RMC-Rekord-Event zum Saisonstart
Mit der Rekordstarterzahl von 243 Fahrerinnen und Fahrern fand am vergangenen Wochenende (18. und 19. April 2026) das bislang größte Rotax-Event auf deutschem Boden statt. Die Rotax MAX Challenge Germany eröffnete ihre 26. Saison und lud dazu auch die RMC Austria und die RMC SSC ein, was zu einer Veranstaltung der Superlative führte. Denn auch die Action auf der Strecke war extrem spannend und das Wetter sorgte mit frühlingshaften Bedingungen am Freitag und Samstag sowie unberechenbaren Regenschauern am Sonntag für Brisanz und Abwechslung im Klassement. Das erlebten auch zwei äußerst prominente Gesichter: Die ehemaligen Formel-1-Weltmeister Mika Häkkinen und Kimi Räikkönen aus Finnland waren vor Ort, um ihren Nachwuchs in der RMC zu schulen – und das ziemlich erfolgreich, wie sich am Ende herausstellte.
Mini: Räikkönen dominiert, verpasst aber Finalsieg
Robin Räikkönen (Kartshop.ch), Sohn des F1-Weltmeisters von 2007, bestimmte das Geschehen im 33-köpfigen Feld der Nachwuchsklasse. Die Bestzeit im Qualifying und Siege in allen Vorläufen sowie im Superheat machten ihn zum Favoriten auf den Finalsieg. Doch mit dem Wetterwechsel folgte auch die Wachablösung an der Spitze. Im verregneten Hauptrennen führte Räikkönen das Rennen zwar lange an, musste dann aber einsehen, dass er der Pace von Jan Wozniak (Energy) nicht gewachsen war. Gegen Rennende schob sich Letztgenannter an die Spitze und brachte diese Position sicher ins Ziel. Räikkönen folgte dahinter als Zweiter vor Mathias Drexler (KRT Racing Team).
Junior: Dümmer stark – Sieg für Soltys
Abwechslungsreich ging es im Feld der Junioren zu, das schon im Qualifying mit einer enormen Leistungsdichte überzeugte. 29 der 35 Piloten lagen innerhalb von nur einer Sekunde, wobei Gustav Christensen (RS Competition) die Messlatte setzte. Doch in der Qualifikationsphase meldete sich Julian Dümmer (Kraft Motorsport) zu Wort: Mit einem Sieg und einem dritten Platz im Vorlauf übernahm der letztjährige Mini-Champion das Zepter. Auch im verregneten Superheat war Dümmer eine Klasse für sich, bevor er im Finale dann doch Federn lassen musste. Auf nun wieder trockener Piste rutschte der Pole-Sitter bis auf Rang fünf ab, während sich an der Spitze Martin Soltys (KRK Racing) zum Sieg katapultierte. Die Ehrenplätze belegten Krystof Kyllar (Motorsport Strnadel) und Marcel Popakul (RS Competition).
Senioren: Remy gewinnt Saisonauftakt
Die Senioren stellten mit 51 Teilnehmenden das größte Feld an diesem Wochenende. Bei nur 36 zu vergebenen Finalplätzen ging es hier von Beginn an sehr spannend und eng zur Sache. Bereits im Zeittraining, an dessen Spitze sich Dragos Avasilcutei (MKC Motorsport) platzierte, trennten die ersten 44 Fahrerinnen und Fahrer weniger als eine Sekunde. Diese Leistungsdichte spiegelte sich auch im weiteren Verlauf der Qualifikationsphase wider: Mit Michal Soltys (KRK Racing) schob sich nach den Vorläufen ein neues Gesicht an die Spitze des Rankings und in den beiden Superheats verbuchte man mit Austin Lee (Kartschmie.de) und Noah Janssen (3G Racing) erneut zwei andere Piloten in Front. Insgesamt schnitt jedoch Michal Soltys (KRK Racing) am besten ab. Der Slowake holte sich die Pole-Position für das Finale. Hier lieferte er sich einen harten Kampf mit Andrea Remy (Kraft Motorsport) und Tobias Normann (RS Competition). Zahlreiche Führungswechsel und der ein oder andere Lackaustausch waren an der Tagesordnung. Am Ende war es Normann, der den längsten Atem hatte und vor Remy und Soltys gewann. Aber die Ernüchterung folgte nach dem Rennen: Eine Spoilerstrafe und eine weitere wegen des Versuchs, den Spoiler wieder in Position zu bringen, warfen Normann auf Rang acht zurück. Auch Soltys kam nicht ungeschoren davon: Er wurde wegen Unsportlichkeit für eine Aktion nach dem Fallen der Zielflagge disqualifiziert. Damit erbte Remy den Finalsieg und Austin Lee sowie der amtierende Champion Sebastian Koch (Daems) rückten auf die Podestplätze nach.
DD2 Masters: Pilsl und Schirmer bestimmen das Geschehen
Patrick Pilsl (Birtelart by KSB) markierte im Qualifying die Bestzeit im Feld der „Alten Herren“. In den folgenden Heats und im Superheat geriet der Österreicher allerdings ins Straucheln und musste zusehen, wie Marcel Schirmer (FM Racing) alle Siege einfuhr. Damit startete der amtierende Vizemeister als klarer Favorit ins Finale, das er auch souverän anführte – bis zur letzten Runde. Kurz vor Schluss erfolgte ein überraschender Angriff von Pilsl, der das Momentum geschickt nutzte und sich schließlich den Sieg sicherte. Schirmer folgte dahinter als bester Deutscher auf P2 vor Teamkollege Timo Haug.
DD2: Doppelsieg für Österreich
Dominik Reuters (M-Tec Praga Racing) war im Zeittraining der DD2 das Maß der Dinge. Auch in seinen Vorläufen war der Titelverteidiger unschlagbar, hätte ihm nicht eine Disqualifikation wegen technischer Unstimmigkeiten einen Strich durch die Rechnung gemacht. Das warf den Favoriten im Klassement weit zurück, sodass – trotz einer Aufholjagd im Finale – nicht mehr als Platz acht heraussprang. An der Spitze etablierte sich nach der Qualifikationsphase Christian Baumgartner (Birelart by KSB). Der Österreicher wusste die Pole-Position im Hauptrennen zu nutzen und fuhr gemeinsam mit Teamkollege Patryk Donica im Schlepptau zum Doppelsieg für Birelart by KSB. Als Dritter komplettierte William Norbaek (RS Competition) das Podium. Letztgenannter gewann damit die Wertung der RMC Germany vor dem besten Deutschen, Bennett Demmler (FM Racing), und Scott Westhovens (Kart Racing Zuid).
Nach dem beeindruckenden Saisonstart in der Oberpfalz blickt die RMC Germany nun bereits auf die zweite Runde. Hierfür reist der Tross nach Nordrhein-Westfalen. Auf dem traditionsreichen Erftlandring wird sich am 9. und 10. Mai 2026 zeigen, ob die Auftaktsieger an ihre Leistung anknüpfen können oder ob neue Gesichter den Ton angeben.











