DKM-Titelkämpfe bleiben nach Mülsen-Premiere spannend

Fahrer*innen boten Kartsport auf höchstem Niveau

13. September 2021, 14:06 | Autor: Fast-Media | Björn Niemann
DKM-Titelkämpfe bleiben nach Mülsen-Premiere spannend

Die Premiere der Deutschen Kart-Meisterschaft in der Motorsportarena Mülsen war ein voller Erfolg. Fahrerinnen und Fahrer aus 20 Nationen gingen an den Start und zeigten Kartsport vom Feinsten. In packenden Rennen gab es gleich neun verschiedene Sieger – die Titelkämpfe spitzen sich vor dem Finale nochmals zu. 

Nach dem die geplante DKM-Premiere in Mülsen 2020 abgesagt werden musste, waren die Rennen diesmal umso spannender. Alle Fahrerinnen und Fahrer zeigte beim vierten Lauf der höchsten deutschen Kartrennserie eine hohe Qualität. Die Wertungsläufe waren geprägt von engen Positionskämpfen und einer großen Fairness.  

„Wir blicken auf ein super Wochenende zurück. Das Team der Arena E in Mülsen hat uns sehr herzlich aufgenommen. Die Rennstrecke ist eine Bereicherung für unseren Rennkalender. Das haben auch die Rennen gezeigt: Es war immer sehr eng, aber auch durchaus sportlich fair. Das zeichnet die DKM und den Kartsport aus. Ein großer Dank an alle Helfer, die diese Veranstaltung möglich gemacht haben“, zog DKM-Serienkoordinator Stefan Wagner am Sonntagabend ein positives Fazit. 

Neun Sieger in zehn Rennen 

Wie ausgeglichen das Feld der fünf Prädikatsserien ist zeigten die Rennergebnisse. Am Ende gab es neun verschiedene Sieger in zehn Wertungsläufen. Allein Maxim Rehm schaffte in der Deutschen Junioren-Kart-Meisterschaft einen Doppelsieg. In der DKM siegten Sandro Holzem und Rookie Kiano Blum, Juho Valtanen und Daniel Stell waren in der DSKM erfolgreich. Im DMSB Schalt-Kart-Cup (DSKC) teilten sich Thomas Imbourg und André Walter die Siege. Bereits ihr Saisonfinale bestritten die Fahrer der Deutschen Elektro-Kart-Rennserie: Sonntagabend erhielt Oscar Pellemele aus Frankreich die Meistertrophäe.  

DKM: Premierensiege von Sandro Holzem und Kiano Blum 

Lokalmatador Niels Tröger (SRP Racing Team) hatte am Samstag alles fest im Griff. Der Gesamtleader gewann das Zeittraining und beide Heats. Auch beim Start zum ersten Finale ging kein Weg an ihm vorbei. Verfolger Sandro Holzem (CV Performance Group) blieb aber in seinem Windschatten und eroberte sich nach zwei Runden die Führung – schnell setzte er sich auch vom weiteren Feld ab. Doch Tröger war zu Rennmitte wieder dran und erkämpfte sich Platz eins zurück. Damit aber nicht genug: Kurz vor Rennende war Holzem zurück und ging mit Elias Olsen (KSM Official Racing Team) im Schlepptau an dem Führenden Tröger vorbei. Hinter den Top-Drei rundete das TB Racing Team-Duo Kiano Blum und Nikhil Bohra die Top-Fünf ab. „Nach dem ich durch einen kleinen Fehler die Führung verloren hatte, bin ich natürlich zufrieden am Ende doch gewonnen zu haben. Es ist ein tolles Gefühl den ersten DKM-Sieg zu feiern“, strahlte Holzem im Siegerinterview. 

Nach dem verlorenen Sieg im ersten Lauf, setzte Tröger im zweiten Durchgang alles auf eine Karte. Vom Start weg attackierte er vor heimischem Publikum und baute bis ins Ziel seinen Spitzenplatz aus. Lange durfte er sich über den Erfolg aber nicht freuen: Tröger bestritt das Rennen mit den falschen Reifen und wurde im Anschluss disqualifiziert – ein herber Rückschlag im Titelkampf. Des einen Leid ist des anderen Freud: Rookie Kiano Blum gewann so sein erstes DKM-Rennen und wurde für eine gute Leistung am gesamten Wochenende belohnt. Wichtigen Boden im Titelkampf machte Juliano Holzem (CV Performance Group) als Zweitplatzierter gut. Rang drei ging an Olsen gefolgt von Luca Griggs (KSM Official Racing Team) und Torben Gröhndahl (CV Performance Group). Auftaktsieger Sandro Holzem fiel durch ein technisches Problem zum Ende des Rennens noch bis auf Position 13 zurück. 

Meisterschaftsstand DKM nach 8 von 10 Wertungsläufen: 
1. Niels Tröger (159 Punkte) 
2. Juliano Holzem (144 Punkte) 
3. Sandro Holzem (136 Punkte) 
4. Elias Olsen (136 Punkte) 
5. Luca Griggs (120 Punkte) 

DJKM: Perfektes Wochenende von Maxim Rehm 

Der Deutsche Maxim Rehm (Ricky Flynn Motorsport) war in Mülsen nicht zu stoppen. Mit einer blitzsauberen Vorstellung ließ er ab dem Zeittraining die Konkurrenz hinter sich und dominierte beide Finalrennen am Sonntag. Mit der maximalen Punkteausbeute übernahm der Baden-Württemberger auch die Gesamtführung im Klassement. „Das war eins meiner besten Rennwochenenden meiner Karriere. Ich habe mich sehr wohl gefühlt und bin mit viel Selbstvertrauen in die Rennen gestartet – das spiegelt sich in den Ergebnissen wider. Nun geht es in Ampfing um den Gewinn der Meisterschaft. Ein großer Dank an mein Team, die mich wieder bestens unterstützt haben“, strahlte Rehm am Sonntagabend.  

Hinter Rehm wurde es zum Ende des ersten Rennens turbulent: Die Verfolger Valentin Kluss (RS Competition) und Akshay Bohra (TB Racing Team) fielen nach einer Kollision ins Mittelfeld zurück. Ihre Positionen nahmen Douwe Dedecker und Tom Kalender (beide TB Racing Team) ein. Über einen Pokal durften sich auch der vierte Jonathan Weywadt (RS-Competition) und Jayden Thien (SP Motorsport) freuen. Letzterer wurde im zweiten Durchgang zum ersten Verfolger von Rehm. Zu Beginn ging der das Tempo mit und schien die Chance auf den Sieg zu haben, letztlich brachte er einen sicheren zweiten Rang nach Hause. In einem Fotofinish erkämpfte sich dagegen Dedecker sein zweites Podiumsergebnis am Wochenende. Lenny Ried (Lanari Racing Team) schloss geneinsam mit Weywadt die Top-Fünf ab. 

Meisterschaftsstand DJKM nach 8 von 10 Wertungsläufen: 
1. Maxim Rehm (195 Punkte) 
2. Akshay Bohra (193 Punkte) 
3. Douwe Dedecker (141 Punkte) 
4. Jonathan Weywadt (113 Punkte) 
5. Tom Kalender (101 Punkte) 

DSKM: Dramatische Rennen sehen Juho Valtanen und Daniel Stell als Sieger 

Meisterschaftsfavorit Senna van Walstijn (CPB Sport) setzte im Zeittraining und den Heats am Samstag den Maßstab für die Konkurrenz. Der Niederländer unterstrich mit einer Top-Leistung seine Ambitionen. Daran schloss er auch im ersten Finale am Sonntag an und baute nach einem guten Start seine Führung aus. Doch sieben Runden vor Rennende überschlugen sich die Ereignisse: Van Walstijn und der Zweitplatzierte Fabian Federer (SRP Racing Team) schieden mit einem technischen Defekt aus. Auf einem Schlag rutschte der amtierende DKM-Champion Juho Valtanen (SP Motorsport) auf Platz eins nach vorne und feierte wenig später seinen ersten DSKM-Sieg: „Ich hatte natürlich etwas Glück, am Ende muss man aber die Zielflagge sehen. Unser Speed war gut. Für das zweite Finale haben wir noch zwei neue Reifen, mal sehen was da möglich ist.“ Hinter dem Finnen holte sich Rookie Kris Haanen (KSM Official Racing Team) auf den letzten Metern Rang zwei vor Arthur Carbonnel (CPB Sport) und dem NB Motorsport-Duo Daniel Stell und Simon Connor Primm.  

Ein gutes Reifenmanagement war im zweiten Durchgang der DSKM der Schlüssel zum Erfolg. Stell stand mit vier neuen Reifen am Start und nutzte den Vorteil auf dem Weg zu seinem ersten Saisonsieg. In den ersten Runden lieferte er sich noch ein sehenswertes Duell mit Valtanen, letztlich hatte der Finne aber keine Reserven mehr, um Stell einzubremsen. „Das Rennen war sehr gut. Das Chassis, der Motor, alles hat super funktioniert und mir dabei geholfen diesen Speed zu haben. Vielen Dank an meine Familie und mein Team für den Support. Nun freue ich mich auf Ampfing, das ist eine meiner Favoritenstrecken“, strahlte Stell im Ziel. Hinter den Spitzenreitern etablierte sich Robert Kindervater (BirelART Racing KSW) auf Position drei. Haanen landete als Vierter wieder in den Pokalrängen. Hinter dem Niederländer duellierte sich ein Sechserpack um den verbleibenden Pokalrang. Xander Przybylak (SP Motorsport) setzte sich durch und querte als Fünfplatzierter den Zielstrich. Doch eine Spoilerstrafe warf ihn zurück und ließ Primm erneut in die Pokalränge vorrücken. 

Meisterschaftsstand DSKM nach 8 von 10 Wertungsläufen: 
1. Senna van Walstijn (193 Punkte) 
2. Fabian Federer (166 Punkte) 
3. Juho Valtanen (160 Punkte) 
4. Kris Haanen (128 Punkte) 
5. Valentino Fritsch (107 Punkte) 

DSKC: Thomas Imbourg und André Walter teilen sich Siege 

André Walter (Kart Performance Racing) war nach einem dominanten Samstag der Fahrer, den es im DMSB Schalt-Kart-Cup zu besiegen galt. Aus der Pole-Position übernahm er auch die Führung im Finale am Sonntagvormittag. Doch Thomas Imbourg (CPB Sport) aus Frankreich erkämpfte sich nach zwei Runden den Spitzenplatz und zog dabei auch Jakob Bergmeister (SRP Racing Team) mit. Die zwei wechselten sich dann nochmals auf Platz eins ab – im Ziel feierte aber Imbourg seinen dritten Saisonverfolg. „Das Rennen war sehr hart. Ich war nur damit beschäftigt meine Position zu verteidigen, wir hatten einen super Speed und haben am Ende gewonnen, das ist das Ziel auf welches wir hinarbeiten“, strahlte Imbourg im Siegerinterview. Ben Dörr (TB Racing Team) sah als Dritter vor Lukas Schächer (BirelART Racing KSW) und Walter die Zielflagge.  

Das zweite Rennen war über die gesamte Distanz spannungsgeladen. In den ersten Runden lieferten sich Imbourg und Bergmeister einen sehenswerten Zweikampf um die Führung. Letztlich schaffte aber Walter den Sprung auf Rang eins und fuhr im weiteren Verlauf einen kleinen Vorsprung heraus. „Das war ein super Rennen, vor allem nach dem ich im ersten Durchgang nicht siegen konnte. Mein neues Chassis hat sehr gut funktioniert und auch einen Anteil an dem Erfolg“, jubelte Walter im Siegerinterview. Hinter dem Compkart-Piloten gab es einen erbitterten Schlagabtausch um die weiteren Ränge. Am Ende hatte Lukas Gridjan (BirelART Racing KSW) als Zweiter vor Bergmeister, Dörr und Lukas Schächer (BirelART Racing KSW) den längeren Atem.  

Meisterschaftsstand DSKC nach 8 von 10 Wertungslaufen: 
1. Jakob Bergmeister (192 Punkte) 
2. Thomas Imbourg (150 Punkte) 
3. André Walter (143 Punkte) 
4. Ben Dörr (Punkte 106) 
5. Marvin Langenbacher (94 Punkte) 

In drei Wochen wartet auf die Teilnehmer der DKM dann das große Saisonfinale auf dem Schweppermannring in Ampfing. Nach den jetzigen Rennen ist in allen vier Klassen der Kampf um die Titel weiterhin offen und verspricht schon im Vorhinein besten Kartsport.