Titelentscheidungen in Trinec: RMC Euro Trophy krönt ihre Champions 2026
Bezel, Babicek, Picot und Reuvers sichern sich die Meisterschaften
Mit einem abwechslungsreichen Saisonfinale ist am vergangenen Wochenende die Rotax MAX Challenge Euro Trophy auf dem Steel Ring im tschechischen Trinec zu Ende gegangen. 172 Fahrerinnen und Fahrer gingen beim vierten und letzten Saisonlauf an den Start und kämpften bei zunächst schwierigen Regenbedingungen um Tagessiege, Meistertitel und die verbliebenen Tickets für die Rotax MAX Challenge Grand Finals.
Während der Freitag komplett im Zeichen des Regens stand, präsentierte sich der Finaltag sonnig und sorgte für teilweise hauchdünne Entscheidungen. Die Siege gingen an Austin Oman in der Mini MAX, Zdenek Babicek bei den Junioren, Cian Geraghty in der Senior MAX, Jakub Bezel in der DD2 sowie Nicolas Picot bei den DD2 Masters. In den elektrischen E20-Kategorien triumphierten Adam Szabo und Gaston Di Bella.
Mini MAX: Oman gewinnt – Rolfe sichert Grand-Finals-Ticket
Anders als in den übrigen Klassen ging es für die 31 Mini-Piloten in Trinec nicht um eine saisonübergreifende Meisterschaft, sondern um den Czech Euro Cup und das damit verbundene Ticket für die Rotax MAX Challenge Grand Finals. Entsprechend hoch war die Bedeutung jedes einzelnen Rennens.
Im verregneten Qualifying setzte Cees Muijs (Sodikart) den ersten Maßstab und sicherte sich die Bestzeit vor Jan Wozniak. Auch im ersten Heat bestätigte Muijs seine starke Pace und gewann den Auftakt.
Am Finaltag verschob sich das Kräfteverhältnis an der Spitze. Austin Oman (Sam Pollitt Racing) setzte sich im entscheidenden Rennen gegen seine britischen Konkurrenten durch und sicherte sich den Sieg. Hinter ihm folgten die beiden KR-Sport-Piloten Logan Rolfe und Joshua Cooke, während der am Freitag noch führende Muijs das Finale auf Rang vier beendete.
Obwohl Oman das Rennen gewann, ging das verbliebene Grand-Finals-Ticket an den zweitplatzierten Rolfe. Damit steht auch der nächste Teilnehmer für das große Rotax-Weltfinale im November in Portimão fest.
Junior MAX: Babicek krönt Heimspiel mit Titel und Finalsieg
Mit 39 Fahrern stellte die Junior MAX das zweitgrößte Feld des Wochenendes. Vor dem Finale führte Zdenek Babicek (TEPZ Racing) die Meisterschaft mit 463 Punkten an, doch Rares Pascu und Martin Soltys lagen noch in Schlagdistanz.
Bei schwierigen Bedingungen am Freitag war zunächst Sebastian Clark (KR Sport) der schnellste Fahrer. Der Brite setzte in seiner Qualifying-Gruppe die Bestzeit und war gleichzeitig Gesamtschnellster. In der anderen Gruppe führte Emerson Macandrew-Uren vor Babicek. Die ersten beiden Heats gingen anschließend an Macandrew-Uren und Leo Gonzales.
Für Babicek sollte der entscheidende Moment am Finaltag kommen. Der Lokalmatador übernahm im Finale die Führung und ließ anschließend nichts mehr anbrennen. Mit seinem Heimsieg machte der Tscheche gleichzeitig den Gewinn der RMC Euro Trophy perfekt.
Hinter ihm überquerte Emerson Macandrew-Uren (Dan Holland Racing) die Ziellinie als Zweiter, während Martyn Soltys (KRK Racing) das Podium komplettierte. Neben Champion Babicek sicherten sich Soltys und Sebastian Clark die Tickets für die Grand Finals in Portugal.
Eine starke Aufholjagd zeigte Kimi Mey (Kraft Motorsport). Der Deutsche startete weit hinten in das Finale, machte im Verlauf des Rennens gleich 14 Positionen gut und kämpfte sich noch bis auf Rang 18 nach vorne.
Senior MAX: Geraghty gewinnt – Reuvers wird nach Nervenspiel Champion
Mit 73 Teilnehmern war die Senior MAX einmal mehr die größte und härtest umkämpfte Kategorie des Wochenendes. Die Ausgangslage vor dem Finale versprach Spannung: Jeremy Reuvers (Karting Club Campillos) reiste mit 434 Punkten als Tabellenführer nach Trinec, konnte sich seiner Sache aber keineswegs sicher sein.
Das Qualifying am Freitag lieferte bei starkem Regen bereits einige Überraschungen. Freddie Lloyd (Evolution Motorsport) fuhr die schnellste Runde des gesamten Feldes, während Dovydas Gudelevicius und Lewis Gilbert die weiteren Gruppen anführten. In den ersten vier Heats verteilten sich die Siege auf Gilbert, Ties van Wijk und Cian Geraghty, der gleich zweimal erfolgreich war.
Geraghty nahm diesen Schwung mit in den Finaltag. Cian Geraghty (Strawberry Racing) setzte sich im entscheidenden Rennen durch und bescherte dem Team von Paul Spencer den Sieg beim Saisonfinale. Freddie Lloyd folgte auf Rang zwei, Mehdi Lassoued komplettierte das Podium.
Auch die beiden deutschen Finalisten zeigten solide Vorstellungen. Austin Lee (Strawberry Racing) zog bereits als starker Zehnter in das Finale ein und verteidigte diese Position bis zur Zielflagge. Sebastian Koch (Daems Racing Team) startete von Rang 16, verlor im Rennverlauf einige Plätze und wurde am Ende 20.
Für zusätzliche Spannung sorgte nach dem Rennen der Kampf um den Meistertitel. Eine mögliche Untersuchung gegen Tabellenführer Reuvers hätte die Reihenfolge nochmals verändern können. Dazu kam es letztlich nicht und der Niederländer wurde offiziell zum RMC Euro Trophy Champion 2026 gekürt. Lewis Gilbert schloss die Saison als Zweiter ab, Freddie Lloyd wurde Dritter. Alle drei erhielten gleichzeitig ein Ticket für die Grand Finals.
DD2: Bezel gewinnt Fotofinish und verteidigt seinen Titel
In der DD2 reiste Jakub Bezel (Kraft Motorsport) mit 474 Punkten als Tabellenführer nach Tschechien. Doch schon die ersten Sessions zeigten, dass der Weg zur erfolgreichen Titelverteidigung kein Selbstläufer werden würde.
Auf nasser Strecke setzte zunächst Lenn Nijs (Schepers Racing) das Tempo. Der Niederländer war im Qualifying Schnellster der DD2 und bestätigte seine Form mit einem Sieg im ersten Heat.
Die Entscheidung am Finaltag hätte schließlich kaum enger ausfallen können. Bezel setzte sich in einem echten Fotofinish durch und gewann das Finale mit einem Vorsprung im Bereich von Tausendstelsekunden. Damit verteidigte der Kraft-Motorsport-Pilot gleichzeitig seinen Titel und wurde zum zweiten Mal in Folge Champion der DD2.
Hinter ihm wurde die Reihenfolge durch eine nachträgliche Entscheidung verändert. Patryk Donica hatte die Ziellinie als Zweiter überquert, erhielt jedoch eine Bumper-Strafe und fiel auf Rang drei zurück. Davon profitierte Leonardo Baccaglini (Schepers Racing), der auf Platz zwei vorrückte.
Bezel und Baccaglini lösten mit ihren Leistungen gleichzeitig die Tickets für die Grand Finals in Portimão. Für den neuen und alten Champion wartete zusätzlich eine besondere Auszeichnung: Durch die Kooperation zwischen der RMC Euro Trophy und dem Porsche Carrera Cup Italia erhält Bezel die Möglichkeit, einen Porsche 992 Cup von Omnia Motorsport bei einem Performance-Test in Italien zu fahren.
DD2 Masters: Picot macht dominante Saison perfekt
Bei den DD2 Masters ging Nicolas Picot bereits mit einem komfortablen Polster von 489 Punkten in das finale Wochenende. Trotzdem unterstrich der Routinier von Beginn an, dass er die Saison mit einem weiteren Erfolg abschließen wollte.
Im Regenqualifying setzte Picot hinter DD2-Pilot Lenn Nijs die zweitschnellste Zeit des kombinierten Feldes und war damit klar Schnellster der Masters-Wertung. Auch den ersten Heat gewann er.
Daran änderte sich bis zum Finale wenig. Nicolas Picot (Sodikart) setzte sich im entscheidenden Rennen durch und bestätigte damit seine dominante Saison. Dimo Notarfrancesco (Kartteam Meier) belegte Rang zwei – genau jene Reihenfolge, in der die beiden auch die Meisterschaft abschlossen.
Picot krönte sich damit zum Meister und sicherte sich gleichzeitig das Ticket für die Grand Finals.
E20: Strafe entscheidet Senior-Sieg – Jäger wird Zweiter bei den Masters
Auch die vollelektrischen E20-Kategorien waren mit insgesamt elf Fahrern in Trinec vertreten. Bereits am Freitag präsentierte sich Lucas dos Santos Pinheiro stark und setzte nach Genk zum zweiten Mal in Folge die Pole-Position in der E20 Senior. Den ersten Heat gewann er ebenfalls.
Im Finale überquerte Pinheiro zunächst erneut als Erster die Ziellinie. Eine Bumper-Strafe kostete ihn jedoch nachträglich den Sieg. Dadurch rückte Adam Szabo auf Rang eins vor und sicherte sich gleichzeitig das Ticket für die Rotax MAX Challenge Grand Finals. Kristian Beke und Adam Kugacz komplettierten das Podium.
Bei den E20 Masters sorgte Roman Jäger (RS Competitions) für das beste deutsche Ergebnis des Wochenendes. Der Deutsche startete mit der Pole-Position und einem Heatsieg stark in das Event und bestätigte damit seine gute Form.
Im Finale musste er sich jedoch Gaston Di Bella geschlagen geben. Der Argentinier drehte die Reihenfolge aus den vorherigen Sessions um und holte sich den Sieg, während Roman Jäger als Zweiter ein starkes Wochenende mit einem Podestplatz abschloss.
Für zahlreiche Fahrer geht die Rotax-Saison jedoch noch weiter. Vom 7. bis 14. November warten auf dem Kartódromo Internacional do Algarve in Portimão die Rotax MAX Challenge Grand Finals. Dort treffen die qualifizierten Piloten aus aller Welt zum großen Saisonhöhepunkt aufeinander.



