Sonniger Auftakt der ACV German Vega Trophy in Hahn

Volle Zuschauerränge sehen spannende Rennen

22. April 2014, 21:53 | Autor: Fast-Media - Björn Niemann
Sonniger Auftakt der ACV German Vega Trophy in Hahn

Einen perfekten Renntag erlebten die 120 Teilnehmer der ACV German Vega Trophy am Ostermontag (21.04.2014) auf dem Hunsrückring/Hahn. Bei strahlendem Sonnenschein sahen die Zuschauer spannende und faire Rennen. Am Montagabend gab es gleich neun glückliche Sieger.

Die vergangenen Wochen waren nicht einfach für das MAW-Organisationsteam. Nach dem tragischen Unglück von Michael Weichert galt es nach vorne zu blicken. Mit dem Auftakt der ACV German Vega Trophy wurde der erste Schritt getan. Annelie Weichert erlebte einen wundervollen Renntag, mit glücklichen Fahrern und Teams, spannenden Rennen und tollen Zweikämpfen.

Insgesamt waren 120 Fahrerinnen und Fahrer in den Hunsrück gereist und kämpften auf dem 1.377 Meter langen Kurs um die ersten Punkte zur ACV German Vega Trophy. Mit Veranstaltungen in Hahn, Ampfing, Kerpen und Wackersdorf gehört die Rennserie zu einer der größten überregionalen Meisterschaften in Deutschland und überzeugt mit einem erfahrenen Organisationsteam. Neben permanenten Technikern, Rennleitern und Rennsekretären, setzt die ACV German Vega Trophy in diesem Jahr erstmalig eine Race Control ein und sorgt damit für einen hohen Standard.

Trotz eines straffen Zeitplans gingen alle Rennen wie geplant über die Bühne und am Abend durften sich Paul Enders (Bambini Waterswift), Lilly Zug (Bambini Waterswift light), Felix Arnold (KFJ), Kevin Metzner (KF), Loris Prattes (X30 Junior), Tobias Dauenhauer (X30 Senior), Francois Grethen (X30 Masters), Paul-Tobias Winkler (KZ2) und Tolga Tatli (KZ2 Gentleman) über ihre Siege freuen.

Bambini Light + Waterswift: Paul Enders setzt sich in Vierkampf durch
Die beiden Rennen der Bambini waren an Spannung kaum zu überbieten. Gleich fünf Youngsters rechneten sich Chancen auf die Laufsiege aus. Nach dem Zeittraining hatte Paul Enders (Salmtal/Ebert Motorsport) als Polesetter die besten Karten. Doch schon während des Starts in das erste Rennen über zwölf Runden musste er die direkten Angriffe seiner Verfolger abwehren. Allen voran sein Markenkollege Deniz Mohr (Dortmund/Dischner Racing): Der junge Dortmunder fand eine Lücke an Enders vorbei und ließ sich auch durch spätere Konterversuche nicht aus der Ruhe bringen. Beim Fallen der Zielflagge siegte Mohr vor Dominik Müller (Berlin/TR Motorsport), Paul Enders, Linus Jansen (Erkelenz/Schwabe Motorsport) und Marius Zug (Mitterscheyern/RL-Competition.com).

Im zweiten Durchgang setzten sich erneut fünf Fahrer vom Feld ab und ließen den Atem der Zuschauer stocken. Mit tollen Manövern lieferten sie sich einen fairen Kampf um den Sieg. Bis zu Rennmitte schien alles zu Gunsten von Deniz Mohr zu verlaufen. Doch Paul Enders gab sich diesmal nicht so leicht geschlagen und schnupperte kurzzeitig Führungsluft. Zur endgültigen Entscheidung kam es jedoch erst in der vorletzten Runde. Enders zog erneut an Mohr vorbei, dabei kam der Dortmunder jedoch etwas ins Aus und rutschte auf Position vier ab. Den Sieg ließ sich Enders nicht mehr nehmen, als Zweiter folgte Müller vor Deniz Mohr, der kurz vor dem Ziel noch an Linus Jansen vorbei ging und damit den Sprung auf das Siegerpodium schaffte. Komplettiert wurden die Top-Fünf wiederholt durch Marius Zug.

Ohne Konkurrenz war Lilly Zug (Mitterscheyern/RL-Competition.com) bei den Bambini Light. Als Einzige ging sie auf die Reise und stand demnach am Abend ganz oben auf dem Siegertreppchen.

KFJ: Doppelsieg für Felix Arnold
Der junge Gorxheimertaler Felix Arnold (Team MSR Motorsport WST Power) war an diesem Wochenende in seinem Element. Nach der Pole-Position im Qualifying triumphierte er auch in beiden Rennen und wurde am Abend verdient mit dem Siegerpokal geehrt. Doch bis dahin war es ein hartes Stück Arbeit.

In beiden Rennen lieferte sich Arnold einen heißen Fight mit Jonathan Judek (Hohenhameln/PM Racing). Das Duo fuhr jeweils einen deutlichen Vorsprung zu dem restlichen Feld heraus und machte den Sieg unter sich aus. Trotz zwei gewonnener Starts und mehreren Führungsrunden musste sich Judek am Ende gegen Felix Arnold geschlagen geben und wurde jeweils Zweiter.

Einige Verschiebungen gab es in der Vergabe um den letzten Podiumsplatz. Im ersten Rennen sicherte sich diesen Doureid Ghattas (Bonn/KSM Racing Team) vor Mike Beckhusen (Berlin/KSM Racing Team) und Luigi Brenner (Mannheim). Beckhusen schaffte im zweiten Wertungslauf einen Konter und wurde diesmal vor Ghattas Dritter. Auf Platz fünf rollte Robin Falkenbach (Köln) ins Ziel.

KF + X30 Master: Siege für Metzner und Grethen
In einem gemeinsamen Rennen gingen die vier Teilnehmer der Klasse KF und die neun Fahrer der X30 Master auf die Reise. In der KF waren die Kräfteverhältnisse schnell geklärt. Kevin Metzner (Schönfeld/ADAC Sachsen e.V.) behielt eine reine Weste und holte in beiden Rennen den Sieg vor Jonas Hrdlicka (Münster/Team MSR Motorsport WST Power) und Paul Rudolph (Inden/DR Germany).

Bei den X30 Master dominierte der Luxemburger Francois Grethen (Platten/Grethen Racing) das Geschehen. Im Zeittraining schon Schnellster, fuhr er in den Rennen einen deutlichen Vorsprung heraus und führt nach dem Saisonauftakt das Klassement an. Björn Liedtke (Bochum/DS Kartsport) folgte im ersten Rennen als Zweiter vor Karsten Lehmann (Ebsdorfergrud/DS Kartsport), Michael Druckenmüller (Trier) und Joachim Fehlau (Ingelheim/Grethen Racing).

Zu einer spannenden Startphase kam es im Rennen am Nachmittag. Michael Druckenmüller, Nico Heine (Arendsee/G.P. Racing Germany) und Björn Liedtke kollidierten in der ersten Kurve und fielen damit aus dem Top-Drei-Kampf heraus. Den Platz hinter Francois Grethen eroberte Joachim Fehlau vor Günther Lakaff (Saarbürcken/Kart-Palast-Racing-Saarbrücken). Nico Heine und Michael Druckenmüller kämpften sich im Verlauf der 15 Rennrunden noch auf die Ränge vier und fünf nach vorne.

X30 Junior: Junge Wilden küren Loris Prattes zum Sieger
28 Fahrerinnen und Fahrer starteten auf dem Hunsrückring/Hahn in die neue Saison und sorgten in den Rennen für viel Spannung. Schon im Zeittraining wurde deutlich, dass es an der Spitze eng zur Sache geht. Die ersten vier Piloten trennten weniger als zwei Zehntelsekunden. Als Polesetter startete Loris Prattes (Neuhemsbach/RMW Motorsport) in den ersten Wertungslauf. Doch nach dem Start musste er seine Spitzenposition an Luca Lippkau (Reken/RMW Motorsport) abgeben. Prattes ließ aber nicht locker und zog noch in der ersten Runde wieder an seinem Teamkollegen vorbei. Im Schlepptau hatte er die Vorjahressiegerin Vivien Dingert (Sulzbachsaar/ADAC Mittelrhein e.V.). Die schnelle Saarländerin hielt bis zum Rennende den Anschluss, fand aber keinen Weg vorbei und wurde hinter Prattes als Zweite abgewinkt. Luca Lippkau folgte auf Platz drei vor Manuel Klein (Wilnsdorf/RMW Motorsport) und Timo Hochwind (München/RL-Competion.com).

Ein leichteres Spiel hatte Loris Prattes im zweiten Lauf. Er gewann den Start und profitierte im Rennverlauf von harten Kämpfen um Rang zwei. Kontinuierlich baute er seinen Vorsprung aus und hatte im Ziel ein Polster von mehr als drei Sekunden. Knapper war hingegen die Entscheidung um Position zwei bis fünf. Luis Glania (Unna/FAE Racing) und Jakob Schuster (Beckingen/Kött Racing Team) waren auf Podestkurs, doch kurz vor Rennende fiel Glania einem zu überrundenden Fahrer zum Opfer und schied aus. Profiteur war Lippkau, der an beiden vorbei zog und für einen RMW-Doppelerfolg sorgte. Jakob Schuster verteidigte noch Rang drei vor Vivien Dingert und Rookie Leon Schütze (Gorxheimertal/Schwabe Motorsport).

X30 Senior: Tobias Dauenhauer in den Finals nicht zu stoppen
Mit 35 Teilnehmern waren die X30 Senioren das stärkste Feld am Wochenende und mussten sich als einzige Klasse über drei Vorläufe für die Heats qualifizieren. Nach diesen schien alles zu Gunsten von Noah Brandt (Breitenheim/PK Motorsport) zu verlaufen. Der junge Nordpfälzer holte sich die Pole-Position und einen Vorlaufsieg. Entsprechend motiviert startete er in das erste Rennen und verteidigte seine Spitzenposition. Diesmal ließen die Verfolger jedoch nicht so einfach locker. Bis zu fünf Fahrer lauerten auf den Sieg. Zu Rennmitte musste Brandt sich Tobias Dauenhauer (Mörlenbach/Team Hemkemeyer) geschlagen geben und rutschte bis zum Überqueren der Ziellinie auf Rang sieben ab. Dauenhauer baute indessen seine Position aus und sicherte sich den Sieg vor Simon Steffen (Minderlittgen/Grethen Racing), Aljoscha Prothmann (Gröbenzell/RS Motorsport), Daniel Ruth (Hasselroth/MK II Müllheim) und Dominik Kulikowski (Hamburg/PM Racing).

Eine Wiederholung schaffte Tobias Dauenhauer im zweiten Aufmarsch. Vom Start weg ließ er seine Konkurrenz hinter sich und fuhr gefahrlos zum Doppelsieg. Hinter ihm waren die Ränge nicht so schnell vergeben. Wie an einer Perlenschnur gezogen drehten die Verfolger ihre Runden und wechselten mehrmals die Positionen. Den längsten Atem hatte letztendlich Aljosha Prothmann als Zweiter vor Simon Steffen, Lasse Weis (Birkland/PK Motorsport) und Daniel Ruth.

KZ2: Laufsiege für Stumpf und Winkler
Stephen Stumpf (Walldorf/Nees Racing Team) war der erste Pole-Setter des Jahres in der Königsklasse des Kartsports und ließ auch im späteren Rennen einen Sieg folgen. Durch einen guten Start hatte er direkt etwas Luft und verteidigte seinen Vorsprung bis kurz vor Rennende. Da schien Manuel Huber (Losheim am See/DR Germany) die meisten Reserven zu haben und schloss die Lücke zu Stumpf. Der  ließ sich aber nicht aus der Ruhe bringen und wurde als Sieger abgewinkt. Manuel Huber und Paul-Tobias Winkler (Babenhausen/WinRace) reihten sich als Zweiter und Dritter sein. Platz vier erkämpfte sich Jonas Spölgen (Nideggen/RMW Motorsport) vor Julian Hanses (Hilden/MSC Langenfeld).

Nach seinem Sieg im ersten Rennen, musste Stephen Stumpf im Finale seinen Verfolgern den Vortritt lassen. Paul-Tobias Winkler und Manuel Huber fuhren ein souveränes Rennen und sahen das Ziel als Erster und Zweiter. Stephen Stumpf folgte auf Rang drei, doch eine spätere Zeitstrafe warf ihn auf Position sieben zurück. Neuer Dritter war Paul-Jeremy Voegeding (Walzbachtal/KKC Racing) gefolgt von Schaltkart-Rookie Julian Hanses und Routinier Falko Günther (Hennef/FMG Motorsport).

In der Gentleman-Wertung eroberte sich, nach einer tollen Aufholjagd, Tolga Tatli (Rielasingen/Solgat Motorsport) den Sieg. Die einzige Dame im Feld Nathalie Kreitz (Kreuzau/Kalf Motorsport) wurde Zweite und belegte in der Gesamtwertung einen hervorragenden 14. Rang.

Nach diesem tollen Renntag zeigte sich auch Annelie Weichert am Abend zufrieden und dankte allen Fahrern, Teams und Helfern für deren Engagement: „Das war das erste Rennen ohne meinen Mann und sicherlich kein einfaches Wochenende. Ich bin sehr froh, dass alles so reibungslos verlaufen ist. Ich möchte mich bei meinem ganzen Team bedanken. Ich habe in den vergangenen Wochen so viel Unterstützung erfahren und bin dafür sehr dankbar. Für mich ist es nun wichtig so viel wie möglich zu lernen. Mein Mann hat eine große Lücke hinterlassen. Ich weiß aber, dass wir in seinem Sinne handeln und er auf das heutige Ergebnis stolz gewesen wäre.“

In fünf Wochen wartet die nächste Veranstaltung der ACV German Vega Trophy, dann ist das Championat erstmalig im bayerischen Ampfing zu Gast. Vorher finden in Oppenrod und Urloffen aber noch Rennen zum ACV Rhein Main Kart Cup und dem ACV Baden-Württemberg Kart Cup statt.

Alle Ergebnisse vom Wochenende finden Sie hier…

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