Dramatische Finals und starke Sieger beim FIA-Karting-Wochenende in Mülsen

Papst, Möhring und Kornder setzen deutsche Akzente

14. Juni 2026, 20:09
Autor: Fast-Media | Björn Niemann | Bilderquelle: Loredana Ivancov
Dramatische Finals und starke Sieger beim FIA-Karting-Wochenende in Mülsen

Die Motorsportarena Mülsen stand am Wochenende ganz im Zeichen des internationalen Kartsports. Vom 12. bis 14. Juni gastierte die FIA Karting European Championship mit den Klassen OK und OK Junior sowie die FIA Karting Academy Trophy Senior auf der 1.315 Meter langen Strecke in Sachsen. Insgesamt waren 206 Fahrerinnen und Fahrer vertreten. 2.100 Zuschauer verfolgten die Rennen vor Ort und sahen ein Wochenende mit teils schwierigen Bedingungen und dramatischen Finalentscheidungen.

Bereits die ersten Tage stellten Fahrer und Teams vor große Herausforderungen. Am Donnerstag und Freitag sorgten viel Regen, Wind und wechselnde Streckenbedingungen für schwierige Abstimmungsarbeit. Besonders das Zeittraining wurde dadurch zu einer echten Bewährungsprobe. Am Samstag und Sonntag blieb das Wetter wechselhaft. Nach anfänglichem Regen wurde der Samstag zu einem langen, aber reibungslos verlaufenden Heat-Marathon mit 28 Vorläufen. Am Sonntag trocknete die Strecke nach leichtem Regen am Morgen zunächst ab, ehe vor allem zur Mittagszeit immer wieder einsetzender Regen für zusätzliche Dramatik in den Finalrennen sorgte.

Sportlich standen am Ende drei Sieger im Mittelpunkt: Der Brite Will Green setzte sich in der OK Junior durch, Zac Drummond aus Großbritannien gewann das dramatische OK-Finale und Filip Planeta aus Tschechien dominierte die Academy Trophy Senior. Aus deutscher Sicht sorgten vor allem Constantin Papst, Henri Möhring und Luke Kornder für starke Akzente.

OK Junior: Will Green gewinnt nach dramatischer Schlussphase

Die OK Junior war mit 84 Fahrerinnen und Fahrern das größte Feld des Wochenendes. Bereits im Zeittraining setzte Remigiusz Samczyk (Polen, Forza Racing) mit der Bestzeit vor Daniel Miron Lorente (Spanien, Fusion Motorsport) und Niccolò Perico (Italien, KR Motorsport) die erste Duftmarke. Bester deutscher Fahrer war Henri Möhring (Dörr Motorsport) auf Rang zehn. Nach den Heats übernahm dann Will Green (Großbritannien, KR Motorsport) die Kontrolle und führte die Zwischenwertung deutlich an.

Im Finale entwickelte sich ein intensives Rennen über 20 Runden. Green führte zunächst, bevor Alex Molota (Slowenien, Hagemann Racing) die Spitze übernahm. Drei Runden vor Schluss brachte eine Slow-Phase das Feld noch einmal eng zusammen und sorgte für zusätzliche Spannung. Molota verteidigte auf der Strecke zunächst seine Führung und sah als Erster die Ziellinie, wurde nach mehreren Zeitstrafen jedoch nur als Siebter gewertet.

Damit ging der Sieg an Green, der über das gesamte Wochenende konstant in der Spitzengruppe zu finden war. Antonio Pizzonia (Italien, Ward Racing) belegte Rang zwei, Zdenek Babicek (Tschechien, TEPZ Racing Team) komplettierte als Dritter das Podium. Daniel Miron Lorente wurde Vierter und fuhr zudem die schnellste Rennrunde. Many Nuvolini (Frankreich, KR Motorsport) folgte auf Platz fünf.

Der Deutsche Henri Möhring aus dem hessischen Schöneck zeigte in Mülsen ein starkes Wochenende. Nach Platz zehn im Zeittraining mischte er auch in den Heats im Spitzenfeld mit und startete als 13. in das Finale. Dort präsentierte er sich erneut stark und fuhr teilweise in Schlagdistanz zu den Top-Ten. Letztlich warf ihn eine Fünf-Sekunden-Zeitstrafe etwas zurück und er wurde als 18. gewertet.

Die weiteren deutschen Fahrer verpassten dagegen den Finaleinzug. Milan Rossi (Lanari Racing Team) beendete das Wochenende auf Platz 59, Edin Keserovic (Lanari Racing Team) kämpfte sich nach einem schwierigen Start mit einer Disqualifikation im Zeittraining auf Rang 69 nach vorne. Nick Ried (Lanari Racing Team) und Neo Knapp (DR Srl) schafften ebenfalls nicht den Sprung in das Finale.

OK: Drummond erbt Sieg von Schaufler

Auch in der OK-Klasse bot das Wochenende Motorsport auf höchstem Niveau. 78 Fahrerinnen und Fahrer waren am Start. Im Zeittraining setzte William Calleja (Australien, Parolin Motorsport) die Bestzeit, gefolgt von Asher Ochstein (USA, CRG Racing Team) und Luke Kornder (Ricky Flynn Motorsport). Der Deutsche zeigte damit früh seine starke Pace und reihte sich direkt in der Spitzengruppe ein.

Nach den Heats lagen Calleja und Zac Drummond (Großbritannien, Fusion Motorsport) punktgleich an der Spitze. Dean Hoogendoorn (Niederlande, Parolin Motorsport) folgte in Schlagdistanz, während Niklas Schaufler (Österreich, DPK Racing) mit einer starken Heat-Phase bis in die Top-Fünf nach vorne kam. Kornder blieb ebenfalls vorne dabei und qualifizierte sich als Neunter sicher für das Finale.

Dieses wurde dann zum Krimi: Drummond führte über weite Strecken das Feld an, hatte aber schon früh Schaufler in seinem Nacken hängen. Kurz vor Ende setzte Nieselregen ein und Schaufler nutzte seine Chance. Der Österreicher ging an die Spitze und holte sich den Sieg. Auf Grund des wechselnden Wetters wurde das Rennen drei Runden vor Schluss mit roter Flagge beendet. Doch eine spätere Zeitstrafe für Schaufler warf ihn auf Platz fünf zurück. Neuer Sieger war Drummond vor Oliver Kinnmark (Schweden, VDK Racing) und Valerio Viapiana (Italien, Tony Kart Racing Team). Hoogendoorn rutschte auf Rang vier vor.

Für Luke Kornder endete ein bis dahin starkes Wochenende unglücklich. Nach Platz drei im Zeittraining, Rang sechs nach den Heats und Platz neun in der Startaufstellung zum Finale war in diesem bereits nach drei Runden Schluss. Amin Kara Osman (Haupt Racing Team) und Jan Schwarzer (IPK Factory Team) erreichten den Finaleinzug nicht.

Academy Trophy Senior: Filip Planeta dominiert das Finale

In der FIA Karting Academy Trophy Senior waren 44 Fahrerinnen und Fahrer am Start. Das Zeittraining gewann Sarp Kayol (Türkei) vor Filip Planeta (Tschechien) und Michal Zajac (Polen). Nach den Heats drehte Albert Lapper (Großbritannien) das Wochenende und übernahm nach Rang 16 im Zeittraining die Führung der Zwischenwertung. Planeta blieb als Zweiter jedoch in direkter Schlagdistanz und bestätigte bereits vor dem Finale seine starke Form.

Das Finale fand bei leichtem Nieselregen statt. Nach einer ereignisreichen Anfangsphase übernahm Planeta die Spitze und kontrollierte das Rennen souverän. Der Tscheche fuhr einen Vorsprung von fast fünf Sekunden heraus und gewann klar vor Lapper. Vanesa Silkunaite (Litauen) wurde Dritte, Jose Bautista Delich (Argentinien) und Boaz Maximov (Niederlande) komplettierten die Top-Fünf.

Aus deutscher Sicht sorgte Constantin Papst für das beste Finalergebnis des Wochenendes. Nach Platz 20 im Zeittraining und Rang 19 nach den Heats steigerte er sich im Finale deutlich und fuhr bis auf Platz sechs nach vorne. Damit erzielte Papst sein bislang bestes Ergebnis in der Academy Trophy Senior und setzte zum Abschluss des Wochenendes ein starkes Ausrufezeichen.

Gelungener Abschluss in der Arena E

Mit spannenden Rennen, wechselhaften Bedingungen und starken internationalen Feldern bot die FIA Karting European Championship in Mülsen ein intensives Rennwochenende. Nach der erfolgreichen Generalprobe durch die Champions of the Future Euro Series wenige Tage zuvor bestätigte die Motorsportarena Mülsen erneut ihren Stellenwert im internationalen Kartsport. Die 2.100 Zuschauer vor Ort erlebten einen gelungenen Abschluss mit dramatischen Finals, neuen Siegern und mehreren deutschen Achtungserfolgen.