28. Februar 2020, 18:36 | Autor: Timo Deck

Vier Jahre ist es her, dass die europäische Rotax-MAX-Challenge-Elite zum letzten Mal um den Winter Cup kämpfte: Vom 21. bis 23. Februar 2020 feierte das prestigeträchtige Format im spanischen Campillos endlich ein bemerkenswertes Comeback. Der von Camp Company, dem Ausrichter der erfolgreichen Rotax MAX Challenge Euro Trophy, organi-sierte Winter Cup begrüßte exakt 200 Fahrer aus über 25 Nationen – ein überwältigendes Feed-back, das den Bedarf nach einem RMC-Winter-Cup-Event unterstreicht. 

Perfekt vorbereitet war die moderne Kart-Anlage von Campillos in der Nähe von Malaga. Die 1.588 Meter lange Piste bot den Fahrern mit ihren Höhenunterschieden und ihrer abwechslungsreichen Streckenführung beste Voraussetzungen für packende Rennaction. Auch das große Fahrerlager, die Zuschauerränge und organisatorische Einrichtungen ließen keine Wünsche offen. Und selbst das Wetter konnte kaum besser sein. Eine sonnige, aber windige Woche mit Temperaturen um etwa 18° C garantierte den Fahrern, die in den Kategorien Micro MAX, Junior MAX, Senior MAX, MAX DD2 und MAX DD2 Masters antraten, hervorragende Test- und Rennbedingungen. Was den Wettbewerb angeht, so erwies sich der RMC Euro Trophy Winter Cup als wahres Kräftemessen der erfolgreichs-ten RMC-Fahrer Europas. Die Ambitionen waren groß, da die Fahrer das Event nicht nur zur Vorbe-reitung auf die Rennsaison nutzten, sondern zugleich um attraktive Preise kämpften. Unter anderem wartete auf die Sieger eine kostenlose Saison in der Rotax MAX Challenge Euro Trophy 2020 – ins-gesamt standen Preise im Wert von fast 35.000 Euro auf dem Spiel. 

Micro MAX: Marsh und Radenkovic geben das Tempo vor 

Zum ersten Mal im Rahmen eines RMC Euro Trophy Events am Start, hinterließ die Micro MAX-Klasse mit ihren 28 Nachwuchstalenten einen starken Eindruck. Zwei Namen bestimmten das Tem-po während des gesamten Wochenendes: Scott Marsh (Dan Holland Racing) aus Großbritannien und Mateja Radenkovic (Bouvin Power) aus Belgien. Die beiden wechselten regelmäßig die Füh-rung. Im Qualifying hatte Marsh die Nase vorn, während Radenkovic nach den Vorläufen zurück-schlug. Dieses Bild setzte sich in den Finals am Sonntag fort, wo beide die Rennsiege untereinander aufteilten. Letztlich war es Marsh, der das entscheidende zweite Rennen gewann und damit den Gesamtsieg vor Radenkovic eroberte. Der Preis für den besten Nebendarsteller ging an den Nieder-länder Dean Hoogendoorm (KR), der am Ende das Podium als Dritter komplettierte. 

Junior MAX: Oli Pylka fast unschlagbar 

Oli Pylka (Dan Holland Racing) war der herausragende Youngster im großen Feld der Junioren. Er bestimmte die Pace im Zeittraining, in den Vorläufen und – trotz großen Drucks der Konkurrenz – auch im ersten Finale. Nur das zweite Hauptrennen verlief für den Polen nicht nach Plan. Er fiel mehrere Positionen zurück und musste hart kämpfen, um wieder an die Spitze zu gelangen. Das ge-lang ihm letztlich nicht ganz, aber dennoch sah er die Zielflagge auf dem guten zweiten Platz hinter Daniel Guinchard (KR Sport) aus Großbritannien. In den kombinierten Ergebnissen beider Finals sammelte Pylka die meisten Punkte und krönte sich zum RMC Euro Trophy Winter Cup-Sieger 2020. Guinchard folgte auf dem Podium als Zweiter vor dem besten Rookie, Aaron Walker (Strawberry Racing), auf Rang drei. 

Senior MAX: Butcher verpasst Sieg, Valtanen gewinnt 

Mit 69 Fahrern stellte die Seniorenkategorie das größte Feld beim RMC Euro Trophy Winter Cup und versprach eine spannende Show. Dennoch stach von Anfang an ein Fahrer heraus: Juho Valta-nen (SP Motorsport). Der Finne fuhr nicht nur die beste Zeit im Qualifying, sondern behielt auch nach den Vorläufen die Gesamtführung. Beim ersten Finale am Sonntag wendete sich jedoch das Blatt für den Skandinavier. Er fiel auf den vierten Platz zurück, während Rookie Sean Butcher (KR Sport) den Rennsieg feierte. Doch der siegreiche Brite konnte seine Leistung im zweiten Finale nicht wiederholen. Obwohl er wieder schnell war und sogar als Erster die Zielflagge sah, erhielt er eine Zeitstrafe, da er nach einer Gelb-Phase einen Frühstart hingelegt hatte. Folglich meldete sich Juho Valtanen zurück, erbte den Rennsieg und damit am Ende sogar den Gesamtsieg. Butcher landete immerhin noch auf dem zweiten Podiumsplatz und verdrängte seinen Landsmann Lewis Gilbert (Po-tenza Racing Engines) auf den dritten Platz. 

MAX DD2: Xander Przybylak räumt ab 

Xander Przybylak (Bouvin Power) war der Mann des Wochenendes in der MAX DD2-Klasse. Nach-dem er im Qualifying die Messlatte gesetzt hatte, war er auch während der Vorläufe in Topform und sicherte sich für die Pole-Position für die Finalphase. Hier versuchten seine Gegner ihr Bestes, um den Tony-Kart-Piloten von einem Durchmarsch abzuhalten – am Ende ohne Erfolg. Przybylak ge-wann beide Finalläufe, sammelte das Maximum an Punkten und setzte sich in der Tageswertung durch. Hinter dem neuen Winterpokalsieger belegten der Franzose Nicloas Picot (Daems Racing) und der MAX DD2-Neuling Silas Rytter (RS Competition) aus Dänemark die Ehrenplätze auf dem Podium. 

MAX DD2 Master: Muranski dominiert, aber der Champion gewinnt 

Das Feld der MAX DD2 Master hatte Slawomir Muranksi (46Team) zu Beginn fest in der Hand. Der Pole war im Qualifying das Maß der Dinge und er verteidigte die Führung auch nach den Vorläufen. Kein Wunder also, dass Muranski auch im ersten Finale unschlagbar war. Doch ausgerechnet im entscheidenden zweiten Finale musste er einen Rückschlag in Kauf nehmen. Nach 15 Runden überquerte er die Ziellinie nur auf dem zweiten Platz hinter dem Franzosen Rudy Champion (PKS Competition), wodurch Muranski den Gesamtsieg knapp verlor. Gleichzeitig hatte sein französischer Kontrahent Grund zu jubeln, durfte Champion doch den Gesamtsieg feiern. Der Deutsche Andreas Schindler (RS Competition) stieg hinter den beiden Spitzenreitern auf die dritte Stufe des Podests. 

Meik Wagner, Organisator des RMC Euro Trophy Winter Cups, zog ein positives Fazit: „Das Come-back des RMC Winter Cups hat großen Eindruck hinterlassen. Noch nie war ein europäischer Win-tercup für Rotax-Fahrer so gut besucht. Rotax Racing hat mit dem Winter Cup einen weiteren Schritt gemacht, indem wir die Micro MAX-Kategorie zum ersten Mal in unsere Veranstaltung integriert ha-ben. Das hat das gesamte Programm bereichert und die gesamte Veranstaltung zu einem großen Erfolg gemacht. Es war ein aufregender Vorgeschmack auf die kommende Saison der Rotax MAX Challenge Euro Trophy, auf die wir uns freuen und die nicht weniger aufregend zu werden ver-spricht.“ 

Die RMC Euro Trophy startet vom 10. bis 14. April 2020 in Genk (BEL), bevor es nach Stopps in Ad-ria (ITA) und PFI (GBR) zum Finale nach Wackersdorf (GER) geht. Obwohl bis zum Saisonauftakt noch etwas Zeit bleibt, füllen sich die Felder bereits und nach ersten Vorhersagen erwartet man auch hier volle Felder. Neben den Kategorien Micro MAX, Junior MAX, Senior MAX, MAX DD2 und MAX DD2 Masters wird zusätzlich auch die Mini MAX-Klasse ins Programm aufgenommen.