26. Dezember 2017, 20:37 | Autor: Heiko Schäfer

Beim Kampf um den Sieg muss auch im Kartsport alles passen. Diese manchmal bittere Erfahrung musste Niklas Gränz vom Kartverein (KV) Oppenrod im Finale der Rotax Max Challenge (RMC) in Kerpen machen. In der fünf Veranstaltungen mit jeweils drei Rennen umfassenden Saison lieferte sich der 20- Jährige aus dem Hungener Ortsteil Nonnenroth ein Kopf an Kopf Duell in der DD2- Klasse mit Martin Henckel Mortensen aus dem dänischen Harrislee.

Bis vor dem Finale beendete Gränz, der für das Nees Racing Kartteam aus Alzenau startet, die Rennen immer auf dem Siegerpodest. In den 19 Einzelrennen war er neun Mal Sieger, vier mal Zweiter und zwei Mal Dritter. Vor dem Saisonabschluss auf dem Kerpener Erftlandring lag der Maschinenbaustudent an der Technischen Hochschule Mittelhessen vor dem Dänen mit besten Chancen auf den Meistertitel. Diese relativierten sich jedoch bereits im Training, dass er lediglich auf Platz fünf beendete. „Das war zwar keine schlechte Ausgangslage, der Rückstand von fast einer halben Sekunde auf die Pole- Position aber schon bedenklich. Angesichts von gleichen Motoren und fahrerisch höchstem Niveau, spielt sich das eigentlich im hundertstel Sekunden Bereich ab“, blickt der Hungener kritisch zurück. Obwohl er in den letzten drei Rennen fast fehlerfrei fuhr, musste es seinem Widersacher Mortensen den Titel überlassen. „Im Kampf zu verlieren gehört einfach dazu, auch wenn es enttäuschend war. Dennoch war es rückblickend meine wohl erfolgreichste Saison“, resümiert Gränz mit etwas Abstand zum Finale.

Nach 16 Jahren im Kart ist ihm bewusst, dass Talent alleine nicht ausreicht. Das hat er ohne Zweifel und greift in der RMC nächstes Jahr nach der Krone, um eine Startberechtigung für das Finale der Kart- Weltmeisterschaft in Brasilien Ende November zu bekommen. Zudem hat sich Gränz für die Deutsche Elektro Kart Meisterschaft (DEKM) beworben, die nächstes Jahr debütiert. Gefahren wird mit Elektrokarts des Typs Rotax Thunder, die den Spurt von 0 auf 100 km/h in 3, 5 Sekunden erledigen und bis zu 130 km/h schnell sind. Unterstützt wird die Idee von Porsche Motorsport und der Deutsche Post Speed Academy. Sollte alles wie geplant verlaufen, ist Niklas Gränz 2018 sowohl mit Elektro- als auch Verbrennungsmotor auf Bestzeitjagd.