Britische Dominanz bei Rekord-Ausgabe der RMC International Trophy in Le Mans
370 Fahrer aus 47 Nationen sorgen für eines der größten Rotax-Events des Jahres
Die Rotax MAX Challenge International Trophy sorgte vom 13. bis 18. Juli für eine außergewöhnliche Motorsportwoche auf dem Circuit International Karting du Le Mans. Mit 370 Fahrerinnen und Fahrern aus 47 Nationen verzeichnete die achte Auflage ein beeindruckendes internationales Teilnehmerfeld. Nur die Rotax MAX Challenge Grand Finals vereinen noch mehr Starter auf dem Rotax-Rennkalender. Extreme Temperaturen stellten Fahrer, Teams und Veranstalter vor zusätzliche Herausforderungen und führten zu einem angepassten Zeitplan mit Rennen bis in die Abendstunden – für zahlreiche Teilnehmer bedeutete das erstmals echtes Racing unter Flutlicht.
Sportlich entwickelte sich die Veranstaltung zu einer britischen Erfolgsgeschichte. In allen sechs Klassen ging der Sieg an einen Fahrer aus Großbritannien. Jayan Prakash gewann die Micro MAX, Austin Oman setzte sich in der Mini MAX durch, Albert Friend triumphierte bei den Junioren und Sean Butcher entschied die Senior MAX für sich. Mark Kimber siegte in der DD2, während Jack Dex die DD2 Masters gewann. Neben dem Prestige standen wertvolle Tickets für die Rotax MAX Challenge Grand Finals vom 7. bis 14. November in Portimão auf dem Spiel.
Micro MAX: Prakash dominiert von Beginn an
In der Micro MAX ließ Jayan Prakash (Sam Pollitt Racing) bereits im Qualifying keinen Zweifel an seinen Ambitionen aufkommen. Der Brite sicherte sich die Pole-Position und setzte seine starke Vorstellung anschließend nahtlos fort. Alle drei Qualifying Heats entschied Prakash für sich und ging damit als klarer Favorit in die entscheidende Phase des Events.
Im Super Heat bekam der Spitzenreiter mehr Gegenwehr. Jules Chech und Arthur Bowers forderten Prakash heraus, doch eine Strafe warf Chech zurück. Damit behauptete Prakash seine Spitzenposition und startete auch im Finale von der Pole-Position.
Dort übernahm er zunächst das Kommando, musste sich zwischenzeitlich aber gegen Samar Chopra behaupten. Prakash reagierte schnell, eroberte die Kontrolle zurück und gab die Führung bis zur Zielflagge nicht mehr ab. Nur drei Zehntelsekunden hinter ihm wurde Albert Pharoah Zweiter, Chopra komplettierte mit rund zwei Sekunden Rückstand das Podium.
Top-Fünf Micro MAX
- Jayan Prakash (GBR)
- Albert Pharoah (GBR)
- Samar Chopra (UAE)
- Arthur Bowers (GBR)
- Jules Chech (FRA)
Mini MAX: Oman kämpft sich von Rang 16 zum Sieg
Eine beeindruckende Aufholjagd prägte die Entscheidung in der Mini MAX. Austin Oman erwischte zunächst keinen optimalen Start in das Event und belegte im Qualifying lediglich Rang 16. In den Vorläufen arbeitete sich der Brite jedoch kontinuierlich nach vorne und lag nach Abschluss der Qualifying Heats bereits auf dem fünften Rang.
Im Super Heat folgte der nächste große Schritt. Nachdem Joshua Cooke beim Start Probleme bekam, nutzte Oman seine Chance und fuhr zum Sieg. Damit drehte er seine Ausgangslage innerhalb weniger Tage komplett und stand im entscheidenden Finale auf der Pole-Position.
Von dort ließ Oman nichts anbrennen. Direkt nach dem Start setzte er sich von Cooke und Sebastian Bearman ab, kontrollierte anschließend das Tempo und brachte einen Vorsprung von rund einer Sekunde ins Ziel. Cooke wurde Zweiter vor Bearman – damit gingen alle drei Podestplätze an Großbritannien.
Als einziger deutscher Teilnehmer stellte sich Tim Hansler (Kraft Motorsport) der starken internationalen Konkurrenz in der Mini MAX. Er erreichte das Finale und beendete dieses auf Rang 24.
Top-Fünf Mini MAX
- Austin Oman (GBR)
- Joshua Cooke (GBR)
- Sebastian Bearman (GBR)
- Charlie Page (GBR)
- Alfie Garrett (GBR)
Junior MAX: Strafe entscheidet turbulenten Kampf um den Sieg
Bei den Junioren bestimmte zunächst Finlay Lines das Geschehen. Der Brite setzte im Qualifying den Maßstab und behauptete seine Spitzenposition auch über die Vorläufe hinweg. Im Super Heat A unterstrich Lines nochmals seine Ambitionen und gewann vor Albert Friend (Dan Holland Racing).
Im Finale setzte der Pole-Setter seine starke Vorstellung zunächst fort und führte das Feld bis zur siebten Runde an. Dann schlug Friend zu und übernahm die Spitze. Die Entscheidung war damit jedoch noch lange nicht gefallen. Zdenek Babicek schloss auf und attackierte Friend in der letzten Runde im Kampf um den Sieg.
Nach einem intensiven Duell änderte eine nachträgliche Strafe gegen Babicek schließlich das Ergebnis. Friend wurde zum offiziellen Sieger erklärt und gewann mit sechs Zehntelsekunden Vorsprung vor seinem Teamkollegen Rares Pascu. Majus Mazinas rückte auf Rang drei vor, Sebastian Clark und Lines komplettierten die ersten fünf Positionen.
Auch mehrere deutsche Fahrer stellten sich dem stark besetzten Junior-Feld. Philipp Hansler (Kraft Motorsport) schaffte den Sprung in das Finale und erreichte dort als bester Deutscher Rang 21. Kimi Mey (Kraft Motorsport) beendete das Finale auf Position 32. Für Maximilian Kiel (PCH Racing), Max Umek (Kartingpro Competition), Julian Dümmer (Kraft Motorsport), Lennart Köster (Kraft Motorsport) und Emir Siadkowska (3G Racing) endete das Event hingegen vor dem Finale.
Top-Fünf Junior MAX
- Albert Friend (GBR)
- Rares Pascu (CHE)
- Majus Mazinas (LTU)
- Sebastian Clark (GBR)
- Finlay Lines (GBR)
Senior MAX: Butcher startet von Rang 38 bis an die Spitze durch
Für eine der großen Geschichten des Wochenendes sorgte Sean Butcher (KR Sport) in der Senior MAX. Nach einem schwierigen Qualifying lag der Brite zunächst nur auf Rang 38 und damit weit hinter den Spitzenpositionen. Doch bereits in den zahlreichen Qualifying Heats startete Butcher eine beeindruckende Aufholjagd.
Lauf für Lauf arbeitete er sich durch das hochklassige Feld und stand nach Abschluss der Vorläufe bereits auf Rang zwei hinter Tom Langlois. In den Super Heats bestätigten beide ihre starke Form und teilten die Siege untereinander auf. Damit deutete bereits vor dem Finale alles auf ein direktes Duell der beiden Kontrahenten hin.
Langlois behauptete nach dem Start zunächst die Führung, doch Butcher blieb in Schlagdistanz. In der fünften Runde setzte der Brite seinen Angriff und übernahm die Spitze. Lange blieb der Abstand gering und Langlois hielt den Druck hoch. Erst wenige Runden vor dem Ende legte Butcher nochmals nach, vergrößerte seinen Vorsprung und gewann schließlich mit rund einer Sekunde Abstand.
Hinter Langlois belegte Leon Hastie Rang drei. Max Sadurski und Matéo Rivals folgten auf den weiteren Positionen.
Unter den deutschen Teilnehmern schafften Austin Lee (Strawberry Racing) und Noah Janssen (3G Racing) den Sprung in das Finale. Lee war dort als 17. bester Deutscher, Janssen folgte auf Rang 22. Sebastian Koch (Daems Racing) und Tom Reger (Kraft Motorsport) verpassten hingegen den Einzug in den entscheidenden Lauf.
Top-Fünf Senior MAX
- Sean Butcher (GBR)
- Tom Langlois (FRA)
- Leon Hastie (GBR)
- Max Sadurski (NLD)
- Matéo Rivals (FRA)
DD2 MAX: Kimber setzt erfolgreiche Rotax-Geschichte fort
Auch Mark Kimber (Daems Racing Team) musste zunächst einen Umweg an die Spitze nehmen. Nach dem Qualifying stand für den Briten lediglich die 15. Position zu Buche. In den Qualifying Heats drehte Kimber jedoch auf und arbeitete sich bis an die Spitze der Zwischenwertung vor.
Im Super Heat A musste er Enzo Bol zwar den Vortritt lassen, seine Leistungen aus den vorherigen Rennen reichten aber für die Pole-Position im Finale. Dort erwischte Kimber einen starken Start und behauptete sich direkt vor Jakub Bezel.
Während hinter ihm zahlreiche Positionskämpfe für Bewegung sorgten, setzte sich der Spitzenreiter zunehmend ab. Kimber kontrollierte seinen Vorsprung und überquerte nach einer souveränen Vorstellung mit 1,4 Sekunden Vorsprung als Sieger die Ziellinie. Bezel wurde Zweiter vor Bol, Leon Mandl und Emils Akmens.
Für Kimber war es ein weiterer großer Erfolg in einer bereits beeindruckenden Rotax-Laufbahn. 2022 gewann er bei den Grand Finals bereits die DD2-Kategorie, 2021 triumphierte er in der Senior MAX und 2016 bei den Junioren.
Aus deutscher Sicht erreichten Nico Hantke (3G Racing) und Maximilian Adolff (RTM Racing-Team Marggraf) das Finale. Hantke belegte trotz einer Zeitstrafe Rang 24 und war damit bester Deutscher, Adolff wurde 31. Noah Neumann (3G Racing) und Yannick Kilianski (Woik Motorsport) schafften den Sprung in das Finale nicht.
Top-Fünf DD2 MAX
- Mark Kimber (GBR)
- Jakub Bezel (CZE)
- Enzo Bol (NLD)
- Leon Mandl (AUT)
- Emils Akmens (LAT)
DD2 Masters: Fielenbach mischt vorne mit – Dex gewinnt Fotofinish
Die aussichtsreichste deutsche Vorstellung des Wochenendes lieferte Alex Fielenbach (Kraft Motorsport) in der DD2 Masters. Zunächst setzte jedoch Jack Dex (JDR) den ersten Maßstab. Der Brite sicherte sich bereits im Qualifying die Pole-Position vor Gabriel Zughella und bestätigte seine starke Form auch in den Vorläufen. Nach den Heats führte Dex die Zwischenwertung vor Nicolas Claes an.
Im Super Heat rückte Fielenbach in den Mittelpunkt. Der Deutsche kämpfte an der Spitze mit, übernahm zwischenzeitlich sogar die Führung und wurde am Ende Zweiter hinter Dex. Damit sicherte er sich einen starken zweiten Startplatz für das Finale und gehörte vor dem entscheidenden Rennen zu den aussichtsreichsten Kandidaten.
An der Spitze übernahm Dex nach dem Start zunächst das Kommando. Claes setzte ihn unter Druck, ehe sich in der Schlussphase auch Maxime Gravouille in den Kampf um den Sieg einschaltete. In einer turbulenten letzten Runde spitzte sich die Entscheidung nochmals zu. Während hinter ihm um jede Position gekämpft wurde, rettete Dex einen hauchdünnen Vorsprung von lediglich sechs Hundertstelsekunden über die Ziellinie.
Eine nachträgliche Strafe gegen Claes veränderte die Reihenfolge nochmals. Vivien Cussac-Picot rückte auf Rang zwei vor, Gustavo Michelsen wurde Dritter. Fielenbach konnte seine starke Ausgangslage im Finale nicht vollständig in ein Spitzenergebnis umsetzen und beendete das Rennen auf Rang neun. Dennoch hatte der Deutsche mit seiner Vorstellung im Super Heat und Startplatz zwei im Finale für eines der deutschen Highlights der Woche gesorgt.
Top-Fünf DD2 Masters
- Jack Dex (GBR)
- Vivien Cussac-Picot (FRA)
- Gustavo Michelsen (PER)
- Maxime Gravouille (FRA)
- Harold Watson (PER)
Für die sechs Klassensieger hatte der Erfolg noch einen weiteren Wert: Sie sicherten sich Tickets für die Rotax MAX Challenge Grand Finals. Das große Weltfinale der Rotax-Saison findet vom 7. bis 14. November auf dem Kartódromo Internacional do Algarve im portugiesischen Portimão statt.



