RMC Euro Trophy erlebt spannende Saisonhalbzeit in Val d’Argenton

Rennpremiere in Frankreich

31. Mai 2022, 13:22 | Autor: Fast-Media | Luca Köster
RMC Euro Trophy erlebt spannende Saisonhalbzeit in Val d’Argenton

Für die Rotax MAX Challenge Euro Trophy ging es am vergangenen Wochenende in die nächste Runde. Im französischen Val d’Argenton standen die Wertungsläufe drei und vier der hochkarätigen Rennserie auf dem Programm. Zum Halbzeitrennen der Saison begrüßte das Championat seine Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der ganzen Welt auf einer neuen Strecke im Rennkalender und sorgte damit für aufregende Herausforderungen bei besten Wetterverhältnissen.  

Nach einem erfolgreichen Auftakt im belgischen Genk feierte die Rotax MAX Challenge Euro Trophy im französischen Val d’Argenton eine Premiere. Erstmalig gastierte das internationale Championat auf dem anspruchsvollen Kurs 120 km süd-südöstlich von Nantes an der Westküste Frankreichs. 144 Fahrerinnen und Fahrer bewegten ihre Karts dabei mit Vollgas über die 1.280 Meter lange Strecke und feierten am Abend die nächsten Sieger des Jahres. Über die größten Pokale freuten sich zur Saisonhalbzeit Boaz Maximov (Mini), Ethan Jeff-Hall (Junior), Kai Rillaerts (Senior), Thijs Stevens (Project E20 Junior), Bradley Barrett (Project E20 Senior), Mark Kimber (DD2) und Martynas Tankevicius (DD2 Masters).

Mini MAX: Boaz Maximov setzt Siegesserie fort
Ein bekanntes Gesicht präsentierte sich bei den Rotax Mini schon früh als Siegesfavorit. Boaz Maximov (Bouvin Power) glänzte bereits beim Auftakt in Genk mit einem Doppelsieg und setzte seine perfekte Vorstellung in Frankreich fort. Der Niederländer holte die Pole-Position und gewann alle drei Vorläufe. In den Finalrennen ließ sich der Youngster ebenfalls nicht beirren und fuhr am Ende gleich zwei Mal als Sieger über den Zielstrich.

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Einfach hatte es Maximov in den Rennen allerdings nicht. Toms Strele (Dan Holland Racing) rangierte im Eröffnungslauf sogar kurzzeitig an der Spitze des Feldes, musste sich dann allerdings wieder geschlagen geben. Der Lette war daraufhin der Führende des Verfolgerfeldes und kämpfte um Rang zwei. Im Ziel hatte Strele im entscheidenden Moment die Nase vorne und fuhr als Zweiter vor Zain Elhommossany, Paul Schön (54 Squarda Corse) und Carlos Nees (Nees Racing) über den Zielstrich.

Auch im zweiten Rennen sammelte Stele Führungskilometer. Zur Halbzeit übernahm Maximov jedoch wieder die Führungsrolle und verwies den Dan Holland-Schützling sowie Albert Friend (SFR Motorsport) auf die Positionen zwei und drei. In das führende Quartett gesellte sich zusätzlich noch Schön, der zum Fallen der Zielflagge sogar auf den dritten Rang vorrückte. Friend fiel dadurch auf den vierten Platz zurück, rettete sich aber dennoch mit einer deutlichen Lücke zum Verfolgerfeld in das Ziel. Elhommossany aus den Vereinigten Arabischen Emiraten rundete die Top-Fünf der Kategorie ab.

Ergebnisse – Mini MAX
1. Boaz Maximov (50 Punkte)
2. Toms Strele (40 Punkte)
3. Paul Schön (29 Punkte)
4. Zain Elhommossany (27 Punkte)
5. Albert Friend (23 Punkte)

Junior: Ethan Jeff-Hall Hall baut Meisterschaftsführung mit Doppelsieg aus
Nach dem Zeittraining der Junioren lagen die Augen der zahlreichen Zuschauer auf Gustavs Usakovs (Hunter Motorsport). Der Brite fuhr im Zeittraining die schnellste Rundenzeit und holte sich damit die Pole-Position. Doch in den Vorläufen musste der junge Rennfahrer seinen Platz an der Spitze frei machen. Austin Lee (JJ Racing) überzeugte in den Heats und setzte sich nach zwei Siegen im Zwischenanking auf den Spitzenplatz.

Den Start zum ersten Wertungslauf entschied der JJ Racing-Pilot anschließend ebenfalls für sich. Doch schon nach der Eröffnungsrunde gab Lee seine Spitzenposition ab. Scott Marsh (Dan Holland Racing) gab das Tempo im 25-köpfigen Fahrerfeld vor – hatte aber Enzo Bol (SP Motorsport) und Tommie van der Struijs dicht im Nacken. Zur Rennhälfte ging es im Führungspulk turbulent zu. Ethan Jeff-Hall (Strawberry Racing) brillierte dabei mit starken Manövern, schaffte in der letzten Runde den entscheidenden Angriff und gewann das Rennen vor Marsh und Bol. Van der Struijs folgte als Vierter, fiel nach einer Zeitstrafe jedoch weit zurück und machte damit den Weg für Lee und Kasper Schormans (JJ Racing) auf den Positionen vier und fünf frei.

Etwas eindeutiger war das Ergebnis im zweiten Durchgang. Hall verteidigte seine Position vom Start weg und setzte sich mit Bol im Schlepptau an der Spitze ab. Zweiterer übte konsequent Druck auf den Führenden aus, sah bis zum Fallen der Zielflagge aber keine Chance für ein Manöver gegen den schnellen Briten. Dahinter bestätigte Marsh seine Form als Drittplatzierter. Van der Struijs machte mit einer starken Aufholjagd auf sich aufmerksam und fuhr von Position zehn aus auf Rang vier vor Leon Zelenko (JJ Racing) nach vorne.

Ergebnisse – Junior MAX
1. Ethan Jeff-Hall (50 Punkte)
2. Enzo Bol (36 Punkte)
3. Scott Marsh (36 Punkte)
4. Leon Zelenko (21 Punkte)
5. Tommie van der Struijs (19 Punkte)

Senior MAX: Kai Rillaerts ganz oben auf dem Podest
Die Leistungsdichte der Rotax Senioren zeigte sich auf dem Kurs in Val d’Argenton gewohnt hoch. Jason Leung (KR Sport) brannte die Bestzeit in den 1.280 Meter langen Asphalt und galt damit als klarer Favorit des 50-köpfigen Klassements. In den Heats bestätigte der Kanadier seine Ambitionen mit einem Sieg – Kai Rillaerts (JJ Racing) gewann jedoch die übrigen zwei Vorläufen und schob sich damit noch vor den KR Sport-Schützling auf Startplatz eins für das erste Rennen.

Im dritten Wertungslauf des Jahres galt dann Rillaerts als Mann der Stunde. Direkt nach Freigabe des Laufes spulte der Belgier ein fehlerfreies Programm ab. Runde für Runde distanzierte sich der amtierende Junioren-Champion vom Verfolgerfeld und siegte nach 18 Rennrunden mit beachtlichem Vorsprung. Sean Butcher (KR Sport) schob sich von Position sieben aus auf Rang zwei nach vorne und machte die Top-Drei zusammen mit Mathilda Olsson (Strawberry Racing) komplett. Leung konnte den Speed der Führenden nicht ganz mitgehen und klassierte sich als Vierter. Spannend bis zum Schluss war das Duell um Rang fünf. Callum Bradshaw (Strawberry Racing) behielt dabei letztlich einen kühlen Kopf und zog in die Top-Positionen ein.

Nach dem Start zum zweiten Rennen sah es anfangs ebenfalls nach einem Start-Ziel-Erfolg für Rillaerts aus. Doch Olsson unterstrich schon früh mit Bestzeiten ihre Ambitionen und verkürzte den Rückstand zum Laufsieger stetig. Zur Rennhälfte gelang der Schwedin ein Manöver und das Kräfteverhältnis an der Spitze kippte. Bis zum Rennende konnte der Senior-Rookie nichts mehr gegen Olssons Sieg einwenden und wurde als Zweiter abgewinkt – dennoch reichte es in der Tageswertung zum Goldpokal: „Danke an mein Team für die grandiose Arbeit an diesem Wochenende. In der Meisterschaft haben wir nun die Führung übernommen und starten motiviert in die zweite Saisonhälfte“, strahlte Rillaerts. Klar verteilt waren die Positionen dahinter. Kai Hunter (Dan Holland Racing) schaffte es als Dritter über den Zielstrich und verteidigte seine Platzierung damit vor Butcher und Bradshaw.

Ergebnisse – Senior MAX
1. Kai Rillaerts (45 Punkte)
2. Mathilda Olsson (41 Punkte)
3. Sean Butcher (33 Punkte)
4. Kai Hunter (26 Punkte)
5. Callum Bradshaw (22 Punkte)

Project E20 Junior: Thijs Stevens auch in Frankreich an der Spitze
Die Junior-Klasse des Rotax Project E20 feierte in Val d’Argenton ihr zweites offizielles Rennevent überhaupt. Kacper Turoboyski (Bambini Racing) war dabei zu Beginn nicht aus der Ruhe zu bringen. Auf die Pole-Position im Zeittraining ließ der Pole einen Dreifachsieg in den Heats folgen und untermauerte damit einmal mehr seine Siegesambitionen.

Diese ließ Turoboyski auch im ersten Rennen aufblitzen. Seine Ausgangssituation wusste der Nachwuchspilot nach dem Start bestens umzusetzen und führte das Feld an. Franciszek Cegielski schloss allerdings schnell auf den Polesetter auf und ging am Bambini Racing-Fahrer vorbei. Es folgte ein aufregender Positionswechsel, der nach neun Minuten Renndauer zu Gunsten Cegielskis ausging. Eine Zeitstrafe warf den Polen jedoch auf Rang fünf zurück und machte Turoboyski nachträglich zum Sieger des Rennens. Neuer Zweiter wurde im Foto-Finish Ollie Wise vor Thijs Stevens und Tom Longlois.

Für Turoboyski startete das zweite Rennen anfänglich ebenfalls aussichtsreich. Wise ergriff aber seine Chance und übernahm die Führung. Doch damit nicht genug: Stevens rangierte zu Beginn noch in der Beobachterrolle, rückte im Laufe des Rennens jedoch immer mehr zum Angriff vor und ging in Führung. Dort baute der junge Niederländer den Abstand zu seinen Verfolgern sukzessive aus und feierte somit letztlich neben dem Laufsieg auch den obersten Podestplatz in der Tageswertung. Cegielski reihte sich als Zweiter vor Wise auf Rang drei ein. Die Top-Fünf des zweiten Rennens komplettierten Turoboyski und Langlois.

Ergebnisse – Project E20 Junior
1. Thijs Stevens (41 Punkte)
2. Kacper Turoboyski (38 Punkte)
3. Ollie Wise (36 Punkte)
4. Franciszek Cegielski (31 Punkte)
5. Tom Langlois (24 Punkte)

Project E20 Senior: Rhys Hunter und Bradley Barrett teilen sich die Siege
Im Elektrokart-Pendant der Senioren trumpfte Rhys Hunter bei seinem ersten Auftritt im Rotax E-Kart ordentlich auf. Der Routinier aus Großbritannien präsentierte sich sowohl auf einer schnellen Runde im Zeittraining als auch in den Vorläufen in seinem Element und ging nach zwei Siegen in den Heats vor Bradley Barrett (Sodi Vitesse) von der Pole-Position aus in das erste Rennen.

Hunter war auch dort nicht zu schlagen. Nach Freigabe des Laufes manövrierte der erfahrene Pilot sein Kart fehlerfrei um den Kurs in Val d’Argenton. Barrett rangierte kurz vor Rennende direkt an der Stoßstange des Polesetters, schaffte es aber nicht mehr zu überholen. Nino Riepl beobachtete die Geschehnisse vor ihm von Position drei aus und fuhr im Windschatten der Führenden in das Ziel. Vierter wurde Fabien Mihoub vor Samuel Chapell.

Im zweiten Rennen wurde es zwischen Hunter und Barrett an der Spitze erneut eng. Barrett übernahm frühzeitig die Führung und diktierte vor Hunter und Riepl das Tempo. Zwischenzeitlich wechselten die beiden Top-Piloten nochmals die Positionen, doch Barrett konterte direkt und machte eine klare Richtung deutlich. Der Brite behielt bis zum Schluss die Nerven und ergatterte vor Hunter und Riepl den Sieg. „Die Rückkehr in das Project E20-Grid war aufregend. Die Rennen waren hart, aber fair und zeigten das Potenzial einer sich ständig entwickelnden Klasse“, kommentierte Tagessieger Barrett.  Mihoub schaffte es erneut als Vierter über den Zielstrich und verteidigte sich damit vor Nieuwenhuizen als Fünftplatzierter.

Ergebnisse – Project E20 Senior
1. Bradley Barrett (45 Punkte)
2. Rhys Hunter (45 Punkte)
3. Nino Riepl (32 Punkte)
4. Fabien Mihoub (26 Punkte)
5. Luca Nieuwenhuizen (20 Punkte)

DD2: Mark Kimber nicht zu stoppen
Bei den DD2 bewies Mark Kimber (Strawberry Racing) schon beim vergangenen Auftakt in Genk seine Klasse und unterstrich diese in Val d’Argenton einmal mehr. Der Senioren-Aufsteiger erlebte ein durchweg perfektes Wochenende und blickte am Ende auf die Pole-Position, drei Vorlaufsiege sowie auf einen ungefährdeten Doppelsieg in den Finalrennen zurück. „In den Heats war es nicht gerade einfach zu gewinnen, da die Pace der Top-Piloten sehr ausgeglichen war. Für die Rennen lag der Fokus dann auf einem perfekten Start und fehlerfreiem Fahren. Dieser Plan ging auf und wir holten maximale Punkte für die Meisterschaft“, freute sich Kimber im Ziel.

Im ersten Durchgang übernahm Martijn van Leeuwen (Schepers Racing) schnell die Verfolgerrolle und zog anfangs mit Kimber an der Spitze mit. Doch von hinten musste sich der amtierende RMC Grand Finals-Champion mit zunehmender Renndauer gegen Mathias Bjerre Jakobsen (RS Competition) verteidigen. Der RS Competition-Schützling fand schließlich einen Weg am Niederländer vorbei und schaffte es als Zweiter in das Ziel. Das Duell um Platz vier gewann daneben Philipp Moitzi (KSCA Sodi Europe) vor Paolo Besancenez.

Van Leeuwen drehte am Start des zweiten Rennens wieder auf und schob sich auf Platz zwei nach vorne. Doch von hinten machte Besancenez mächtig Druck. Der Lokalmatador behauptete sich in Richtung der Top-Positionen, ging erst an Jakobsen vorbei und machte daraufhin auch noch das Manöver auf van Leeuwen perfekt. Van Leeuwen und Jakobsen klassierten sich somit auf den Plätzen drei respektive vier und vervollständigten zusammen mit Petr Bezel (KSCA Sodi Europe) die besten Fünf des Rennens.

Ergebnisse – DD2
1. Mark Kimber (50 Punkte)
2. Mathias Bjerre Jakobsen (33 Punkte)
3. Martijn van Leeuwen (32 Punkte)
4. Paolo Besancenez (31 Punkte)
5. Philipp Moitzi (23 Punkte)

DD2 Masters: Doppelsieg für Martynas Tankevicius
Carl Cleirbaut (SP Motorsport) stand nach dem Zeittraining der DD2 Masters mit der Pole-Position ganz oben in der Tabelle. In den Vorläufen musste der Belgier dann allerdings Martynas Tankevicius (Lenktyniu Linja) den Vortritt lassen. Mit zwei Siegen sicherte sich der Litauer beste Chancen für die Rennen und holte Startplatz eins.

Der Deutsche Denis Thum (Kraft Motorsport) sorgte nach Freigabe des ersten Rennens für eine Überraschung. In der ersten Kurve ging der Routinier außenherum am BirelART-Fahrer vorbei und setzte sich an die Spitze des Feldes. Dort sammelte er Führungskilometer und kämpfte um den Sieg. Doch Tankevicius fand dahinter immer mehr in den Rhythmus, verkürzte den Rückstand und ging an Thum vorbei. Unter den Verfolgern konnte Michael Becker als Dritter den Speed am ehesten mitgehen und landete somit vor Thierry de Jong und Rudy Champion.

Im zweiten Durchgang lieferten sich Tankevicius und Thum an der Spitze ein packendes Duell. Abwechselnd fuhren die beiden Piloten eine Bestzeit nach der anderen. Doch schließlich bewies der Frontmann auch hier sein Können und machte seine Vorstellung mit einem Doppelsieg perfekt. De Jong landete auf der dritten Position und rangierte damit vor Becker und Champion auf den Plätzen vier respektive fünf.

Ergebnisse – DD2 Masters
1. Martynas Tankevicius (50 Punkte)
2. Denis Thum (40 Punkte)
3. Thierry de Jong (29 Punkte)
4. Michael Becker (29 Punkte)
5. Rudy Champion (22 Punkte)

Bis Anfang Juli haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Rotax MAX Challenge Euro Trophy nun Zeit zur Erholung. Vom 08. bis 10. Juli gastiert der Rennzirkus dann zum Start in die zweite Rennhälfte im belgischen Mariembourg.