Neue Sieger und wechselhafte Bedingungen: COTF in Valencia
Die Champions of the Future Euro Series gastierte vom 29. April bis 2. Mai auf dem Kartodromo Internacional Lucas Guerrero und bot beim zweiten Saisonlauf ein intensives Rennwochenende. Auf dem anspruchsvollen Kurs nahe der spanischen Mittelmeerküste kämpften die Fahrerinnen und Fahrer der Klassen OK Junior und OK bei wechselhaften Bedingungen um wichtige Punkte. Nach einem Mix aus trockenen und nassen Sessions setzten sich mit Will Green und Noah Baglin zwei neue Sieger durch.
OK Junior: Green schreibt die Geschichte des Wochenendes
Einen ersten Fingerzeig lieferte das Qualifying, in dem Niccolò Perico als einer der Rookie-Piloten früh auf sich aufmerksam machte. In den Gruppen setzten zudem Priam Bruno und Daniel Miron Bestzeiten, wobei Miron durch eine Track-Limits-Strafe im Gesamtklassement weit zurückgeworfen wurde und zunächst nur von hinten angreifen konnte.
Die Heats verliefen auf trockener Strecke und boten eine große Bandbreite an Siegern: Oskari Walle, Martin Bertolaccini, Alessandro Truchot, Perico, Bruno, Many Nouvilini, Jarlath Sayer und Marat Zvarich sicherten sich Laufsiege. Besonders auffällig war Mirons Aufholjagd, der sich mit starken Leistungen gleich 21 Positionen zurückholte. Auch Wildcard-Pilot Troy Ferguson überzeugte bei seinem Europa-Debüt mit einem Laufsieg.
Mit Beginn der Superheats kehrte der Regen zurück und stellte das Feld erneut vor große Herausforderungen. Während Walle und Bertolaccini von der Pole starteten, gingen die Siege an Kart Republic: Will Green und Many Nouvilini entschieden die Läufe für sich und brachten sich damit in eine aussichtsreiche Position für das Finale.
Das Finale fand überraschend auf trockener Strecke statt, nachdem sich das Wetter über das Wochenende hinweg mehrfach verändert hatte. Walle startete von der Pole, wählte jedoch die Außenlinie in die erste Kurve. Früh kam es zu intensiven Positionskämpfen im Spitzenfeld mit Bruno, Perico und weiteren Verfolgern.
Die entscheidende Geschichte schrieb jedoch Will Green: Nach einem enttäuschenden Qualifying auf Rang 44 arbeitete er sich über das gesamte Wochenende kontinuierlich nach vorne und lieferte im Finale eine beeindruckende Vorstellung ab. Mit neun gewonnenen Positionen sicherte er sich den Sieg vor Priam Bruno und Oskari Walle – eine der stärksten Aufholjagden des bisherigen Jahres.
OK: Baglin behält im Chaos den Überblick
In der OK-Klasse setzte Davide Bottaro im Qualifying mit starker Pace ein erstes Ausrufezeichen. Gemeinsam mit Niklas Schaufler und William Calleja standen drei unterschiedliche Chassis-Hersteller an der Spitze – ein Hinweis auf die hohe Leistungsdichte im Feld.
Während der Heats etablierte sich insbesondere Calleja als Siegfahrer und gewann gleich vier Läufe. Bottaro überzeugte mit Konstanz und sicherte sich die beste Ausgangsposition im Zwischenklassement. Dahinter hielten sich unter anderem Zac Drummond und Viktor Gustafsson in Schlagdistanz.
Auch in der OK-Klasse wurden die Superheats zur Reifenlotterie: Nasse Bedingungen bestimmten das Geschehen. Calleja und Bottaro starteten jeweils von der Pole und kämpften um die bestmögliche Ausgangslage für das Finale. Letztlich setzte sich Calleja durch und sicherte sich den besten Startplatz.
Im Finale jedoch drehte sich das Blatt früh: Calleja verlor bereits in den ersten Runden entscheidend an Boden. Nutznießer war Noah Baglin, der sich an die Spitze setzte und das Rennen kontrollierte. Hinter ihm formierte sich zunächst eine Verfolgergruppe mit Schaufler, Gustafsson und Dean Hoogendoorn, der jedoch im Rennverlauf an Boden verlor.
Als in der zweiten Rennhälfte erneut Regen einsetzte, blieb Baglin ruhig und ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Der Brite verwaltete seinen Vorsprung souverän und sicherte sich den Sieg vor der Konkurrenz. Damit feierte Prema in Kombination mit Kart Republic bereits den zweiten Saisonsieg.
Für die deutschen Fahrer verlief das Wochenende in der OK-Klasse nicht optimal. Luke Kornder zeigte zwar Ansätze seiner Pace, konnte diese im Finale jedoch nicht umsetzen und beendete das Rennen auf Rang 31. Amin Kara Osman verpasste den Einzug in den Endlauf und blieb damit ohne Finalergebnis.
Nach zwei Veranstaltungen zeichnen sich erste Tendenzen im Titelkampf ab: Will Green und Noah Baglin setzen sich mit ihren Erfolgen an der Spitze fest und zählen zu den heißesten Kandidaten im weiteren Saisonverlauf. Die Serie macht nun Halt in Deutschland: Mit dem nächsten Lauf in Mülsen wartet eine neue Strecke auf das internationale Feld.


