12. Januar 2018, 8:52 | Autor: Fast-Media - Björn Niemann

KE-Klassen ermöglichen günstigen Kartsport bei hoher Chancengleichheit

In den vergangenen Jahren erlebte der Kartsport eine große Kostenexplosion. Die ADAC Regionalserien NAKC, OAKC, SAKC und WAKC möchten mit der Einführung der KE-Klassen dem entgegenwirken. Für bis zu 4.700€ gibt es ein rennfertiges Kart und vieles mehr.

Auf dem ersten Blick ähnelt das neue Reglement der KE-Klasse den der Pop-Karts in den 90er-Jahren, auch damals war es möglich Kartsport bei niedrigem Budget zu betreiben. Dahin möchten die ADAC Regionalserien wieder zurückkehren.

Die neue KE-Klasse gibt es für Junioren und Senioren. Dabei basieren die Motoren auf die bekannten X30-Aggregate, jedoch etwas modifiziert. In den KE-Klassen darf nicht jedes Chassis eingesetzt werden. Hersteller können ihre Chassis für KE-Klasse anmelden und diese über das eigene Händlernetz in Deutschland vertreiben. Dabei unterliegen diese besonderen Bestimmungen. Die Chassis benötigen keine CIK-Homologation, dürfen nicht über Anbauteile aus Magnesium oder Carbon verfügen, dürfen nur einen Stabilisator haben und an der Vorderachse nur Kugel-Exzenter oben, ohne Sniper. Das Bodywork ist hingegen frei, der Frontspoiler benötigt eine CIK-Halterung und es darf nur eine für das Chassis zugelassene Achse eingesetzt werden.

Angetrieben werden die KE-Karts durch modifizierte X30-Motoren. Diese können über die zugelassenen Service-Center bezogen werden und erhalten zu Jahresbeginn eine Plombe, welche ab dem Qualifying nicht mehr geöffnet werden darf. Zusätzlich kommen Tillotson Vergasers zum Einsatz, welche nur mit ab Werk ausgelieferten Membranen, Dichtungen, Ventile, Ventilnadeln sowie sämtlich anderen Bauteilen zulässig sind.

Jedes KE-Kart erhält nach dem Kauf einen Pass, in welchem die Chassis-, Motor- und Vergasernummer eingetragen sind. Diese dürfen nur bedingt ausgetauscht werden. Der maximale Komplettpreis für ein KE-Kart wurde auf 4.700€ festgelegt und wird durch die Hersteller subventioniert. Aktuell haben die Hersteller Top-Kart, Mach1 und Praga eine Zulassung für die neue KE-Klasse. Als Servicecenter sind bisher Dischner Kartsport, AK-Racing, Mach1 Motorsport, RMW Kartservice, Kart-Center Hemkemeyer, NKS for Racing und DS-Kartsport benannt worden.

Sollte ein Fahrer während eines Rennwochenendes einen Motorschaden haben, kann dieser gegen einen Leihmotor ausgetauscht werden. Diese werden vor der Veranstaltung durch die Service-Center bei den technischen Kommissaren abgestellt. Für den Einsatz eines Leihmotors wird eine Kostenpauschale berechnet.

Die KE-Klassen starten gemeinsam mit den X30-Kategorien, werden aber getrennt gewertet. Das Service-Center Dischner Kartsport informiert auf seiner Internetseite nochmals ausführlich über die Regularien der KE-Klassen.