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Montag, den 22. Januar 2007 um 23:12 Uhr |
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Mitten in die Aufbauphase zur KART2000 erreichte uns die schlimme Nachricht: Ernest C. Buser, ehemals CIK-Präsident, ist am 16. Januar 2007 im Alter von 75 Jahren gestorben! Da stand alles still und die Zeit lief dann scheinbar rückwärts mit vielen Erinnerungen.
Über 40 Jahre kannten wir uns und aus den frühen Begegnungen auf allen europäischen Rennstrecken wurde eine schöne Freundschaft. Ernest C. Buser war äußerst erfolgreich als Nationalcoach, ebenso später als Schweizer Verbandspräsident und dann ab 1978 als Chef der CIK.
Unter seiner Ägide entwickelte sich die CIK zur weitgehend selbständig und weltweit agierenden Kartsport-Organisation. Buser holte die Amerikaner an den Tisch und auch die asiatischen Verbände kamen hinzu, Stichwort hier: Pazific-Meisterschaft. Die Weltmeisterschaften waren keine mit weiteren Flaggen aufgewertete Europameisterschaften mehr –sie wurden zu echten Weltmeisterschaften und auch in den USA oder Japan wurde gefahren! Das Kart-Reglement wurde gestrafft und so weltweit anerkannt, die Homologationen wurden hinterfragt und neutrale Prüfer fuhren durch die Länder in die Fabriken der Hersteller –alles wurde präzisiert und immer von Jahr zu Jahr ein Stückchen besser. Ernest C. Buser war ein Garant für die stete Aufwärtsentwicklung mit deutlichem Gewinn an Image für unseren Sport. Er hörte Experten zu, entschied dann aber schnell und klar –aus dieser Zeit stammt auch die Deutung des C. in seinem Namen mit „Cäsar“. Seine Entscheidungen waren oft knallhart, manchmal auch erst später allgemein verständlich -aber sie waren immer zum Nutzen unseres Sports! Der von ihm eingeschlagene Weg, von der CIK als Nebenbüro der FIA, hin zur FMK als Kartsport-Weltföderation mit weit mehr Unabhängigkeit von der FIA, führte dann doch zu Differenzen mit den Spitzen der höchsten Motorsport-Organisation. Ernest C. Buser setzte sich voll für seine Idee ein und geriet so auch zunehmend zwischen die Fronten. Sein Rückzug, bald nach Beginn des neuen Jahrtausends, überraschte trotzdem allgemein und das Bedauern unter den Fachleuten war groß und weltweit. Ernest C. Buser aber war wohl zu diesem Zeitpunkt nicht mehr bereit gegen Windmühlenflügel zu kämpfen.
Ein großer Mann unseres Sports ging von Bord. Seine immense Arbeit für den Kartsport wurde aber auf höchster Ebene gewürdigt: Ernest C. Buser wurde zum FIA-Vizepräsident e.h. ernannt!
Und jetzt trauern wir um den aufrechten Mann und sagen laut ein spätes Danke! Seiner Frau Ursi, die ihn stets begleitete von Rennstrecke zu Rennstrecke, gilt unser ganzes Mitgefühl.
Botho G. Wagner |