Fünf Meister gekürt: DKM-Saison endet mit spannenden Finals in Wackersdorf
Jakub Kamenik gewinnt Road to DTM-Trophy
Mit spannenden Finals, fünf neuen Champions und einer starken Kulisse ist die Deutsche Kart-Meisterschaft im ProKart Raceland Wackersdorf zu Ende gegangen. 178 Fahrerinnen und Fahrer gingen beim Saisonfinale in den fünf Klassen an den Start. Bestes Wetter an beiden Renntagen, zahlreiche Zuschauer und eine tolle Stimmung rund um die 1.190 Meter lange Strecke sorgten für einen würdigen Rahmen des letzten Rennwochenendes des Jahres. Die neuen Champions heißen Emilien Denner (KZ2), Albert Poulsen (Mini), Henri Möhring (OK-N Junior), Jakub Kamenik (OK-N) und Oliver Staedtler (KZ2 Cup). Die Finals gingen dagegen nicht immer an die späteren Meister: Daniel Stell (KZ2), Milan Rossi (OK-N Junior), Emilio Bernd (OK-N) und Marc Gerstenkorn (KZ2 Cup) setzten zum Saisonabschluss noch einmal eigene Ausrufezeichen. Allein Albert Poulsen krönte seinen Mini-Titel mit einem Finalsieg.
Auch abseits der Strecke gab es einiges zu entdecken. Im Rahmen der Zusammenarbeit mit Audi und der ADAC Stiftung Sport wurde im Fahrerlager ein Audi R26 Showcar ausgestellt. ME Motorsport zeigte gleichzeitig mögliche nächste Stationen nach dem Kartsport und präsentierte Fahrzeuge aus dem BMW M2 Cup, der ADAC GT4 Germany sowie einen BMW M4 GT3 Evo wie er unter anderem im ADAC GT Masters zum Einsatz kommt. Für die zahlreichen Nachwuchsfahrer bot das Finale damit nicht nur die Entscheidung um die Titel, sondern auch einen direkten Blick auf mögliche weitere Schritte ihrer Motorsportkarriere.
KZ2: Stell gewinnt – Denner rettet zehn Punkte zum Titel
Die spannendste Meisterschaftsentscheidung wartete in der KZ2. Emilien Denner (Formula K SRP Factory Team) eröffnete das Wochenende mit der Pole-Position und setzte damit einen ersten Marker im Titelkampf. In den Heats schlugen jedoch seine direkten Konkurrenten zurück. Daniel Stell (Kartshop Ampfing) und Marek Skrivan (TB Racing Team) gewannen jeweils einen Vorlauf, nach den Heats führte Stell das Ranking an. Den Super Heat entschied wiederum Denner für sich und sicherte sich damit den besten Startplatz für das entscheidende Finale.
Dort entwickelte sich die Situation schnell zugunsten von Stell. Der Deutsche führte vor Norton Andreasson (TB Racing Team) und Skrivan. Denner lag auf Rang vier und musste sich gleichzeitig gegen Danilo Albanese (Dörr Motorsport) behaupten. Stell setzte sich an der Spitze fest und ließ sich den Sieg nicht mehr nehmen. Mit der schnellsten Rennrunde gewann er vor Andreasson und Skrivan. Denner wurde Vierter vor Albanese. Während Stell damit das Finale für sich entschied, reichte Denner Rang vier auf dem Weg zum Titel. Nach fünf Veranstaltungen trennen die beiden Titelrivalen lediglich zehn Punkte. Denner krönte sich zum Deutschen Kart-Meister und war entsprechend glücklich bei der Jahressiegerehrung: „Es ist immer toll eine Meisterschaft mit dem Titel zu beenden. Wir hatten hier kein perfektes Wochenende, am Ende hatten wir aber im Jahresverlauf die größte Konstanz und haben damit die Gesamtwertung entschieden.“
Meisterschaft DKM/KZ2
1. Emilien Denner (405 Punkte)
2. Daniel Stell (395 Punkte)
3. Marek Skrivan (331 Punkte)
4. Dion van Werven (287 Punkte)
5. Matej Preuss (249 Punkte)
Mini: Albert Poulsen macht perfektes Finale komplett
Bei den jüngsten Teilnehmern ließ Albert Poulsen (Poulsen Motorsport) am Finalwochenende nichts anbrennen. Bereits im Qualifying setzte der Meisterschaftsführende die Bestzeit. Beide Heats gingen ebenfalls an den Dänen und auch im Super Heat behauptete er seine Spitzenposition. Damit startete Poulsen vor Maddox Mason (Lanari Racing Team), Leo Klok (CRG Holland), Ben Bernhard (Lanari Racing Team) und Leandros Margaritis (CRG Holland) aus der Pole-Position in das Finale.
Auch dort erwischte Poulsen den besten Start. Klok blieb dem Führenden zunächst dicht auf den Fersen, während sich Roman Meister (Formula K SRP Factory Team) wieder an das Spitzenduo herankämpfte. Besonders in der Schlussphase rückten die Podestplätze noch einmal enger zusammen. Poulsen behielt jedoch die Kontrolle und gewann vor Klok und Meister. Margaritis folgte auf Rang vier vor Bernhard, während Meister mit der schnellsten Rennrunde zusätzlich auf sich aufmerksam machte. Mit seinem Durchmarsch durch Qualifying, Heats, Super Heat und Finale setzte Poulsen einen starken Schlusspunkt unter seine Saison. Mit 443 Punkten sicherte er sich die Deutsche Mini-Kart-Meisterschaft und beendete das Jahr 53 Zähler vor Klok.
„Es war eine fantastische Saison für uns. Wir hatten über das gesamte Jahr einen sehr guten Speed und konnten an den verschiedenen Rennwochenenden immer wieder zeigen, was möglich ist. Ein großes Dankeschön geht an das gesamte Team für die tolle Arbeit und die Unterstützung während der Saison. Jetzt am Ende mit dem Meistertitel dazustehen, ist natürlich ein großartiges Gefühl. Ich bin sehr glücklich darüber und freue mich schon auf das kommende Jahr“, sagte Poulsen nach seinem Titelgewinn.
Meisterschaft DMKM/Mini
1. Albert Poulsen (443 Punkte)
2. Leo Klok (390 Punkte)
3. Mikas Toro Lundsholm (322 Punkte)
4. Maddox Mason (289 Punkte)
5. Roman Meister (248 Punkte)
OK-N Junior: Rossi gewinnt turbulentes Finale – Möhring ist Meister
Zunächst setzte Aurelio Longhitano (TB Racing Team) die Bestzeit im Qualifying und sorgte damit für ein neues Gesicht an der Spitze der Junioren. Die Heat-Siege gingen dann an Carlos Nees (Nees Racing) und Henri Möhring (Dörr Motorsport), wobei Nees nach den Vorläufen das Klassement anführte. Den Super Heat gewann Elliot Spangtoft (CV Performance Group X JP Motorsport), während Nees und Milan Rossi (Lanari Racing Team) die erste Startreihe für das Finale bildeten.
Direkt nach dem Start kam es auf der Start-Ziel-Geraden zu einer Kollision, worauf eine mehr Runden dauernde Slow-Phase folgte. Nees führte zunächst, doch im weiteren Verlauf entwickelte sich ein enger Kampf zwischen ihm, Jindrich Svoboda (Hagemann Racing), Möhring und Rossi. In der Schlussphase setzte sich Rossi an die Spitze und gewann vor Svoboda, Edin Keserovic (Lanari Racing Team) und Gustav Christensen (Nees Racing). Möhring kam als Fünfter ins Ziel. Nees erhielt im Anschluss des Rennens noch zehn Strafsekunden und wurde dadurch auf Position 20 zurückgestuft. An der Meisterschaftsentscheidung änderte das nichts mehr. Möhring sicherte sich nach vier Finalsiegen in den ersten vier Saisonrennen den Titel.
„Ich danke allen die ihren Anteil an diesem Erfolg haben. Wir hatten mit vier Siegen in den ersten vier Rennen einen perfekten Start in das Jahr. Dadurch wusste ich bereits, dass mir der Titel nach den Heats nicht mehr zunehmen ist. Nun richte ich meinen Blick auf den CIK-FIA OK-N Junior World Cup in zwei Wochen“, erklärte der Pilot aus dem Motorsportteam Germany nach seinem Titelgewinn.
Meisterschaft DJKM/OK-N Junior
1. Henri Möhring (466 Punkte)
2. Milan Rossi (389 Punkte)
3. Carlos Nees (310 Punkte)
4. Edin Keserovic (254 Punkte)
5. Mattao Mason (239 Punkte)
OK-N: Kamenik holt Titel und Road to DTM-Trophy
In der OK-N gehörte der erste Akzent Martina Rumlenova (MVM Racing), die Tschechin fuhr im Qualifying auf die Pole-Position. Die beiden Heats blieben mit Siegen von Jakub Kamenik (Lanari Racing Team) und Rumlenova ebenfalls in tschechischer Hand. Im Super Heat setzte sich dann Constantin Papst (TB Racing Team) durch und startete vor Rumlenova, Kamenik, Lias Erbersdobler (Dörr Motorsport) und Semir Velija (Lanari Racing Team) aus der Pole-Position in das Finale.
Bereits vor diesem stand Kamenik als neuer Champion fest und ging ohne Meisterschaftsdruck in das letzte Rennen des Jahres. Den besseren Start erwischte zunächst Papst, der sich an der Spitze vor Erbersdobler behauptete. Dahinter zog Rumlenova früh an Kamenik vorbei, während sich auch Leonard Frey (Ebert Motorsport) und Emilio Bernd (Marcus Bernd) in der Verfolgergruppe einreihten. Papst verschaffte sich zunächst einen kleinen Vorsprung, doch dahinter blieb das Feld eng zusammen.
Im weiteren Verlauf arbeitete sich Kamenik wieder nach vorne und übernahm Rang zwei. Auch Bernd machte Positionen gut und rückte bis auf Platz drei vor. In der Schlussphase schloss die Gruppe wieder zu Papst auf und sorgte für zwei hochspannende letzte Runden. Kamenik übernahm zunächst die Führung, wenig später fanden auch Bernd und Rumlenova einen Weg am bisherigen Spitzenreiter vorbei. Die Entscheidung um den Finalsieg fiel schließlich erst auf den letzten Metern. Bernd setzte sich auf der Start-Ziel-Geraden neben Kamenik und gewann das Fotofinish mit lediglich 0,008 Sekunden Vorsprung. Rumlenova wurde Dritte vor Papst und Erbersdobler.
Für Kamenik spielte der hauchdünn verpasste Finalsieg keine Rolle mehr. Der Tscheche beendete die Saison als neuer Champion. Neben dem Meistertitel sicherte er sich damit auch die Road to DTM-Trophy und erhält für die Saison 2027 die Startgebühr für eine Teilnahme im BMW M2 Cup oder in der ADAC GT4 Germany. „Es ist ein unglaubliches Gefühl, die Meisterschaft gewonnen zu haben. Ich bin sehr dankbar für die Unterstützung meiner Familie und des gesamten Teams, denn ohne sie wären diese Erfolge und Möglichkeiten nicht möglich. Jetzt freue ich mich riesig auf das, was vor mir liegt. Mit der Road to DTM eröffnet sich für mich die Chance, den nächsten Schritt zu machen und mich im GT4- oder M2-Cup zu beweisen. Darauf bin ich sehr gespannt“, sagte Kamenik nach seinem Titelgewinn.
Meisterschaft DSKM/OK-N
1. Jakub Kamenik (466 Punkte)
2. Constantin Papst (366 Punkte)
3. Ben Goetz (332 Punkte)
4. Lias Erbersdobler (254 Punkte)
5. Leonard Frey (195 Punkte)
KZ2 Cup: Gerstenkorn gewinnt Finale – Staedtler holt den Titel
Mit 56 Fahrerinnen und Fahrern wartete noch einmal ein großes Feld im KZ2 Cup. Oliver Staedtler (Formula K SRP Factory Team) eröffnete das Wochenende mit der Pole-Position. In den folgenden sechs Heats trugen sich Pavel Vimmer (TB Racing Team), Marc Gerstenkorn (Mach1 Motorsport), Staedtler und Louis Binder (BRM Racing Factory S.R.L.) in die Siegerliste ein. Gerstenkorn führte nach zwei Vorlaufsiegen die Wertung am Samstagabend an und sicherte sich mit einem weiteren Erfolg im Super Heat auch den ersten Startplatz für das Finale.
Das entwickelte sich bereits in den ersten Runden zu einem abwechslungsreichen Schlagabtausch. Zunächst führte Staedtler, anschließend übernahm Gerstenkorn kurzzeitig die Spitze. Dann zog Oskar Steinbach (Kartshop Ampfing) auf der Start-Ziel-Geraden an beiden vorbei. Gerstenkorn schaffte aber den Konter und holte sich die Führung zurück. Gemeinsam mit Steinbach setzte er sich anschließend vom restlichen Feld ab und siegte. Binder komplettierte die Top-Drei vor Staedtler und Manuel Kastl (CS Competition). Mit 425 Punkten gewann letztlich Staedtler den KZ2 Cup vor Gerstenkorn und Kastl. „Es fühlt sich toll an, den Cup zu gewinnen. Ich stand schon gestern nach den Heats als Meister fest, besser hätte es nicht laufen können“, sagte der Gesamtsieger aus dem Formula K SRP Factory Team nach der erfolgreichen Titelentscheidung.
Meisterschaft DSKC/KZ2 Cup
1. Oliver Staedtler (425 Punkte)
2. Marc Gerstenkorn (362 Punkte)
3. Manuel Kastl (318 Punkte)
4. Pavel Vimmer (217 Punkte)
5. Oskar Steinbach (210 Punkte)
Auch in der Teammeisterschaft fiel in Wackersdorf die endgültige Entscheidung. Das Lanari Racing Team beendete die Saison mit 458 Punkten an der Spitze und gewann vor dem Formula K SRP Factory Team mit 432 und dem TB Racing Team mit 408 Zählern. Dörr Motorsport und Kartshop Ampfing komplettierten die ersten fünf.

































