RMC Germany kürt Halbzeitmeister in Mülsen

6. Juli 2026, 16:13
Autor: Timo Deck | Bilderquelle: Timo Deck
RMC Germany kürt Halbzeitmeister in Mülsen

Runde drei zur Rotax MAX Challenge Germany 2026: Am ersten Juli-Wochenende zog es Deutschlands größte Single-Brand-Kartrennserie in die Arena E in Mülsen. Rund 130 Fahrerinnen und Fahrer reisten nach Sachsen, um auf der Highspeedstrecke die Halbzeitmeister zu küren. Packende Kämpfe und viel Action waren an der Tagesordnung. Dafür sorgte teilweise auch Wettergott Petrus, der an beiden Tagen mit Regenschauern drohte …

Mini: Tim Hansler räumt ab

Eng ging es bei den Minis zur Sache: Zunächst war es Ben Falke (Kraft Motorsport), der die Pace im Qualifying diktierte. Auch in den Vorläufen war der Youngster gut dabei, fiel aber aufgrund einer Disqualifikation wegen eines technischen Regelverstoßes aus der Spitzengruppe heraus. Dafür holte Teamkollege Tim Hansler die Kohlen aus dem Feuer. Er sah in allen Vorläufen und im Superheat als Erster die Zielflagge, einzig im ersten Heat wurde er im Nachhinein durch eine doppelte Zeitstrafe zurückversetzt. Die Pole-Position fürs Finale durfte er dennoch sein Eigen nennen. Hier ließ der Tony-Kart-Pilot auch nichts mehr anbrennen. Mit einer fehlerfreien Leistung und einem Vorsprung von rund vier Sekunden kreuzte er als Sieger den Zielstrich. Dahinter machte Stallgefährte Julius Grabow den Team-Doppelsieg perfekt. Als Dritter durfte Kilian Kommer (RMW Motorsport) das Podium besteigen.

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Junioren: Christensen siegt im Fotofinish

Carlos Nees (Nees Racing) setzte im Zeittraining die Messlatte im vollbesetzten Feld der Junioren. Doch die Freude währte nicht lang: Aufgrund einer technischen Abweichung wurde er aus der Wertung genommen. Damit erbte Julian Dümmer (Kraft Motorsport) Platz eins, den der amtierende Mini-Champion auch nach den Vorläufen verteidigte. Danach genügte Dümmer ein zweiter Platz im Superheat hinter Sieger Erik Radtke (Woik Motorsport), um sich die Pole-Position für das Hauptrennen zu sichern. Im Finale entwickelte sich schließlich ein sehenswerter Vierkampf an der Spitze. Dieser wurde erst auf den letzten Metern im Foto-Finish entschieden: Am Ende war es Gustav Christensen (RS Competition), der mit 0,060 Sekunden hauchdünn die Nase vorn hatte. Platz zwei erkämpfte sich Carlos Nees, der sich damit von seiner Qualifying-DQ regenerierte und Julian Dümmer auf Platz drei verdrängen konnte.

Senioren: Reifenpoker entscheidet Finale

Für Titelverteidiger Sebastian Koch (Daems Racing) begann das Wochenende planmäßig: Nach der Bestzeit im Qualifying machte er auch in den Vorläufen alles richtig und führte das Klassement am Samstagabend an. Doch am Finaltag wendete sich das Blatt für den Favoriten. Im Superheat rutschte Koch mit technischen Problemen zurück. Startplatz sieben für das Finale war die Folge. So war es letztlich Austin Lee (Kartschmie.de), der sich über die Pole-Position freuen durfte und damit die beste Ausgangslage für das Hauptrennen hatte. Doch diese sollte ihm am Ende nichts nutzen: Ein Regenschauer hatte die Strecke vor dem Finale heimgesucht und schnell antrocknende Bedingungen machten die Reifenwahl zur Lotterie. Während der Großteil – darunter auch Lee – auf Regenreifen setzte, entschieden sich einige für Slicks, was sich bereits nach wenigen Minuten als die einzig richtige Entscheidung herausstellte. Nach einem wilden und turbulenten Beginn stürmten die Slick-Piloten an die Spitze – allen voran Tom Reger (Kraft Motorsport). Er übernahm frühzeitig die Führung und suchte sein Heil in der Flucht. Am Ende gewann er mit Respektabstand und überrundete bei seinem Husarenritt nicht weniger als 26 seiner Kontrahenten. Hinter dem strahlenden Sieger komplettierten die beiden RS-Competition-Piloten Jakub Vondracek und Oscar Lundhus Christensen die Top-Drei. Die Favoriten Austin Lee und Sebastian Koch landeten aufgrund der verpatzten Reifenwahl lediglich auf den Positionen 19 beziehungsweise 25.

DD2 Masters: Haug gewinnt haushoch

Das DD2 Masters lag an diesem Wochenende fest in der Hand von FM Racing: Die Teamkollegen Timo Haug und Marcel Schirmer wechselten sich von Session zu Session an der Spitze ab. Hatte Haug im Zeittraining und den Vorläufen die Nase vorn, konterte Schirmer mit dem Sieg im Superheat und der Pole-Position für das Finale. Für Letzteres wurden die Karten nach einem Regenschauer neu gemischt: Mit den nassen Bedingungen kam Haug schließlich am besten zurecht. Er gewann dominant vor Routinier Michael Becker (Sodi) und Marcel Schirmer, der trotz deutlichen Rückstands und einer Spoilerstrafe noch Rang drei belegte.

DD2: Debütsieg für Luca Thiel

Dominik Reuters (M-Tec Praga Racing) bestimmte das Tempo im Zeittraining der RMC-Königsklasse und hatte damit die beste Ausgangslage für die Vorläufe. In diesen musste der Titelverteidiger allerdings Bennet Demmler (FM Racing) den Vortritt lassen. Letztgenannter gewann im Anschluss auch den Superheat und eroberte damit die Pole-Position für das Finale. Dieses sollte dann dramatisch verlaufen: Zunächst konnte Demmler die Spitze verteidigen und sich deutlich vom Rest des Feldes lösen. Er sah schon wie der sichere Sieger aus, als zur Halbzeit Regen einsetzte. Prompt schob sich das Feld wieder zusammen und das große Rutschen begann. Zahlreiche Positionswechsel und Abflüge bestimmten das unübersichtliche Geschehen, das sich DD2-Neueinsteiger Luca Thiel (Tony Kart) zunutze machte, indem er die Führung übernahm. Sechs Minuten vor Schluss brach die Rennleitung das turbulente Treiben ab und bot den Fahrern die Möglichkeit, auf Regenreifen zu wechseln. Nach dem Neustart wurde der Rest des Rennens zum Sprint. In diesem enteilte Thiel der Meute um über drei Sekunden und feierte gleich beim ersten DD2-Einsatz den Sieg, was nach dem Qualifying, in dem er noch eine DQ wegen technischer Abweichungen kassiert hatte, undenkbar gewesen war. Hinter Thiel brachte Demmler den zweiten Platz ins Ziel, während Mats Johan Overhof (Kraft Motorsport) mit Rang drei der Sprung auf das Podium gelang.

Als Halbzeitmeister reisen Tim Hansler bei den Minis, Julian Dümmer bei den Junioren, Tom Reger bei den Senioren, Marcel Schirmer im DD2 Masters und Bennet Demmler in der DD2-Klasse in die zweite Saisonhälfte. Diese wird am 8. und 9. August im badischen Liedolsheim eingeläutet. Zuletzt gastierte die RMC Germany 2007 auf der badischen Traditionstrecke. Entsprechend groß ist die Vorfreude auf das Comeback, bevor es im September zum großen Finale in die Motorsportarena Oschersleben geht.