Startpositionen wurden ausgelost, was für zusätzliche Positionskämpfe sorgte. Am Ende gewann Holland 1 vor Deutschland und der französischen Equipe Tricolore. Rang vier ging an Holland 2.
Bei besten Bedingungen am Sonntag entwickelte sich der Klassik-Kart Pokal erneut zu einem erfolgreichen Treffen der historischen Kartszene. Neben dem sportlichen Wettbewerb standen vor allem die Freude am Kartsport, der internationale Austausch und die besondere Atmosphäre im Mittelpunkt.
In der Meisterschaft spricht zur Saisonhalbzeit vieles für den amtierenden Champion Marlon Mathei. Der Duisburger baute seine Führung weiter aus, während einige seiner Verfolger in Oppenrod nur wenige Punkte mitnehmen konnten. Thomas Reim und Thomas Kracht schlossen dagegen wieder zur Verfolgergruppe auf. Entschieden ist jedoch noch nichts: Drei Veranstaltungen stehen noch aus.
Weiter geht es bereits in zwei Wochen im bergischen Land auf der Strecke Hahn-Wildberger Hütte. Danach folgen die Läufe in Gerolzhofen und das Saisonfinale im hessischen Wittgenborn.


