Cooke, Lines und Lloyd siegen beim Hitzerennen in Genk
RMC Euro Trophy startet mit über 210 Fahrern in die zweite Saisonhälfte
Mit dem dritten Lauf der Rotax MAX Challenge Euro Trophy bog die internationale Rotax-Elite am vergangenen Wochenende auf die zweite Saisonhälfte ein. Auf dem traditionsreichen Kurs von Karting Genk gingen 216 Fahrerinnen und Fahrer an den Start und sorgten bei Temperaturen von über 30 Grad für ein anspruchsvolles Rennwochenende. Neben den klassischen Rotax-Kategorien Mini MAX, Junior MAX, Senior MAX, DD2 und DD2 Masters feierten auch die vollelektrischen Klassen E20 Senior und E20 Masters ihren ersten Auftritt in der Euro Trophy-Saison 2026. Die Siege gingen am Ende an Joshua Cooke, Finlay Lines, Freddie Lloyd, Jakub Bezel, Dimo Notarfrancesco, Marcos De Dios und Carl Cleirbaut.
Mini MAX: Cooke bleibt ungeschlagen – Hansler im Finale
In der Mini MAX stand bereits vor dem Wochenende Joshua Cooke (KR Sport) im Fokus. Der Brite hatte die ersten beiden Saisonläufe in Cremona und Wackersdorf gewonnen und reiste als Benchmark nach Belgien. Im Qualifying setzte allerdings zunächst Oscar Kenney das erste Ausrufezeichen. Der Youngster sicherte sich die Pole-Position vor dem Sam-Pollitt-Racing-Duo Austin Oman und Sebastian Bearman, die das Feld mit engen Abständen anführten.
Kenney bestätigte seine Pace zunächst auch in den ersten Heats und gewann seinen Auftaktlauf. Im weiteren Verlauf der Vorläufe rückte jedoch Bearman in den Mittelpunkt. Der Brite gewann zwar keinen Heat, überzeugte aber mit einer Serie konstanter Top-Drei-Ergebnisse und führte nach Abschluss der Heats das Zwischenklassement an. Hinter ihm sortierten sich Teamkollege Oman und Cooke ein, während Pole-Setter Kenney auf Rang fünf zurückfiel.
Im Finale schlug dann erneut Cooke zu. Der KR-Sport-Pilot setzte seine beeindruckende Serie fort und gewann nach den Erfolgen in Italien und Deutschland auch den belgischen Lauf. Kenney wurde Zweiter und sicherte sich zugleich das für Genk vergebene Ticket für die Rotax MAX Challenge Grand Finals. Charlie Page komplettierte das Podium auf Rang drei.
Aus deutscher Sicht war Tim Hansler für Kraft Motorsport am Start. Er schaffte den Sprung in das Finale und beendete dieses auf Platz 21.
Junior MAX: Lines setzt sich nach packendem Finale durch
In der Junior MAX sorgte bereits das Qualifying für eine Überraschung. Finlay Lines setzte sich als Außenseiter an die Spitze und holte die Gesamtbestzeit. In der zweiten Qualifying-Gruppe war Mik Klinkers der Schnellste, doch an die Zeit von Lines kam niemand mehr heran. Damit startete der Brite mit einer starken Ausgangslage in das Wochenende.
Auch in den ersten Heats bestätigte Lines seine Form und gewann einen Lauf. Parallel dazu brachte sich Albert Friend (Dan Holland Racing) mit einem Heatsieg in Stellung. Nach dem vollständigen Heat-Programm übernahm Friend die Führung im Zwischenklassement, während Lines trotz starker Pace als Zweiter folgte. Meisterschaftsleader Zdenek Babicek lag auf Rang drei, Rares Pascu bestätigte als Vierter die starke Mannschaftsleistung von Dan Holland Racing.
Das Finale entwickelte sich zu einem der besten Rennen des Wochenendes. Über 15 Runden wechselte die Führung mehrfach zwischen Friend, Babicek, Lines und dem stark aufkommenden Emerson Macandrew-Uren. Die entscheidende Phase gehörte schließlich Lines: Zur Rennmitte setzte er sich entscheidend ab und brachte den Vorsprung bis ins Ziel. Friend wurde Zweiter, Babicek komplettierte das Podium auf Rang drei.
Auch mehrere deutsche Fahrer schafften den Sprung in das Finale. Kimi Mey (Kraft Motorsport) wurde als bester Deutscher auf Platz 23 gewertet. Dahinter folgten Philipp Hansler (Kraft Motorsport) auf Rang 26, Mikkel Grantins (Kraft Motorsports) auf Platz 31 und Emir Siadkowska (3G Racing) auf Position 33.
Senior MAX: Lloyd schlägt spät zu – Reuvers verpasst Sieg knapp
Die Senior MAX war mit 98 Fahrern erneut die stärkste Kategorie des Wochenendes und bestätigte ihren Status als Aushängeschild der Euro Trophy. Im Qualifying setzte Jeremy Reuvers (Karting Club Campillos) seine starke Form fort und sicherte sich die Gesamtbestzeit. Die weiteren Gruppen gingen an Tereza Babickova (Dan Holland Racing) und Lokalmatador Lars Lambers (Bouvin Power), wodurch sich schon früh ein breites Favoritenfeld abzeichnete.
In den ersten Heats blieb Reuvers auf Kurs und gewann zwei Vorläufe. Gleichzeitig zeigten Babickova, Tom Langlois, Macauley Bishop und Lambers mit je einem Heatsieg, wie offen die Klasse besetzt war. Nach Abschluss aller Vorläufe behauptete Reuvers die Führung im Klassement. Hinter ihm arbeitete sich Bishop von Rang zehn nach dem Qualifying bis auf Platz zwei nach vorne. Freddie Lloyd machte ebenfalls mehrere Positionen gut und ging als Dritter in den Finaltag.
Im entscheidenden Rennen schien Reuvers lange auf dem Weg zum Sieg. Der Niederländer führte weite Teile des Finals und hielt die Konkurrenz unter Kontrolle. In der Schlussphase setzte Lloyd jedoch den entscheidenden Angriff. Der Evolution-Motorsport-Pilot nutzte seine Chance auf der letzten Runde und übernahm die Spitze. Reuvers musste sich mit Platz zwei zufriedengeben, Bishop komplettierte das Podium.
Für die deutschen Fahrer verlief das Wochenende schwieriger. Noah Janssen (3G-Racing), Ben Ziegler (Kraft Motorsport) und Jan Schwarzer (Von der Heide Motorsport) verpassten den Einzug in das Finale.
DD2: Bezel verteidigt sich zum Sieg – Kaminski mit Ausfall
In der DD2-Kategorie setzte Patryk Donica (Birelart by KSB Racing) zunächst die Bestmarke im Qualifying und sicherte sich den Poleman Trophy Award. Auch im ersten Heat bestätigte er seine Pace und gewann den Auftaktlauf. Nach Abschluss der Vorläufe führte Donica weiterhin das Klassement an, gefolgt vom amtierenden Champion Jakub Bezel (Kraft Motorsport) und Wout Kurstjens.
Im Finale drehte Bezel den Spieß um. Der Kraft-Motorsport-Pilot übernahm früh die Führung und verteidigte diese über die komplette Renndistanz. Trotz konstantem Druck blieb der amtierende Champion fehlerfrei und fuhr seinen zweiten Sieg in Folge ein. Dahinter wurde bis zur letzten Runde um die weiteren Podestplätze gekämpft. Donica setzte sich im Schlusssprint gegen William Kristensen durch und wurde Zweiter, Kristensen komplettierte die Top-Drei.
Ben Kaminski (3G Racing) vertrat die deutschen Farben in der DD2. Er erreichte das Finale, musste dort jedoch einen Ausfall hinnehmen und wurde nicht im Ziel gewertet.
DD2 Masters: Picot-Serie reißt – Notarfrancesco nutzt seine Chance
In der DD2 Masters ging Nicolas Picot als klarer Favorit in das Wochenende. Der Privateer war in der Saison 2026 bis dahin ungeschlagen und setzte seine Serie zunächst auch im Qualifying fort. Mit der Bestzeit bestätigte er einmal mehr seine Rolle als Referenzfahrer der Kategorie.
Auch nach den Heats lag Picot souverän an der Spitze. Doch im Finale endete seine Erfolgsserie abrupt: Nach einer Berührung fiel er aus dem Kampf um den Sieg zurück und verlor die Chance auf den nächsten Triumph. Dimo Notarfrancesco (Kartteam Meier) nutzte die Situation konsequent und fuhr zum Sieg. Steve Vermeulen wurde Zweiter, Mirco Gervasoni komplettierte das Podium.
E20 Senior: De Dios gewinnt erstes Elektro-Finale
Mit der E20 Senior startete in Genk ein neues Kapitel innerhalb der Euro Trophy-Saison. Die vollelektrische Kategorie feierte ihren ersten Auftritt 2026 und bot von Beginn an enge Duelle. Im Qualifying setzte Lucas dos Santos Pinheiro die erste Bestzeit des Jahres und schrieb sich damit als erster Pole-Setter der Saison ein.
In den Heats verschob sich das Bild. Anna Benedek gewann den ersten Lauf, während sich Marcos De Dios im weiteren Verlauf immer stärker in Szene setzte. Nach Abschluss der Vorläufe führte De Dios das Klassement vor Pinheiro an und ging mit Rückenwind in den Finaltag.
Im Finale bestätigte De Dios seine starke Entwicklung. Der Privateer kontrollierte das Rennen und sicherte sich den ersten Sieg der E20-Senior-Saison. Akos Madaras wurde Zweiter, Benedek komplettierte das Podium. Zusätzlich erhielt De Dios das erste Grand-Finals-Ticket der Saison in der E20 Senior.
E20 Masters: Cleirbaut macht Heimspiel perfekt
Auch in der E20 Masters feierte die Euro Trophy in Genk ihren Saisonauftakt. Bereits im Qualifying setzte Lokalmatador Carl Cleirbaut (Bouvin Power) das erste Ausrufezeichen. Der Belgier sicherte sich die Pole-Position und ging als Favorit in die Rennen.
Cleirbaut bestätigte seine Form auch im Heat und blieb an der Spitze. Nach Abschluss der Vorläufe führte er das Klassement an und ließ auch am Finaltag keine Zweifel aufkommen. Vor heimischem Publikum kontrollierte er das Rennen und gewann souverän. Michele Burzese wurde Zweiter, Javier Fernandez belegte Rang drei. Auch Cleirbaut sicherte sich mit seinem Erfolg ein Ticket für die Rotax MAX Challenge Grand Finals.
Der dritte Lauf der Rotax MAX Challenge Euro Trophy bot in Genk alles, was die internationale Rotax-Serie auszeichnet: große Starterfelder, enge Duelle und schwierige Bedingungen. Die Meisterschaft biegt nun endgültig auf die Zielgerade ein. Das Finale findet vom 9. bis 13. September im tschechischen Trinec statt, wo die Champions der Saison 2026 gekürt werden.



