RMC Germany: Dramatisches Saisonfinale in Oschersleben

21. September 2026, 15:31
Autor: Timo Deck | Bilderquelle: Timo Deck
RMC Germany: Dramatisches Saisonfinale in Oschersleben

Reifenlotterie, Überraschungssieger und knappe Titelentscheidungen: Die Rotax MAX Challenge Germany erlebte am 19. und 20. September 2026 in Oschersleben einen ereignisreichen Saisonabschluss. Beim fünften und letzten Lauf kämpften rund 120 Fahrerinnen und Fahrer in fünf Klassen um die letzten Siege, Meistertitel und Tickets für die Rotax MAX Challenge Grand Finals.

Auf der 1.018 Meter langen Kartstrecke der Motorsport Arena Oschersleben waren die Klassen Mini, Junior, Senior, DD2, DD2 Masters und die Gastserie der GKC 100 vertreten. Wolken, kräftiger Wind und einige Schauer am Finaltag machten die Bedingungen zur zusätzlichen Herausforderung. Besonders das Finale der Senioren entwickelte sich zur dramatischen Reifenlotterie. Auch in den anderen Klassen gab es überraschende Wendungen.

Mini: Ben Falke gewinnt, Julius Grabow holt den Titel

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Zunächst führte bei den Minis kein Weg an Bruno Gajewski (Sodi) vorbei. In 41,981 Sekunden sicherte er sich die Pole-Position vor Julius Grabow (Kraft Motorsport) und Ben Heyden (Kraft Motorsport). Auch beide Heats entschied Gajewski für sich. Mit 100 Punkten führte er das Zwischenklassement vor Grabow mit 88 und Ben Falke (Kraft Motorsport) mit 82 Zählern an. Am Sonntag setzte Gajewski seine Siegesserie im Superheat fort. Grabow und Falke folgten auf den Plätzen zwei und drei, womit diese Reihenfolge auch im Ranking nach dem Superheat Bestand hatte. Erwartungsgemäß überquerte Gajewski im Finale erneut als Erster die Ziellinie, wurde anschließend jedoch wegen einer technischen Unregelmäßigkeit disqualifiziert. Damit ging der Sieg an Falke, der sich in der revidierten Wertung mit 1,436 Sekunden Vorsprung vor Grabow durchsetzte. Kilian Kommer (RMW Motorsport) rückte auf den dritten Podestplatz vor. Für Grabow war Rang zwei zugleich der entscheidende Schritt zum Meistertitel: Mit 719 Punkten nach Abzug des Streichresultats setzte er sich hauchdünn gegen seinen bis dato Führenden Teamkollegen Tim Hansler (Kraft Motorsport) durch. Hansler, im Finale Vierter, beendete die Saison mit 714 Punkten und erhielt als Vizemeister ebenfalls ein Weltfinalticket. Dritter der Meisterschaft wurde Tristan Abeels (Daems Racing Team) mit 675 Zählern.

Junior: Julian Dümmer krönt seine Saison mit dem Finalsieg

Bei den Junioren eröffnete Devrim Yeter (RS Competition) das Wochenende mit der Bestzeit. Seine 39,344 Sekunden bedeuteten die Pole-Position vor Max Oeljeklaus (FM Racing) und Titelfavorit Julian Dümmer (Kraft Motorsport). In den Heats übernahmen anschließend Dümmer und Emir Siadkowska (3G Racing) die Initiative. Beide gewannen jeweils einen Vorlauf. Aufgrund seines besseren Qualifyings führte Dümmer das Ranking vor Siadkowska und Yeter an. Im Superheat behauptete sich Dümmer mit 0,327 Sekunden Vorsprung vor Yeter, während Siadkowska Dritter wurde. Für das kombinierte Ranking nach dem Superheat ergab sich dadurch die Reihenfolge: Dümmer, Siadkowska und Yeter. Auch im entscheidenden Finale ließ Dümmer nichts anbrennen und auch vom einsetzenden Regen und dem daraus resultierenden vorzeitigen Rennabbruch nicht aus der Ruhe bringen: Nach 15 gewerteten Runden gewann er vor Siadkowska. Kimi Mey (Kraft Motorsport) komplettierte als Dritter das Podium. Damit setzte Dümmer den passenden Schlusspunkt und gewann gleich im Premierenjahr bei den Junioren den Meistertitel. Vizemeister wurde Kimi Mey vor Gustav Christensen (RS Competition) mit 671 Zählern.

Senior: Krupper gewinnt Reifenlotterie, Lee ist Champion

Das größte Feld des Wochenendes bot zugleich besonders viel Dramatik. Im zusammengeführten Qualifying der Senioren belegte Oscar Lundhus Christensen (RS Competition) den ersten Platz vor Lenn Abbas (Tony Kart) und Titelmitfavorit Sebastian Koch (Daems Racing). Christensen hatte mit 38,526 Sekunden die schnellste Runde der beiden Qualifying-Gruppen gefahren. Nach den Heats lagen Christensen und der Tabellenzweite Austin Lee (Kartschmie.de) punktgleich an der Spitze, wobei Christensen dank seines besseren Qualifyings die Führung behielt. Titelfavorit Tom Reger (Kraft Motorsport) folgte auf Rang drei. Die drei Vorlaufsiege hatten sich Lee, Christensen und Reger geteilt. In den beiden Superheats bestätigten die Spitzenreiter ihre Form: Christensen gewann den Superheat A vor Noah Janssen (3G Racing) und Reger. Im Superheat B setzte sich Lee gegen Koch und Abbas durch. Damit gingen Christensen und Lee als Erst- und Zweitplatzierter ins Finale. Koch belegte mit 151 Punkten Position drei. Dann stellte das wechselhafte Wetter die bisherigen Kräfteverhältnisse auf den Kopf. In der Reifenlotterie des Finales schlug die Stunde von Maximilian Krupper (Praga): Mit Regenreifen aus der Box gestartet, kämpfte er sich mit Sebastain Koch – ebenfalls mit profilierten Pneus vom Ende des Feldes kommend – im Schlepptau durch die Meute. Nach 19 Runden gewann er mit 1,852 Sekunden vor Koch und Lee, der mit Slicks am Ende des Rennens noch einmal bedrohlich aufholen konnte. Christensen musste sich mit Rang zehn begnügen. Noch härter erwischte es Reger: Als Gesamtführender angereist, geriet er im Finale mehrfach in Rangeleien. Trotz schnellster Rennrunde reichte es nur zu P13. Damit fiel die Titelentscheidung zugunsten von Lee. Mit 700 Punkten setzte sich der Kartschmie.de-Pilot gegen Reger mit 696 und Koch mit 694 Zählern durch. Gerade einmal sechs Punkte trennten die ersten drei der Meisterschaft – ein passender Abschluss einer hart umkämpften Saison.

DD2 Masters: Jager gewinnt das Finale, Schirmer den Titel

Bei den DD2 Masters prägte zunächst Alex Fielenbach (Kraft Motorsport) das Geschehen. Mit 38,453 Sekunden holte er die Pole-Position vor Marcel Schirmer (FM Racing) und Timo Haug (FM Racing). Anschließend gewann Fielenbach beide Heats und führte die Zwischenwertung vor Schirmer und Haug an. Auch nach dem Superheat blieb diese Reihenfolge bestehen. Im Finale gelang Roman Jager (RS Competition) der Überraschungserfolg. Er setzte sich auf nasser Strecke nach 19 Runden mit lediglich 0,440 Sekunden Vorsprung gegen Fielenbach durch. Haug fuhr auf den dritten Platz. Der Meistertitel war Schirmer nach dem Superheat schon nicht mehr zu nehmen: Mit 745 Punkten gewann er die Jahreswertung vor Haug, der nach Abzug des Streichresultats auf 719 Zähler kam. Dirk Prochnow (KR) belegte mit 666 Punkten den dritten Meisterschaftsplatz.

DD2: Marcel Preuss überrascht, Bennet Demmler bleibt vorne

Dominik Reuters (M-Tec Praga Racing) setzte im DD2-Qualifying mit 37,872 Sekunden die Bestmarke. Nico Hantke (3G Racing) und Tabellenführer Bennet Demmler (FM Racing) belegten die Plätze zwei und drei. Nach den Heats führte Reuters mit 91 Punkten vor dem punktgleichen Luca Thiel (Tony Kart). Beide hatten je einen Vorlauf gewonnen. Im Superheat meldete sich Robert Schopian(FM Racing) zur Wort: Er gewann mit 6,339 Sekunden Vorsprung vor seinem Teamkollegen Jan Eckstein (FM Racing). Mats Johan Overhoff (Kraft Motorsport) folgte als Dritter nur knapp dahinter. Dadurch sicherte sich Schopian die Pole-Position für das Hauptrennen. Das Finale brachte jedoch einen anderen Sieger hervor. Marcel Preuss (Preuss Motorsport) setzte sich unter den veränderten, nassen Bedingungen durch und feierte vor Eckstein seinen ersten DD2-Sieg. Thiel komplettierte das Podium, während Schopian auf Platz fünf ins Ziel kam. Der Titel ging an Demmler, der kein unnötiges Risiko einging und auf einen Finalstart verzichtete. Mit 694 Punkten verteidigte er die Führung vor Eckstein mit 686 und Overhoff mit 681 Zählern. Damit durfte FM Racing über die ersten beiden Plätze in der DD2-Meisterschaft jubeln.

Nach gelungener Saison warten die Grand Finals in Portimão

Mit insgesamt 292 Teilnehmenden blickt die Rotax MAX Challenge Germany auf eine gelungene Saison 2026 zurück, die in Oschersleben einen packenden Abschluss fand – für die Grand-Finals-Teilnehmer ist das Rennjahr aber noch nicht vorbei. Julius Grabow und Tim Hansler in der Mini-Klasse, Julian Dümmer bei den Junioren, Austin Lee bei den Senioren, Bennet Demmler und Jan Eckstein in der DD2 sowie Marcel Schirmer im DD2 Masters stellen sich im November der internationalen Konkurrenz. Die Rotax MAX Challenge Grand Finals finden vom 7.–14. November 2026 auf dem Kartódromo Internacional do Algarve im portugiesischen Portimão statt. Dort wartet auf die erfolgreichsten RMC-Piloten der nächste große Saisonhöhepunkt.