Meisterliches Finale der ROTAX MAX Challenge Germany

12. Oktober 2015, 17:06
Autor: Timo Deck | Bilderquelle:
Meisterliches Finale der ROTAX MAX Challenge Germany

Die ROTAX MAX Challenge Germany lud am 10. und 11. Oktober 2015 zum großen Finale nach Hahn. Auf dem Hunsrückring in Rheinland-Pfalz kämpften über 100 Teilnehmer um die letzten Punkte der Saison. Bei frostigem Herbstwetter und viel Sonnenschein erlebten die Teilnehmer in Hahn heiße Rennen und spannende Entscheidungen.

Nachdem Maximilian Krupper (Micro), Louis Henkefend (Junioren), Christopher Dreyspring (Senioren) und Tommy Helfinger (DD2 Masters) schon vorzeitig als Gesamtsieger feststanden, komplettierten Mads Riis (Mini) und Luka Kamali (DD2) den Reigen der Titelträger 2015.

Micro: Ben Dörr gewinnt zum Abschluss

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Bei den Jüngsten der RMC bestimmte der vorzeitige Champion Maximilian Krupper (ADAC Berlin-Brandenburg) das Geschehen im Zeittraining, bevor er im Prefinale mit Mika Kulik (RMSV Urloffen) einen ebenbürtigen Gegner fand. Beide lieferten sich bis zum Fallen der Zielflagge einen packenden Schlagabtausch, den letztlich Krupper für sich entscheiden konnte. Kulik konnte sich dahinter nicht lange über den zweiten Platz freuen. Aufgrund eines technischen Regelverstoßes wurde er aus der Wertung genommen. Somit nahmen Ben Dörr (CRG Racing TEam) und Gianni Andrisani (RS Competition) die Ehrenplätze ein.

Im Finale entbrannte von Beginn an ein spannender Sechskampf um den Sieg. Rundenlang beharkte sich der RMC-Nachwuchs, bis sich Ben Dörr aus dem Pulk lösen konnte und letztlich einen sicheren Sieg nach Hause fuhr. Maximilian Krupper hatte dahinter alle Hände voll zu tun, die Meute hinter sich zu halten, schaffte es aber, den zweiten Rang vor Luca Thiel (B&W Kartteam) nach Hause zu fahren. In der Meisterschaft sicherte sich Ben Dörr dank des Finalsiegs den Vizetitel 2015, während Luca Thiel als Dritter das Podium der Jahreswertung komplettierte.

Mini: Tramnitz siegt – Riis triumphiert

Der Titelzweikampf zwischen Mads Riis und Tim Tramnitz (beide RS Competition) prägte das Finale bei den Minis. Wie schon im gesamten Saisonverlauf hatten die beiden Teamkollegen die ersten zwei Plätze gebucht. Als Zweitplatzierter der Tabelle musste Tramnitz zum Abschluss noch einmal alles geben, wollte er auf den letzten Metern doch noch die Krone nach Hamburg holen. Und das tat er: Der Youngster zeigte sich in bestechender Form und leistete sich keinen Fehler. Er holte die Trainingsbestzeit und feierte einen souveränen Doppelsieg.

Am Ende reichte es aber trotzdem nicht zum Gesamtsieg, denn Titelfavorit Riis fuhr zwei taktische Rennen auf Platz zwei zu Ende, die er zudem mit den schnellsten Rennrunden kürte. Damit sicherte sich der Flensburger seinen ersten Titelgewinn in der RMC Germany. Platz drei ging im Prefinale an Luca Kaufhold (Nees Racing Team), was dem Maranello-Piloten zugleich den dritten Platz in der Meisterschaft bescherte. Im Finale komplettierte Finn Gehrsitz (Flandria Kart Germany) als Dritter das Podium.

Junioren: Erster Junior-Sieg für Tamino Bergmeier

Louis Henkefend (Team TKP) eröffnete das Wochenende in fast schon gewohnt dominanter Form. Der vorzeitige Champion markierte die Bestzeit im Zeittraining, gewann beide Vorläufe und siegte im Prefinale deutlich vor Teamkollege Tamino Bergmeier (Team TKP) und Andreas Estner (RS Competition).

Im Finale wendete sich das Blatt. Bis zu sieben Piloten kämpften um den Sieg und schenkten sich keinen Meter. Hier leistete sich Henkefend gleich zwei folgenschwere Fahrfehler, die ihm eine Zeitstrafe und letztlich sogar einen Ausfall einbrachten. „Das waren wirklich unglückliche Aktionen, die ich da geritten habe. Die Strafe war völlig gerechtfertigt”, so der dreifache RMC-Champion, der das Führungspulk mit einem Verbremser kräftig durcheinanderwirbelte. Aber auch die Konkurrenten gingen nicht zimperlich miteinander um, was Jan Heinen (KSM Racing Team) zu spüren bekam. Auch er erhielt eine Zeitstrafe und musste seinen sichergeglaubten zweiten Platz abschreiben. Die besten Nerven im hitzigen Final-Fight behielt Tamino Bergmeier. Der Pilot aus Melle hielt den zahlreichen Attacken seiner Gegner stand, hatte trotz vieler Führungswechsel immer einen Konter parat und feierte zum Schluss seinen ersten Sieg bei den Junioren.

Auch Sebastian Estner (RS Competition) hatte Grund zur Freude. Als Zweiter schaffte er zum ersten Mal in dieser Saison den Sprung auf das Podest. Hinter ihm lief sein Bruder Andreas Estner (RS Competition) als Dritter ein, was dem Warngauer zugleich die Vizemeisterschaft bescherte. Tim Mika Metz (CRG Racing Team), der das Saisonfinale zweimal als Vierter beendete, bugsierte sich damit noch auf Rang drei in der Gesamtwertung 2015.

Senioren: Doppelsieg für Pascal Drewing

Tim Schneider (3G Racing) markierte im Zeittraining die Bestzeit im 26-köpfigen Feld der Senioren, bevor er sich in den Vorläufen mit Rang zwei zufriedengeben musste und Martin Henckel Mortensen (RS Competition) den Vortritt überließ. Als Dritter der Heats kündigte sich Pascal Drewing (RS Competition) an, der zu den Finalrennen zur Höchstform auflaufen sollte.

Der Lohmarer lieferte sich in beiden Durchgängen ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Teamkollege Mortensen. Am Ende kreuzte Drewing zweimal als Sieger den Zielstrich und krönte das Jahr mit seiner persönlichen Bestleistung. Mortensen komplettierte dahinter als Zweiter den Doppelsieg für RS Competition.

Weniger Glück hatte Tim Schneider, der am Start zum Prefinale in eine Kollision verwickelt wurde und mit den Plätzen neun und fünf Schadensbegrenzung betrieb. Im Kampf um die Ehrenplätze duellierten sich in beiden Läufen die Teamkollegen Mick Wishofer und John Kevin Grams (Team TKP). Während sich Wishofer im Prefinale durchsetzte, behielt Grams im entscheidenden Finale die Oberhand.

In der Meisterschaftsrangliste stand Christopher Dreyspring (VPDR / TAD Racing) trotz eines durchwachsenen Finalwochenendes bereits als Champion fest. Den Vizetitel holte sich am Ende Tim Schneider vor Martin Henckel Mortensen.

DD2 Masters: Schumacher mit Doppelsieg zum Vizetitel

Mit einer eindrucksvollen Leistung trumpfte Thomas Schumacher (Kartsport Klimm) beim Saisonfinale auf. Während der vorzeitige Meister, Tommy Helfinger (M-Tec Praga Racing) nicht am Start war, nutzte Schumacher die Gunst der Stunde für eine One-Man-Show. Er markierte die Trainingsbestzeit und fuhr in der Folge zwei nie gefährdete Siege nach Hause, die er zudem mit den schnellsten Rennrunden krönte. Damit feierte der Grünberger zudem den Vizetitel 2015.

Schumachers schärfster Verfolger war Michael Becker (KSM Racing Team), der sich im Prefinale Rang zwei vor Andreas Schindler (JLC Racing Team) holte. Im Finale geriet Becker am Start in eine Rangelei, kämpfte sich hinter Christian Kunz aber trotzdem noch bis auf Position drei vor. Diese Platzierung holte sich der Hagener auch in der Jahreswertung.

DD2: Luka Kamali überragt zum Finale

In der Königsklasse der RMC stand die Titelentscheidung noch aus: Die Hauptdarsteller im Meisterschaftskrimi waren Tabellenführer Marcel Schirmer (RS Competition) und Luka Kamali (CRG Racing Team). Dem spannenden Drehbuch folgend, gaben die beiden Favoriten auch von Beginn an die Pace vor: Sowohl im Zeittraining als auch nach den Vorläufen rangierte das Duo auf den ersten beiden Positionen. Es deutete sich allerdings schon an, dass Kamali nach der Trainingsbestzeit und zwei Heat-Siegen an diesem Wochenende in einer eigenen Liga spielen sollte. Und das musste er, wenn er den Spieß im Meisterschaftskampf noch einmal herumdrehen wollte.

So fackelte der 18-Jährige auch in den Finalrennen nicht lange. Er bestätigte seine überragende Leistung mit einem kontrollierten Doppelsieg, während Schirmer sichtlich zu kämpfen hatte und am Ende nicht über die Plätze drei und fünf hinauskam. Unter Berücksichtigung der Streichergebnisse katapultierte sich Kamali schließlich zu seinem ersten Titelgewinn in der RMC Germany. Marcel Schirmer musste sich denkbar knapp mit dem Vizetitel begnügen. Dritter der Jahreswertung wurde Maximilian Fleischmann (ROTAX Praga Kart Racing), der sich trotz Punktegleichstand hauchdünn gegen Pascal Marschall (Beule Kart Racing Team) durchsetzen konnte.

Letzterer war in den Finalrennen von Hahn die zweite Kraft hinter Kamali. In beiden Rennen kreuzte der zweifache DD2-Meister als Zweiter die Ziellinie und fuhr damit sein bestes Saisonergebnis ein. Das galt auch für Niklas Gränz (KV Oppenrod), der sich als Dritter des Finales seinen ersten Podestplatz in der DD2-Klasse erkämpfen konnte.

Im Rahmen der traditionellen Abschlussparty wurde der Saisonausklang bei Speis und Trank gefeiert. Rund 500 Gäste fanden den Weg in den Paddock-Club, wo nicht nur eine hochpreisige Tombola wartete, sondern auch ein Ausblick auf die Saison 2016. So wird die RMC im kommenden Jahr erneut ein Open-Event zur Saisoneinstimmung abhalten. Die sich anschließende Meisterschaft wird fünf Veranstaltungen umfassen, die nunmehr auf zwei Tage verteilt werden. Dadurch wird es mehr Rennen für die Klassen Micro, Mini und DD2 Masters geben. Zudem werden die Nachwuchsklassen technisch limitiert und mit Leihmotoren ausgestattet werden. Der endgültige Terminkalender mit den dazugehörigen Strecken wird in Kürze bekanntgegeben.

„Für uns war es eine tolle Saison. Wir haben fairen und spannenden Kartsport gesehen und keine schweren Unfälle erlebt. Hierfür möchte ich mich bei allen Beteiligten bedanken. Wir freuen uns auf das nächste Jahr und arbeiten mit Hochdruck daran, den Fahrern und Teams ein attraktives Paket schnüren zu können”, fasste RMC-Organisator Uwe Jäger am Abend zusammen.

Während die RMC nunmehr in die Winterpause geht, steht für vier Teilnehmer noch ein Highlight auf dem Programm: Louis Henkefend, Tommy Helfinger, Luka Kamali und Marcel Schirmer werden vom 9. bis 14. November 2015 nach Portimao reisen. In Portugal wird das Quartett die deutschen Farben bei den ROTAX MAX Grand Finals vertreten. „Ich bin mir sicher, dass wir dieses Jahr eine sehr starke Nationalmannschaft ins Rennen schicken. Drücken wir ihnen die Daumen”, freut sich RMC-Initiator Andreas Matis auf die anstehende ROTAX-Weltmeisterschaft.

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