2. Februar 2018, 10:37 | Autor: Fast-Media - Björn Niemann

Jahreshauptversammlung mit Spannung erwartet

Bereits seit mehreren Jahren befindet sich Unruhe auf dem Erftlandring in Kerpen. Die Braunkohlebagger rücken immer näher und Ende 2020 soll der Ring weichen. Eine Ausweichstätte kann nicht gefunden werden, der Kart-Club Kerpen-Manheim e.V. stimmte nun gestern auf der Jahreshauptversammlung dem Anteilsverkauf an die RWE AG zu.

Anfang Januar berichteten wir bereits über das mögliche Aus des Erftlandring in Kerpen und den damit verbundenen Konsequenzen. Trotz zahlreicher Bemühungen in den vergangenen Jahren konnte kein passendes Gelände gefunden werden. Das Areal „Sophienhöhe“ oder Liegenschaften im Bereich Kerpen-Blatzheim schienen ideal. Doch auf Grund von Interessenkonflikten (Naturschutz, Immissionsschutz, etc.) konnten trotz vielfältiger Alternativen keine genehmigungsfähigen Ersatzstandorte im rheinischen Revier ermittelt werden.

Dadurch ist die RWE AG verpflichtet den Eigentümer finanziell zu entschädigen. Die zu entschädigen Parteien sind neben der Eigentümergemeinschaft des Grundstücks bestehend aus Michael Schumacher (2/3) und dem Kart-Club Kerpen e.V. (1/3) auch der auf dem Gelände befindliche Kartshop und der Verein an sich als Betreiber. Darüber hinaus hat die Stadt Kerpen einen Anspruch auf 50% des Mehrwertes des Grundstücks in Relation zum damaligen Kaufpreises begründet durch den ursprünglichen Kaufvertrag.

Der Kart-Club Kerpen-Manheim entschied nun gestern auf seiner Hauptversammlung über das Angebot der RWE und nahm dieses mit einer zweidrittel Mehrheit an. Das Ende der Kartbahn in Kerpen ist damit besiegelt. Nach mehr als 40 Jahren erfolgreicher Motorsportarbeit werden die Tore am 31. Oktober 2020 geschlossen. Die bergbaurechtliche Inanspruchnahme ist 2023. Sollte bis dahin der Bergbau gestoppt werden, können die Verträge wieder rückabgewickelt werden und der Erftlandring bleibt auch über 2020 bestehen.

Durch die Annahme des Angebotes bleibt der Kart-Club Kerpen-Manheim in seiner Form aber bestehen und widmet sich weiter dem Vereinszweck der Jugend- und Talentförderung, welche in der Vergangenheit nachweislich sehr erfolgreich war. Neben Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher und seinem Bruder Ralf, wurde auch der viermalige Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel durch den Kart-Club Kerpen-Manheim begleitet. Ebenso ist der RWE-Konzern bereit neben der Entschädigungsleistung auch als Sponsor für die Jugendförderung im Kartsport aufzutreten.

Trotz des Verlustes des Erftlandrings in Kerpen kann der Kartclub den Bau oder Erwerb einer eigenen Kartbahn, oder die Beteiligung an einer bereits bestehenden Kartbahn anstreben.